Massenunterkunft statt Einzelzimmer, schlechtes Essen, Baulärm und schließlich der total verdreckte Strand. Wem solche Mängel den Urlaub vermiesen, der kann Geld zurückfordern. Verärgerte Reisende müssen ihre Beschwerde aber schon am Urlaubsort beim Veranstalter loswerden und Abhilfe fordern.

Wer erst später meckert oder sich nur beim Hotelchef beschwert, hat kaum Chancen auf Erstattung. Im Zweifel muss der Veranstalter angerufen und eine Beschwerdebestätigung gefordert werden, wobei ein neutraler Zeuge mithören sollte. Die Beschwerde ist übrigens auch dann notwendig, wenn feststeht, dass der Veranstalter den Mangel nicht beheben kann, etwa wenn das Meer nicht die versprochenen Korallenbänke bietet (Landgericht Düsseldorf, Az. 22 S 476/99).

Wer alles richtig gemacht und auch Beweise gesichert hat, kann im Einzelfall mit einer Erstattung rechnen: So gewährte das Oberlandesgericht Frankfurt am Main eine 60-Prozent-Minderung des Reisepreises, weil sich ein "First-Class-Hotel" als verdreckte Bruchbude herausstellte (Az. 16 U 60/00). Die Unterbringung in einem 30 Kilometer vom Ferienort entfernten und schlechteren Ersatzhotel schlug mit 45 Prozent Minderung zu Buche (Landgericht Düsseldorf, Az. 22 S 311/99). Leer gingen hingegen Urlauber aus, die sich durch betrunkene Hotelgäste belästigt fühlten. Sie hatten den Aufenthalt in einer All-inclusive-Anlage gebucht und hätten mit Partystimmung rechnen müssen (Landgericht Kleve, Az. 6 S 369/00).

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