Reiserecht Meldung

Für Fähr­passagen gelten andere juristische Regeln als für Pauschal­urlaube.

Eine Fähr­verbindung ist keine Pauschalreise – auch nicht, wenn auf dem Schiff eine Kabine gebucht wurde. Der Vermittler der Fähr­passage muss deshalb keinen Schaden­ersatz zahlen, wenn es zu Problemen kommt. Das hat das Amts­gericht München entschieden (Az. 213 C 3921/16).

Der Fall

In dem Fall hatte ein Bayer bei einem Münchner Auto­mobilclub Fähr­passagen zwischen Genua und Tunis gebucht. Die Reise inklusive Über­nachtung in der Kabine kostete 626,40 Euro. Doch das Fähr­unternehmen verlegte die Abfahrt vor und informierte weder den Reisenden noch den Auto­mobilclub. Als der Mann den Hafen erreichte, war das Schiff schon weg. Die nächste Fähre sollte erst vier Tage später ablegen. Deshalb fuhr der Mann zurück und buchte einen Flug nach Tunis.

Erstattung ja, Entschädigung nein

Der Auto­mobilclub erstattete dem Bayern die Fähr­kosten. Doch dieser verlangte zusätzlichen Schaden­ersatz – und zwar die Erstattung von Fahrt­kosten und Auto­bahnvignetten sowie eine Entschädigung für drei verschwendete Urlaubs­tage. Der Kunde argumentierte, der Auto­mobilclub sei als Veranstalter der Schiffs­passage aufgetreten. Hintergrund: Veranstalter von Pauschalr­eisen müssen oft Schaden­ersatz zahlen, wenn bei gebuchten Reisen etwas schief läuft. Das gilt für Fähr­reisen nicht.

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