Im Ausland Geld abheben kann weh tun. Rein finanziell. Denn viele Banken berechnen satte Gebühren. Dabei geht es auch ohne Kosten. test.de stellt die wichtigsten Zahlungsmittel für die Reise vor und sagt, was sie kosten.

Für 100 Euro 8,50 Euro Gebühren

Hundert Euro abheben und dafür 8,50 Euro zahlen? Das kann im Urlaub ganz schön weh tun. Wer zum Beispiel mit der Visakarte der Koblenzer Sparkasse in Antal­ya oder Marrakesch Geld zieht, ist 7,50 Euro los. Hinzu kommt noch ein „Auslandseinsatzentgelt“: 1 Prozent, weil die Karte außerhalb der Eurozone genutzt wurde. Der Kunde zahlt also zweimal: die Abhebungs­ge­bühr und das Auslandseinsatzentgelt – das aber nur außerhalb der Eurozone, weil da von einer Fremdwährung umgerechnet wird. Bleibt er in Euroland, entfällt es. Ähnlich teuer sind auch andere Banken.

Es geht auch kostenlos

Dabei ginge es ganz ohne Kosten: Wer die Postbank Sparcard im Gepäck hat, kann zehnmal im Jahr kostenlos Bares ziehen, auch außerhalb der Eurozone an allen Automaten mit Visa- und Plus-Zeichen. Auch die DKB-Bank bietet Bargeld weltweit schon seit längerem gratis (siehe auch www.weltweit-kostenlos-geld-abheben.de).

Auch ohne Bankwechsel sparen

Wer deshalb aber nicht gleich die Bank wechseln will, sollte am Geldautomaten lieber die ec-Karte nehmen. Da sind die Kosten meist niedriger als mit Kreditkarte, allerdings immer noch hoch genug: meist 1  Prozent vom Betrag, aber pro Abhebung mindestens 3,50 bis 6,00 Euro.

Tipps

  • Fragen. Wie hoch die Fremdgebühr ist, bestimmt nicht die ausländische Bank, sondern Ihre eigene Hausbank. Fragen Sie dort, wie viel das Bargeldziehen kostet.
  • Grenze. Die Bank darf fürs Abheben in Ländern der Eurozone nicht mehr nehmen als an Fremdautomaten in Deutschland. Beispiel: Wer als Kunde der Dresdner Bank am Automaten der Volksbank Osnabrück 4,99 Euro zahlt, für den kostet es auch bei der Bizcaia Kutxa in Bilbao 4,99 Euro.
  • Unbar. Noch günstiger ist es, Rechnungen nicht bar zu begleichen, sondern mit ec-Karte oder Kreditkarte. In der Eurozone kostet das nichts. Doch außerhalb der Eurozone wird ein Auslandseinsatzentgelt fällig: Bei Kreditkarten sind das meist 1 bis 2 Prozent vom Umsatz, bei ec-Karten zwar häufig nur 1 Prozent, aber im Regelfall mindestens 75 Cent oder 1 Euro pro Vorgang. Kleinere Be­träge zahlt man also besser mit Kreditkarte.
  • Verlust. Kartenverluste melden Sie der Sperr-Rufnummer 116 116. Aus dem Ausland müssen Sie meist 00 49 vorwählen.
  • Bargeld. Ist wegen des Diebstahlrisikos keine echte Alternative. Sicherer ist es, wenn Sie nur eine kleine Menge dabeihaben, um am Ankunftstag flüssig zu sein. In Ländern mit harter Währung lohnt sich meist der Umtausch schon in Deutschland, in Weichwährungsländern besser vor Ort. Die Provision kann aber im Ausland sehr hoch sein.
  • Reiseschecks. Werden weltweit akzeptiert. Auf Landeswährung ausge­stellt, können Sie damit in Restaurants, Hotels und Geschäften bezahlen. Beim Kauf kosten sie 1 Prozent Gebühr, zusätzlich verlangen viele Wechselstuben bei Einlösung Geld. Vorteil: Bei Verlust gibt es Ersatz.
  • Prepaid-Kreditkarten. Werden vorab mit Euro geladen. Sie sind richtig für Jugendliche, die keine echte Kreditkarte bekommen. Allerdings ist das Bargeldziehen sehr teuer.
  • Mix. Vor allem bei exotischen Zielen gehört ein Mix mehrerer Zahlungsmittel ins Gepäck: ec-Karte, Bargeld, Kreditkarte.

Tabelle: Wichtige Zahlungsmittel und ihre Kosten

Dieser Artikel ist hilfreich. 452 Nutzer finden das hilfreich.