Reisen

Mietwagen im Ausland: Bei Schäden ist der Ärger groß

02.06.2010
Reisen - Die schönste Zeit des Jahres
108,90 Euro kostete dieser Kratzer. M-Broker zahlte nichts zurück, obwohl in den AGBs steht: „Wir über­nehmen Ihre Selbst­beteiligung“.

Wer sein Urlaubs­land auch außer­halb der Hotel­anlage kennen­lernen möchte, kommt vieler­orts am besten mit einem Miet­auto voran. Leihwagen gibt es so ziemlich über­all. Doch: andere Länder, andere Sitten – und andere Vertrags­bedingungen. Die wichtigen Details verbergen sich oft in Abkür­zungen oder komplizierten Klauseln im Klein­gedruckten. Wer dann einen Schaden verursacht, muss oft sogar bei kleinen Kratzern zahlen.

Inhalt

Im Internet buchen

Vor dem Fahren kommt das Buchen. Am einfachsten ist es, den Mietwagen von Deutsch­land aus zu reser­vieren. Das hat zwei Vorteile: Zum einen garan­tiert das, am Urlaubs­ort das Wunsch­auto zu bekommen. Zum anderen ist es in recht­lichen Streitfällen besser, einen deutschen Ansprech­partner zu haben. Die güns­tigsten Mietwagen gibt es oft bei Such­maschinen im Internet. Anbieter wie www.billiger-mietwagen.de oder www.mietwagenmarkt.de vergleichen die Preise mehrerer Auto­vermieter und Broker.
Tipp: Über­legen Sie sich vorher genau, welchen Mietwagen­typ Sie online buchen. Wer vor Ort noch einmal wechseln möchte, zahlt oft happige Aufschläge.

Knapper Versicherungs­schutz

Wer sich erst vor Ort für einen Mietwagen entscheidet, muss in der Regel deutlich tiefer in die Tasche greifen. Kleine lokale Anbieter locken zwar manchmal mit güns­tigen Miet­preisen. Doch der enthaltene Versicherungs­schutz entspricht häufig nur den gesetzlichen Mindest­vorschriften des Landes. In der Türkei gilt für die Haft­pflicht­versicherung nur eine minimale Deckungs­summe von 14 000 Euro für Sach­schäden. Alle höheren Schäden zahlt der Fahrer. In Italien sind Sach­schäden bis 775 000 Euro versichert. Zum Vergleich: In Deutsch­land sind 1 Million Euro üblich.

Auf Nummer Sicher: Mallorca-Police

Wer sicher gehen will, bringt eine Versicherungs­police aus Deutsch­land mit. Die so genannte Mallorca-Police gilt in ganz Europa. Sie deckt Sach- und Personenschäden bis zu 10 Millionen Euro. Preis für einen Monat beim ADAC: 18,50 Euro. Für Fernreisen gibt es eine Traveller-Police. Preis: 43,50 Euro für einen Monat. Deckungs­summe: 500 000 Euro.
Tipp: Prüfen Sie, ob Ihre Auto­versicherung in Deutsch­land auch Schäden am Mietwagen deckt. Einige Haft­pflicht­versicherungen enthalten bereits eine Mallorca-Police. Auch manche Kreditkarten enthalten Versicherungen, wenn Sie den Wagen mit der Karte bezahlen.

Achtung Klein­gedrucktes

Ärger und Enttäuschung können Urlauber vermeiden, indem sie vor der Unter­schrift zumindest kurz in den Vertrag schauen. Achten Sie auf Voll­kasko, Deckungs­summe, Selbst­beteiligung, Fahr­zeug­beschreibung, Freikilo­meter und die Anzahl der Fahrer. Manche Vermittler wie M-Broker oder Car del Mar geben nur eine Voll­kasko­versicherung mit Selbst­beteiligung, versprechen aber im Schadens­fall, den Eigen­anteil zu erstatten. Nachteil: Gibt es tatsäch­lich einen Schaden, muss der Fahrer das Geld vor Ort erst einmal vorstre­cken und sich hinterher mühsam vom Vermittler zurück­holen. Zumindest M-Broker stellt sich dabei manchmal stur.
Tipp: Buchen Sie Ihren Mietwagen bei einem Anbieter mit Voll­kasko ohne Selbst­beteiligung, wenn Sie jeglichem Ärger aus dem Weg gehen wollen.

Sofort zur Polizei

Wer ein Auto mietet, sollte den Wagen bei Vertrags­abschluss gründlich prüfen. Lassen Sie bei der Über­nahme alle Kratzer und Dellen im Miet­vertrag notieren. Bei einem Unfall die Polizei rufen. Auch bei Bagatell­schäden. Notieren Sie Namen und Anschrift der Beteiligten sowie der Zeugen. Auch die Namen der Polizei­beamten. Machen Sie Fotos. Informieren Sie die Auto­vermietung, so schnell wie möglich. Auch bei einem Diebstahl gilt: sofort zur Polizei. Lassen Sie sich eine Kopie des Polizei­berichts geben. Nur so können Sie später Ansprüche gegen­über der Versicherung oder dem Vermittler durch­setzen.

Kaution per Karte

Die meisten Auto­vermieter verlangen eine Kreditkarte zur Sicherheit. Achtung: Unterzeichnen Sie den Kreditkartenbeleg nicht blanko. Tragen Sie die geforderte Summe ein. So kann der Vermieter im Schadens­fall nicht einen beliebig hohen Betrag abbuchen. Lassen Sie sich bei Rück­gabe des Autos den Beleg aushändigen. Wer keine Kreditkarte besitzt, muss in der Regel eine hohe Kaution in bar hinterlegen.

Zurück zur Einleitung

  • Mehr zum Thema

    Mietwagen im Urlaub Mietwagen zu teuer? Das können Sie tun

    - Firmen wie Europcar und Sixt haben ihre Flotten verkleinert. Nun steigen an Urlaubs­orten die Preise. Die Stiftung Warentest gibt Tipps, wie sie Mobilitäts­kosten...