Reisen nach Ägypten Meldung

Die unsichere Lage in Ägypten beunruhigt auch viele Urlauber. Das Auswärtige Amt hat für bestimmte Gebiete eine konkrete Reisewarnung ausgesprochen. Mehrere Reise­ver­anstalter haben nun sämtliche Ägypten-Reisen bis einschließ­lich 29. September abge­sagt und damit die Unter­brechung des Reise­verkehrs um weitere zwei Wochen verlängert. test.de erklärt, wann Verbraucher kostenlos stornieren dürfen und wann nicht.

[Update 05.09.2013]

Auch der Anbieter DER Touristik hat sich inzwischen der Haltung der meisten anderen großen Reise-Unternehmen ange­schlossen. „Alle Reise­verträge mit Abflug bis zum 29. September werden gekündigt. Abreisen zwischen 30. September und 31. Oktober können kostenlos umge­bucht oder storniert werden“, kündigte der Reise­ver­anstalter an. [Ende Update]

[Update 04.09.2013]

Die Reise­konzerne alltours, Thomas Cook und TUI haben alle Ägypten-Reisen für weitere zwei Wochen bis einschließ­lich 29. September abge­sagt. Die Unternehmen begründeten dies damit, dass das Auswärtige Amt wegen der anhaltenden politischen Unruhen weiterhin von Reisen nach Ägypten abrät. [Ende Update]

Bei höherer Gewalt entfallen die Storno­gebühren

Das Auswärtige hat seine Reise- und Sicherheitshinweise für Ägypten aktualisiert. Eine konkrete Reisewarnung gibt es für den Nord-Sinai und das israe­lisch-ägyptische Grenz­gebiet. Hier liegt eine erhebliche Gefähr­dung für Reisende vor, weil durch die inneren Unruhen unzu­mutbare persönliche Sicher­heits­risiken bestehen. Juristen sprechen bei inneren Unruhen und Gefahr für Leib und Leben auch von „höherer Gewalt“. Für Reisende heißt das: Wer einen Reise­vertrag aufgrund „höherer Gewalt“ kündigt, muss keine Entschädigung in Form einer Storno­gebühr an den Veranstalter zahlen. Wurde der Reise­preis bereits im Vorfeld gezahlt, können Verbraucher das Geld zurück­fordern.

Auf die Einschät­zung des Auswärtigen Amtes kommt es an

Rät das Auswärtige Amt dringend von Reisen ab und spricht keine konkrete Reisewarnung aus, handelt es sich um einen Sicher­heits­hinweis. Das Amt rät aufgrund der aktuellen Lage in Ägypten dringend davon ab, beispiels­weise nach Kairo oder in die Touristikzentren wie Luxor, Assuan oder das Nildelta zu reisen. Das betrifft auch Nilkreuz­fahrten. Reiserecht­lich ist das ohne Belang und bedeutet: Reisende dürfen aus Sorge um ihr Wohl­ergehen gebuchte Reisen zwar stornieren, müssen im Zweifels­fall aber dem Veranstalter eine Entschädigung, also ein Storno­entgelt, zahlen. Allerdings haben angesichts der Lage in Ägypten viele Reise­ver­anstalter von sich aus gekündigt und bieten Kunden die kostenlose Stornierung oder Umbuchung auf ein alternatives Reiseziel an.

Veranstalter sagen alle aktuellen Reisen nach Ägypten ab

Reise­ver­anstalter TUI sagte Reisen nach Ägypten bis einschließ­lich 15. September ab. Die Absage gilt auch für die Marken TUI, 1–2-FLY, airtours und Discount Travel. TUI-Gäste, die für die nächsten Tage eine Reise geplant haben, werden vom Veranstalter kontaktiert und können auf andere Ziele umbuchen. Auch die deutschen Veranstalter von Thomas Cook (Neckermann Reisen, Thomas Cook, Bucher Last Minute und Öger Tours) bringen bis 15. September keine Gäste nach Ägypten. Der Veranstalter hat die Reisen storniert. Kunden erhalten ihr Geld zurück oder können auf alternative Reiseziele umbuchen. Veranstalter alltours hat ebenfalls alle Reisen bis 15. September gekündigt.

Innere Unruhen sind kein Fall für die Reiser­ücktritts­versicherung

Kommt es zum Streit mit dem Reise­ver­anstalter, hilft im Fall von höherer Gewalt eine Reiserücktrittsversicherung nicht weiter. Die Police schließt Ereig­nisse höherer Gewalt wie Kriege, Unruhen oder Terrorgefahr regel­mäßig aus. Sie deckt im wesentlichen persönliche Risiken wie eine schwere Erkrankung, einen Unfall oder den Tod eines nahen Angehörigen ab.

Badeurlauber müssen ihren Urlaub nicht abbrechen

Das Auswärtige Amt rät Urlaubern, die sich derzeit in den Bade­regionen am Roten Meer aufhalten, ihren Urlaub fortsetzen, da es in den Ferien­regionen unver­ändert ruhig ist. Reisende sollten jedoch Menschen­ansamm­lungen und Demons­trationen unbe­dingt weit­räumig meiden. Sie sollten auch die Medienbe­richt­erstattung aufmerk­sam und regel­mäßig verfolgen und den Anordnungen der Sicher­heits­kräfte Folge leisten. Die Reise- und Sicher­heits­hinweise des Auswärtigen Amtes werden ständig aktualisiert.

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