Hotelbe­wertungen im Internet: Nicht alles Gold, was glänzt

Reisen Special

Einige Reise­ver­anstalter sind Meister im netten Verpacken schlechter Hotels: Das Hotel „für Unternehmungs­lustige“ entpuppt sich als laute Disco mit grölendem Publikum. Eine Ufer­prome­na­de kann auch eine vierspurige Straße zwischen Hotel und Strand beschönigen. Und das kontinen­tale Frühstück besteht manchmal nur aus Weiß­brot, Butter sowie einem Klecks Marmelade. Wer sein Urlaubs­hotel nicht selbst kennt, ist im Dschungel der Floskeln hoff­nungs­los verloren. Daher können Be­ur­tei­lun­gen anderer Urlauber oft einen rea­lis­ti­sche­ren Eindruck vermitteln als der Reise­katalog.

Realistische Orientierungs­hilfe

Grund­sätzlich gilt bei Hotelbe­wertungen: Alle Urteile beruhen auf subjektiven Eindrücken. Die Geschmä­cker sind verschieden. Was dem Einen gefällt, ist dem Anderen ein Graus. Trotzdem vermitteln die Kommentare zu Lage, Service und Ausstattung der Zimmer sowie die selbst­geschossenen Bilder häufig einen realistischeren Eindruck von dem Hotel als nur die Katalog­beschreibungen allein. Auch Tipps zu Restaurants, Sehens­würdig­keiten und Nacht­clubs helfen in einigen Portalen bei der Orientierung (Test Hotelbewertung im Internet).

Große Auswahl bei Holidaycheck

Den vermutlich umfassendsten Über­blick bietet Holidaycheck mit über 483 000 Bewertungen zu rund 74 000 Hotels. Bei der Suche nach zehn beliebten Hotels in Deutsch­land, Spanien, der Türkei und der Dominika­nischen Republik waren alle zehn Hotels verzeichnet und mit insgesamt 976 Kommentaren bewertet. Zum Vergleich: Traveluation fand nur zwei der zehn Hotels mit mageren drei dazu­gehörigen Bewertungen. Internetportale mit wenigen oder veralteten Einträgen sowie falsch zuge­ordneten Hotels erwecken keinen guten Eindruck. Beispiel Trivago: Im Durch­schnitt gibt es drei Bewertungen je gesuchtem Hotel. Diese sind aber oft älter als drei Jahre und bestehen zum Teil aus Testbe­richten der Stiftung Warentest. Die Seiten leben also haupt­sächlich von ihrem Bekannt­heits­grad und dem Fleiß ihrer Leser.

Leicht zu manipulieren

Einziger Haken: Einige Meinungs­portale lassen sich leicht manipulieren. Was aus der Feder der Hotels selbst und was von Urlaubern stammt, lässt sich meist nicht unterscheiden. Daher im Test: Wie reagieren die Portale auf völlig über­zogene Höchst­bewertungen für ein mittel­mäßiges Hotel? Von den neun Bewertungs­seiten bemerkten nur zwei den Schwindel und löschten die Lobhudelei der Tester: Holidaycheck und Hotelkritiken – letztere eine privat geführte Seite ohne kommerzielle Interessen, die jeden Eintrag vor Veröffent­lichung prüft. Alle anderen Seiten über­nahmen die manipulierten Einträge. Von Votello gabs als Dankeschön sogar einen Reise­gutschein über 25 Euro.

Neue Metasuch­maschine

Da die Onlinebe­wertungen oft ganz unterschiedlich und manchmal vielleicht auch manipuliert sind, sollten sich Nutzer immer bei mehreren Meinungs­seiten informieren. Die neue Metasuch­maschine www.trustyou.com verspricht, Millionen von Meinungen und Onlinebe­wertungen zu analysieren und auf einer Seite gebündelt zu zeigen. Alle Aussagen zu einem Hotel werden in der „Qualitäts­essenz“ zusammengefasst. Die Quellen für die Aussagen sind als Link angegeben, so dass sich der Nutzer dort umfassend informieren kann. Alle Platt­formen stehen dabei gleichberechtigt neben­einander.

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