Geld zurück bei Mängeln

Finanztest hat aktuelle Gerichtsentscheidungen zu den ­häufigsten Beschwerden zusammengefasst. Neben Überbuchungen ärgern Mängel bei der Unterkunft und Lärm am häufigsten. Die Urteile zeigen, wie viel Geld Reisende in Einzelfällen zurückverlangen konnten, aber auch wie ­widersprüchlich die Rechtsprechung beim Reiseärger mitunter ist. Die Urteile sind ein Anhaltspunkt. Andere Gerichte können ähnliche Sachverhalte ganz anders beurteilen.

Finanztest hat aktuelle Gerichtsentscheidungen zu den ­häufigsten Beschwerden zusammengefasst. Neben Überbuchungen ärgern Mängel bei der Unterkunft und Lärm am häufigsten. Die Urteile zeigen, wie viel Geld Reisende in Einzelfällen zurückverlangen konnten, aber auch wie ­widersprüchlich die Rechtsprechung beim Reiseärger mitunter ist. Die Urteile sind ein Anhaltspunkt. Andere Gerichte können ähnliche Sachverhalte ganz anders beurteilen.

Mängel an der Unterkunft

Tummeln sich täglich mindestens zehn Kakerlaken im Apartment, berechtigt das zur Preisminderung in Höhe von 10 Prozent (Amtsgericht Kleve, Az. 36 C 65/01).

Hat das Hotel nur drei statt zugesagter vier Sterne, ist eine Minderung von 10 Prozent gerechtfertigt (Amtsgericht Frankfurt am Main, Az. 31 C 2352/03-83, nicht rechtskräftig).

Eine kaputte Klimaanlage rechtfertigt die Minderung um 15 Prozent, wenn die Zimmertemperatur „weit überwiegend“ über 30 Grad liegt (Landgericht Düsseldorf, Az. 22 S 257/02).

Wird der Reisende statt im Viersternehotel in einer angrenzenden schlichten Pension untergebracht, rechtfertigt das eine Minderung um 30 Prozent (Amtsgericht Braunschweig, Az. 119 C 5247/02).

Ist ein Safe im Zimmer versprochen, kann der Reisende aber nur einen Hotelsafe mieten, kann er um 3 Prozent mindern (Amtsgericht Hamburg, Az. 10 C 514/03).

Wird das zugesagte Animationsprogramm wegen Gästemangels eingestellt und die Strandbar geschlossen, kann der Reisepreis um 5 Prozent gemindert werden (Amtsgericht Bad Homburg, Az. 2 C 2154/03 [1]).

Lärm am Urlaubsort

Bei ständigem Baulärm in 20 Meter Entfernung ist eine Minderung von 10 Prozent gerechtfertigt – gerade wenn Reisende wegen der Kinder häufiger im Hotelgebäude sind (Amtsgericht Bad Homburg, Az. 2 C 150/04).

Eine Minderung von 20 Prozent gibt es, wenn der Reisende nicht sagen kann, ob Baulärm in der gesamten Hotelanlage zu hören war, eine Lärmbelästigung ansonsten aber unbestritten vorlag (Amtsgericht Düsseldorf, Az. 28 C 8239/01).

Lärm durch einen nahen Flughafen und zusätzlich schlechte Strandverhältnisse rechtfertigen eine Minderung von 20 Prozent (Landgericht Köln, Az. 10 S 85/01).

Diskolärm in der Nähe der Ferienanlage ist zumindest in der Zeit von 23 Uhr bis 4 Uhr eine Belästigung, wenn der Katalog eine „ruhige Lage“ zusicherte. Eine Minderung von 20 Prozent ist angemessen, in südlichen Ländern ist ein gewisses Maß an Lärmbelästigung ortsüblich (Oberlandesgericht Köln, Az. 16 U 42/99).

Nächtlicher Animationslärm im Nachbarhotel stellt keinen Mangel dar, wenn Shows und Folklore angekündigt waren (Amtsgericht Duisburg, Az. 74 C 1819/04).