Billige Flüge: Billige Tickets, teurer Service

Mit dem Flieger nach London für nur 20 Euro - das geht. Steuern und Gebühren inklusive. Damit können weder Bus noch Bahn mithalten. Wer solch ein Billigti­cket haben will, muss schon sehr zeitig buchen - möglichst gleich nachdem die Flüge im Internet zur Buchung freigegeben wurden.

Billig, aber unbe­quem

Das nied­rigste Preis­niveau bieten Ryanair, Easyjet und Germanwings (Test Billigflieger 02/2009). Selbst zehn Tage vor Abflug gibt es hier oft noch Tickets für weniger als 200 Euro. Doch viel mehr als einen etwas unbe­quemen Trans­port von A nach B darf bei diesen Fliegern niemand erwarten. In der Regel müssen Flug­gäste übers Roll­feld zum Flugzeug laufen. Im Flieger darf jeder selbst seinen Sitz­platz auswählen. Beim Einsteigen ist daher häufig Drängeln und Schubsen angesagt. Getränke und Snacks gibt es nur gegen Bares. Weitere Besonderheit von Ryanair: Der irische Billi­flieger steuert bevor­zugt abge­legene Flughäfen wie Beauvais bei Paris oder Weeze bei Düssel­dorf an. Um von dort in die Innen­städte zu gelangen, müssen Passagiere Zeit und Geld investieren. Kurzum: Die billigsten Air­lines haben alles gestrichen, was Geld kostet.

Intrans­parente Preise

Nied­rige Ticket­preise entpuppen sich bei einigen Air­lines als Lock­vogel: Denn Aufschläge für Abfertigung, Online-Check-In, Versicherung, Gepäck, Sitz­plätze und die Zahlung per Last­schrift treiben die Flugpreise schnell in die Höhe. Ryanair und Easyjet hantieren mit vielen dieser Zuschläge, die Kunden aber erst bei der Buchung sehen können. Das hat die Europäische Union inzwischen verboten. Seit 2008 dürfen die Air­lines nur noch mit Endpreisen werben - inklusive aller Steuern und Gebühren. Doch nicht alle Air­lines halten sich daran.
Tipp: Lassen Sie sich nicht von billigen Ticket­preisen blenden. Rechnen Sie alle Service­gebühren hinzu: für Gepäck, Zahlung und Check-In. Vergleichen Sie dann mit anderen Air­lines.

Beispiel: Gepäck

Am Ryanair-Schalter kostet schon das erste aufgegebene Gepäck­stück bis 15 Kilogramm 20 Euro. Für jedes weitere Kilogramm kommen 15 Euro hinzu. Für einen Koffer mit 20 Kilogramm werden also 95 Euro fällig. Easyjet kassiert pro aufgegebenem Gepäck­stück bis 20 Kilogramm 11 Euro. Schon bei drei Kilogramm Überge­wicht kommen weitere 27 Euro hinzu. Wer bei British Airways mit mehr als einem Koffer zum Abflug kommt, zahlt inner­halb Europas 38 Euro pro zusätzlichem Gepäck­stück. Auf Lang­stre­ckenflügen sogar 98 Euro. Immerhin: Bei Online-Bezahlung vor dem Abflug gewährt British Airways 20 Prozent Rabatt.
Tipp: Lesen Sie vor der Fahrt zum Flughafen die Gepäck­bestimmungen Ihrer Fluggesell­schaft. Nehmen Sie nur das mit, was Sie auf der Reise brauchen. Das spart Geld und schont die Umwelt.

Teure Linienflieger

Die Flieger von Air Berlin, British Airways und Luft­hansa sind zwar etwas teurer. Information und Buchung sind hier jedoch klar und über­sicht­lich. Sie bieten feste Sitz­plätze und auf manchen Stre­cken sogar Unterhaltungs­programme. Air Berlin und British Airways servieren zudem kostenlose Snacks und Getränke. Das ist nicht einmal bei allen Linienfluggesell­schaften der Fall: Bei Iberia gibt es nichts kostenlos. Und Luft­hansa verteilt inner­deutsch nur in der Business­class Snacks. Trotzdem sind die ehemals staatlichen Flug­linien in der Regel immer noch teurer als Billigflieger.

Tipp: Billigflüge buchen Sie am besten online. Das ist billiger als im Reisebüro oder an der Hotline. Beispiel Air Berlin: Für die Telefon­buchung zahlen Sie hier pro Person 20 bis 25 Euro extra.

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