Reisekasse Meldung

Beim Bezahlen mit der Kreditkarte hat das Pastagericht nicht mehr 12,50 Euro sondern genau 1 250 Euro gekostet. Diese Summe hat der Ober auf der portugiesischen Urlaubsinsel Madeira einem Dresdner Urlauber abgebucht. Das ist ein beliebter Trick in Gastronomie und Handel, ans Geld der Reisenden zu kommen. test.de gibt Tipps für die richtige Mischung der Urlaubskasse, wie Sie sich vor Betrug schützen und was Sie bei Verlust des Plastikgelds tun müssen.

Geld ist weg

Der betrogene Dresdner sieht sein Geld nicht wieder. Unterzeichnet der Karteninhaber den Zahlungsbeleg, erteilt er dem Kartenherausgeber die Weisung, die Forderung des Anbieters zu begleichen. Eine Rückbuchung, wie sie bei einer Einzugsermächtigung möglich ist, kommt nicht in Frage. Die Zahlung ist nicht widerrufbar hat der Bundesgerichtshof (AZ.: XI ZR 420/01) entschieden. Die Verbraucherzentrale Sachsen warnt vor dieser Art von Kreditkartenbetrug in Ferienparadiesen. Schützen können sich Touristen vor falschen Beträgen nur, indem sie den Zahlungsbeleg genau kontrollieren, bevor sie unterschreiben.

Von jedem etwas

Urlauber sollten sich im Ausland nicht nur auf ein Zahlungsmittel verlassen. test.de empfiehlt die Reisekasse in Bargeld, ec-Karte und Kreditkarte aufzuteilen. Um im Ausland kostenlos Bargeld zu ziehen, ist die Postbank-Sparcard eine geeignete Ergänzung. Sie ermöglicht seit 1. Juni zehn statt vier kostenlose Abhebungen pro Jahr.

Tipps

  • Reiseantritt. Fahren Sie in Touristengebiete oder Stadtregionen, benötigen Sie nur für die ersten Stunden im Gastland Bargeld. Maximal 150 Euro oder der entsprechende Gegenwert in Landeswährung genügen.
  • ec-Karte. Auf Reisen sollten Sie immer eine ec-Karte dabei haben. Das ist sicherer als mit viel Bargeld unterwegs zu sein. Sie ist mit dem Maestro-Logo nicht nur in Europa, sondern auch weltweit einsetzbar, und zwar an Automaten und Kassen oftmals nur mit dem Cirrus-Zeichen. Damit können sich Urlauber in mehr als 100 Ländern an über einer Million  Geldautomaten Bares holen.
  • Kontrollieren. Notieren Sie sich Datum und Betrag, wenn Sie mit Plastikkarte Geld abheben. Bewahren Sie alle Belege auf. Achten Sie darauf, dass Sie niemand beim Eintippen der Geheimzahl beobachtet. Lassen Sie etwa den Kellner mit Ihrer Kreditkarte möglichst nicht aus den Augen.
  • Trennen. Bewahren Sie Personaldokumente, Reiseschecks, Bargeld, Plastikkarten und Notrufnummern an verschiedenen Orten auf. Sind Sie unterwegs, sollte sich die Reisekasse nicht nur in einer Hand oder in einem Portmonee befinden. Verteilen Sie diese auf die Reisepartner.
  • Sperren. Sperren Sie sofort Ihre Karten, wenn Sie sie verloren haben oder sie gestohlen wurden. Sie können sich über die Telefonnummer 116  116 gebührenfrei zum Sperrdienst Ihrer Karte weiterleiten lassen. Aus dem Ausland müssen Sie meist die 00 49 für Deutschland vorwählen. Das Gespräch kostet dann die normalen Telefongebühren. Nur im Inland ist die 116 116 gebührenfrei.
  • Banken. Eine Liste der angeschlossenen Institute finden Sie unter www.sperr-ev.de. Ein Anruf kann sich aber auch lohnen, wenn die eigene Bank dort nicht auftaucht. Zu vielen Instituten leitet die Nummer 116 116 auch ohne offizielle Kooperation weiter.

Bundesgerichtshof, Urteil vom 24. September 2002
Aktenzeichen: XI ZR 420/01

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