Die politischen Unruhen in der Türkei beunruhigen auch viele Urlauber. Sie haben einen Badeurlaub in die Türkei gebucht oder eine Städtereise nach Istanbul. Das Auswärtige Amt hat jetzt seine Sicher­heits­hinweise verschärft. Viele Urlauber fragen sich jetzt, ob sie die Reise antreten sollen. test.de hat Antworten.

Auswärtiges Amt verschärft Sicher­heits­hinweise

Seit dem 31. Mai kommt es in Istanbul und anderen Städten der Türkei zu Protesten. Auslöser war die Demons­trationen gegen den Umbau des Istanbuler Gezi-Park. Die Polizei geht mit Tränengas, Wasser­werfern und gepanzerten Geländewagen sehr brutal gegen die Demons­tranten vor. Inzwischen richten sich die Proteste auch gegen den türkischen Minister­präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Das Auswärtige hat heute seine Reise- und Sicherheitshinweise für die Türkei aktualisiert. Das Amt schließt „weitere Ausschreitungen sowie Tränengas­einsatz durch die Polizei“ nicht aus. Es empfiehlt, „sich von Demons­trationen und Menschen­ansamm­lungen fern­zuhalten und Vorsicht walten zu lassen“.

Auf die Einschät­zung des Auswärtigen Amtes kommt es an

Bei der Warnung handelt es sich um einen sogenannten Sicher­heits­hinweis. Reiserecht­lich ist das ohne Belang. Das ist nur der Fall bei einer Reisewarnung, die das Ministerium für die Türkei oder bestimmte Städte noch nicht ausgesprochen hat. Für Reisende bedeutet das: Sie dürfen aus Sorge um ihr Wohl­ergehen in der Türkei gebuchte Reisen zumindest nicht kostenlos stornieren. Das gilt erst, wenn das Auswärtige Amt eine Reisewarnung ausspricht. Die meisten Türkei-Urlauber dürften von den Protesten aber ohnehin nicht betroffen sein. Sie reisen vor allem in die All-inclusive-Anlagen an die Süd- und West­küste der Türkei. Für diesen Teil der Türkei nennt das Auswärtige Amt keine neuen Vorsichts­maßnahmen. Außer­halb der türkischen Groß­städte gilt die Lage als stabil und ruhig. Auch Urlauber, die Umstei­geflüge über den Istanbuler Atatürk-Flughafen gebucht haben, müssen wegen der Unruhen nicht mit Einschränkungen rechnen.

Bestimmt Stadt­teile in Istanbul meiden

Das gilt auch große Teile von Istanbul. Die meisten Touristen­attraktionen der Stadt, wie die Hagia Sophia, die blaue Moschee oder der Topkapi-Palast befinden sich im Stadt­teil Sulta­nahmet, der bislang von den Protesten kaum betroffen war. Das Deutsche Generalkonsulat in Istanbul empfiehlt Touristen allerdings, die Stadt­teile Besiktas und Beyoglu zu meiden.

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