Der innen­politische Haus­halts­streit in den Vereinigten Staaten hat auch Auswirkungen auf Touristen. Durch den Verwaltungs­still­stand geht im beliebten Urlaubs­land USA fast gar nichts mehr: National­parks wie der Yose­mite-Park oder der Grand Canyon sind geschlossen. Auch die Frei­heits­statue bekommen Urlauber momentan nicht zu sehen. test.de erklärt, welche Rechte Pauschal­urlauber jetzt haben.

Einschränkungen für Touristen

Viele Museen und Theater sind geschlossen, ebenso beliebte Sehens­würdig­keiten wie die Frei­heits­statue und National­parks. Wer jetzt in die USA reist, muss mit Einschränkungen rechnen. Alles müssen Pauschal-reisende allerdings nicht klaglos hinnehmen. Sie haben mehrere Möglich­keiten:

Variante 1: Reise stornieren

Buchen Urlauber einen USA-Städtetrip und stellen bereits vor der Abreise fest, dass viele Reise­schwer­punkte wegfallen, können sie kostenlos stornieren. Das gilt aber nur, wenn eine erhebliche Beein­trächtigung der Reise zu erwarten ist. „Derzeit kann man bei den meisten Reisen in die USA von erheblichen Beein­trächtigungen ausgehen“ erklärt Bettina Dittrich von der Verbraucherzentrale Sachsen. „Das ist zum Beispiel bei einer Rund­reise mit kulturellen Höhe­punkten und Besuchen in National­parks klar der Fall. Aber es gibt auch Misch­reisen, wo Urlauber zum Beispiel drei Tage New York und dann einen Bade­auf­enthalt in Florida gebucht haben. Hier wird es eher keine erhebliche Beein­trächtigung der Reise geben, weil der Schwer­punkt ein anderer ist“.

Variante 2: Urlaub umbuchen

Andere Möglich­keit: Reisende können beim Veranstalter um eine kostenlose Umbuchung bitten. Mitunter bieten Veranstalter schon von sich aus ein alternatives Programm an. Das müssen Urlauber aber nicht annehmen, erklärt Reise­rechts-Expertin Dittrich. Am wichtigsten ist es in jedem Fall, sich bei Unklarheiten bereits vor der Reise mit dem Reise­ver­anstalter in Verbindung zu setzen.

Variante 3: Reise­preis mindern

Ist die Reise schon im Gange und bietet sie nicht die gebuchten Leistungen und Sehens­würdig­keiten, können Urlauber reklamieren. Ganz wichtig: Damit die Reklamation am Ende zum Erfolg führt und Reisende Geld zurück verlangen können, müssen sie bereits vor Ort die Defizite und Mängel dokumentieren und auch schon vor Ort eine Mängel­anzeige beim Veranstalter erstatten. Spätesten einen Monat nach ihrer Reise müssen sie dann eine Mängel­beschwerde beim Veranstalter einreichen Die Regeln für die Reklamation. Zeigt sich schon während der Reise, dass das Reise­erlebnis mehr oder weniger wert­los ist, gehen die die Rechte sogar noch weiter. „Es gibt auch in diesem Fall die Möglich­keit, die Reise kostenfrei zu stornieren – aber eben nur, wenn diese erheblich beein­trächtigt ist“, sagt Reise­rechts-Expertin Dittrich.

Verluste für Indivi­dual­touristen

Reisende, die auf eigene Faust die Flüge gebucht und sich ihre Reise selbst zusammen­gestellt haben, müssen angesichts der Situation in den USA flexibel bleiben. Als Indivi­dual­touristen können sie bestenfalls versuchen, ihren Flug umzu­buchen. Das kann mit Kosten verbunden sein. „Die Bedingungen unterscheiden sich von Fluggesell­schaft zu Fluggesell­schaft. Außerdem kommt es darauf an, ob man ein Sparti­cket gebucht hat. Hier ist das Umbuchen meist gar nicht möglich“, erklärt Dittrich.

Versicherer zahlen nicht

Urlauber, die eine Reiserücktrittskosten-Versicherung abge­schlossen haben, können sich in diesem Fall leider nicht auf sie berufen. Der Verwaltungs­still­stand in einem Land ist kein versicherter Rück­tritts­grund. Versichert sind nur persönliche Ereig­nisse wie unerwartete schwere Erkrankung, Arbeits­platz­verlust, Schwangerschaft oder Impf-Unver­träglich­keit.

Tipp: Mehr Informationen finden Sie auf der Themenseite Reiserecht auf test.de und unter www.verbraucherzentrale-sachsen.de.

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