Bucht ein Urlauber eine Unterkunft auf Sylt, bekommt aber statt­dessen eine im mehreren Hundert Kilo­meter entfernten Nord­deich, kann er sich den vollen Reise­preis erstatten lassen. Das geht aus einem Urteil des Land­gerichts Frank­furt am Main hervor (Az. 2–24 S 32/18). Der Kläger hatte auf einem Onlineportal eine Unterkunft im „Fähr­haus“ auf Sylt gebucht. In der Reise­bestätigung stand der Zusatz „Nord­deich“. Die Reise­bestätigung kann aber nicht als geändertes Angebot des Reise­ver­anstalters angesehen werden, so das Gericht.

In der Reise­bestätigung stand keine abweichende Post­leitzahl, sodass der Kläger davon ausgehen konnte, der Zusatz „Nord­deich“ beschreibe lediglich die örtliche Lage der Unterkunft, nämlich „am“ Nord­deich von Sylt. Dass „Nord­deich“ tatsäch­lich ein Stadt­teil der Stadt Norden in Ostfries­land ist, gehöre nicht zum Wissen eines durch­schnitt­lichen Reisenden.

Dem Kläger müssen laut Urteil die gesamten Aufwendungen für die Anreise- und die Hotel­kosten erstattet werden.

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