Reisen nach London Meldung

Wer gestern nach London fliegen wollte, stand fast überall vor verschlossenen Schaltern. Viele Flüge in die britische Metropole waren wegen der vereitelten Terroranschläge auf Flugzeuge gestrichen. Zahlreiche dienstliche und private Reisende blieben am Boden. Inzwischen fliegen die Maschinen wieder. Nun zögern viele, ihren Flug anzutreten: aus Angst vor tatsächlichen Terroranschlägen oder weil sie die massiven Sicherheitskontrollen und eventuelle Flugverspätungen vermeiden wollen. test.de gibt Rat, wie Sie London-Reisen stornieren oder umbuchen.

Gestrichene Flüge

Alle Passagiere, deren Flüge von oder nach London am Donnerstag gestrichen wurden, können kostenlos bei den Fluggesellschaften umbuchen oder stornieren. Die meisten Tickets wurden schon am Flughafen umgebucht. Es geht aber auch über die Kundenhotlines der Fluggesellschaften oder im Reisebüro, das den Flug gebucht hat. Wichtig ist nur, dass Sie Kontakt mit der Fluggesellschaft oder dem Reiseveranstalter aufnehmen.

Keine Entschädigung

Ein Anspruch auf Entschädigung wegen verpasster Geschäftstermine oder ins Wasser gefallener Urlaubsreisen gibt es nicht. Zwar garantiert die EU-Verordnung EG-VO 261/2004 am Boden gebliebenen Fluggästen eine Ausgleichszahlung von bis zu 600 Euro. Das gilt aber nur, wenn die Airline für die gestrichenen oder verspäteten Flüge selbst verantwortlich ist. Laut der EU-Verordnung gibt es keine Leistungen, wenn die Verspätungen auf außergewöhnliche Umstände oder unvorhersehbare Ereignisse zurück zu führen sind. Daher gibt es bei angedrohten Terroranschlägen keine Entschädigung. Einen Anspruch auf einen Snack haben Reisende ab zwei Stunden Wartezeit aber trotzdem. Falls die Fluggesellschaft solche Unterstützungsleistungen verweigert, empfiehlt die Schlichtungsstelle Mobilität die Restaurantquittung aufzuheben und hinterher von der Airline erstatten zu lassen.

Angst vor Anschlägen

Wer aus Angst vor Terroranschlägen oder wegen der Flugverspätungen derzeit nicht nach London fliegen möchte, kann seine Tickets in einigen Fällen noch kostenlos umbuchen.

  • Bei Lufthansa und British Airways dürfen alle Passagieren ihre Tickets kostenlos umbuchen, die am 10. oder 11. August von oder nach London fliegen wollten.
  • Auch Air Berlin gestattet seinen für gestern und heute gebuchten Passagieren nach London, ihre Tickets kostenlos zurück zu geben oder zu ändern. Das gilt auch, wenn der Ausweichflug teurer als der ursprüngliche Flug ist.
  • Bei Ryanair dürfen Fluggäste ohne Gebühren umbuchen, die zwischen 10. und 12. August von oder nach London fliegen wollten. Die Umbuchung ist bis Dienstag, 14. August, im Internet möglich.

Für die Umbuchung von späteren Flügen berechnen die Fluggesellschaften jedoch die üblichen Gebühren.

Pauschalreisen

Anders sieht es bei Pauschalreisen aus. Wer diese stornieren möchte, ist auf die Kulanz des Reiseveranstalters angewiesen. Die meisten Veranstalter richten sich dabei nach den Empfehlungen des Auswärtigen Amtes. Eine Reisewarnung für London liegt derzeit nicht vor. Somit müssen Reisende in der Regel die üblichen Stornogebühren in Kauf nehmen. Das heißt: Wer in den nächsten Tagen nach London fliegen wollte, muss bis zu 80 Prozent des Reisepreises zahlen, wenn er die Reise wegen der aktuellen Ereignisse nicht antreten möchte. Da springt auch keine Reiserücktrittsversicherung ein. Diese zahlt nur, wenn der Reisende erkrankt, oder ein naher Angehöriger gestorben ist. Angst vor Anschlägen deckt die Versicherung jedoch nicht ab.

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