Reisekasse Special

Mit Girocard und Kreditkarte ist die Reisekasse gut bestückt. Doch nicht immer läuft alles glatt. Wir beant­worten kniff­lige Leserfragen.

Ich habe bei zwei Schweizer Banken mit der Post­bank Sparcard jeweils 500 Schweizer Franken abge­hoben. Auf der Abrechnung sah ich einen Unterschied von fast 18 Euro. Wie geht das?

Die einfachste Erklärung wäre, dass sich der Kurs geändert hat. Das ist in dieser Höhe kaum wahr­scheinlich. Eher sind Sie beim Abheben am Geld­automaten in eine Falle getappt: Die Umrechnung in Euro über­nimmt üblicher­weise der Karten­heraus­geber. Gelegentlich erledigt das aber der Auto­maten­betreiber. Das kann teuer werden.

Die Betreiber der ausländischen Auto­maten lassen die Kunden immer öfter zwischen der Abrechnung in Landes­währung und in Euro wählen. Entscheiden sich die Kunden für „Euro“, wird häufig ein Umrechnungs­zuschlag fällig. Der Hinweis auf den Zuschlag ist nicht immer leicht zu erkennen oder fehlt ganz. Außerdem legen die Betreiber dann den Umrechnungs­kurs fest. Der ist oft schlechter als der Kurs des Karten­heraus­gebers.

Tipp: Wählen Sie möglichst die Abrechnung in Landes­währung. Wenn Sie sich kurz vor dem Abheben über den aktuellen Kurs informieren, erkennen Sie außerdem, ob auf dem Bild­schirm ein fairer Kurs steht.

Sie raten dazu, die kostenlose Sperr-Notruf-Nummer 116 116 anzu­rufen, wenn eine Karte verloren­geht oder gestohlen wird. Die Nummer wird aber gar nicht von allen Banken akzeptiert!

Das stimmt, so fehlen die großen Privatkunden­banken Post­bank und Valovis Bank.

Aber Kunden können unter dieser Nummer die Girocards (ehemalige ec-Karten) aller Sparkassen, Volks- und Raiff­eisen­banken sowie der PSD- und Sparda-Banken sperren, außerdem Kreditkarten von Mastercard, Visa, American Express oder Diners­club.

Für alle Fälle ist es aber gut, wenn Sie auch die separaten Sperr­nummern Ihrer Bank oder des Kreditkarten­anbieters dabeihaben. Notieren Sie die Daten vor der Reise auf einem separaten Zettel. Hilf­reich kann auch eine Papierkopie Ihrer Karten sein.

Sie brauchen für eine Sperre die Bank- und Karten­daten. Geben Sie aber niemals die Geheimzahl (Pin) zur Karte weiter.

Tipp: Die Notfall­nummer 116 116 (www.sperr-notruf.de) ist mit der Vorwahl für Deutsch­land (+49) auch aus dem Ausland jeder­zeit erreich­bar. Sie ist dann aber nicht kostenlos.

Meine Frau und ich haben jeweils die kostenlose Mastercard Gold der Advanzia Bank. Meine Karte war während des Urlaubs gesperrt, obwohl ich vorher den Konto­stand für beide Karten ausgeglichen hatte – per Über­weisung, so wie es bei dieser Karte üblich ist. Woran kann das liegen?

Ihre Karte wurde gesperrt, weil Sie das Geld für beiden Karten in einer Summe über­wiesen haben. Selbst wenn Sie im „Betreff“ die Beträge auf die beiden Karten­nummern aufschlüsseln, verbucht die Bank das Geld nur auf einem Karten­konto. Für das andere gilt, dass die Forderungen nicht bezahlt wurden: Das Konto wird gesperrt und für den ausstehenden Betrag fallen Zinsen an.

Die Advanzia Bank stellt keine Zweit- oder Part­nerkarten aus. Sie und Ihre Frau haben eigen­ständige Verträge und müssen demzufolge zwei Über­weisungen veranlassen, um beide Rechnungen zu begleichen.

Achtung: Die Advanzia Bank wirbt zwar mit welt­weitem kostenlosen Karten­einsatz. Sie berechnet bei Bargeld­abhebungen am Auto­maten aber sofort einen jähr­lichen Effektivzins von 23,95 Prozent – so lange, bis der Kunde das Konto ausgeglichen hat.

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