Das Reiseunternehmen Tui durfte nach der verbindlichen Buchung einer Flugreise keinen zusätzlichen Zuschlag wegen gestiegener Treibstoffkosten verlangen. Die Klauseln in den Tui-Verträgen sind zu nebulös. Das Landgericht Hannover gab dem Verbraucherzentrale Bundesverband Recht, der das Kleingedruckte der Tui kritisiert hatte (Az. 14 O 2251/00).

Bereits zweimal hatte das Amtsgericht Kleve in ähnlichen Fällen ebenso verbraucherfreundlich geurteilt. Anderer Ansicht war hingegen das Landgericht Düsseldorf. Die Entscheidung eines Oberlandesgerichts in der Frage der Kerosinklauseln steht noch aus.

Reisende müssen in Zukunft wohl öfter mit der Forderung eines "Nachschlags" rechnen. Denn die Fluggesellschaften stehen seit den Terroranschlägen unter finanziellem Druck. Nachforderungen zum Reisepreis sind auch nicht grundsätzlich verboten. Die Voraussetzungen solch einer nachträglichen Preiserhöhung müssen aber im Reisevertrag klar geregelt sein und dem AGB-Gesetz und der geltenden Rechtsprechung entsprechen.

So sind Preisänderungen nur erlaubt, wenn sich Beförderungskosten, Gebühren oder Wechselkurse verändern. Betroffen sind dann auch nur Frühbucher, die ihre Reisebestätigung mindestens vier Monate vor Reiseantritt erhalten haben.

Tipp: Rechtswidrig sind Forderungen, die nicht spätestens drei Wochen vor Reisebeginn geltend gemacht werden. In so einem Fall sollte der Nachschlag mit dem Vermerk "Unter Vorbehalt" (auf dem Überweisungsformular) überwiesen werden, wenn man zunächst reisen und den Betrag erst anschließend zurückfordern möchte.

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