Reisekasse Test

Die Deutschen haben 2006 wieder mehr Lust zu verreisen. Die richtige Mischung der Reisekasse sorgt dabei für ungetrübten Urlaubsspaß.

Vor Uummanaq geht das Expeditionsschiff MS Hanseatic des Kreuzfahrtspezialisten Hapag-Lloyd vor Anker. An der Rezeption tauschen die Passagiere ihre Euro um. Denn an Land könnten sie sie nicht gebrauchen. In Grönland bezahlt man mit dänischen Kronen.

Nicht nur die Passagiere der Hanseatic haben Glück. Auf allen Kreuzfahrtschiffen von Hapag-Lloyd brauchen sich die Passagiere nicht darum zu kümmern, ob sie die richtige Währung für einen Imbiss, für Souvenirs oder etwa für Museumseintritte bei sich haben. An Bord stehen die meisten Landeswährungen wie zum Beispiel kanadische Dollar, norwegische Kronen und südafrikanische Rand zum Tausch zur Verfügung. „In exotischen Destinationen bestellen wir auch eine Bank, die das Wechseln in die Landeswährung als Service an Bord anbietet“, sagt Anne Schmidt, Pressesprecherin Hapag-Lloyd Kreuzfahrten.

„An Bord wird generell bargeldlos bezahlt, die Passagiere können jederzeit gegen eine sehr geringe Gebühr US-Dollar erhalten“, sagt John Will, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit vom Kreuzfahrtunternehmen Transocean Tours. „Insbesondere Ein-Dollar-Noten sind während der Landausflüge praktisch. Mit ­US-Dollar und Euro in Kombination mit Plastikgeld kann man mittlerweile fast überall auf der Welt bezahlen. Des Öfteren kooperieren wir mit lokalen Banken, die an Bord eine Art Wechselstube einrichten“.

Für den Tauschservice an Bord bezahlen die Kreuzfahrtpassagiere bei Hapag-Lloyd „einen geringen Zuschlag“. Transocean Tours nennt einen „Schiffsaufschlag von etwa 3 Prozent“.

Die meisten deutschen Kreuzfahrtunternehmen, die mehrere Länder ansteuern, haben aber keine Fremdwährung oder im Höchstfall US-Dollar an Bord und bieten daher diesen Bank-an-Bord-Service nicht an. Das ergab eine Umfrage von Finanztest bei sieben großen deutschen Kreuzfahrtanbietern.

Die Bordwährung ist meist Euro, es werden in der Regel dort auch alle gängigen Kreditkarten sowie die ec-/Maestro-Karte akzeptiert.

Bargeld und Plastikkarten

Ob Kurzurlaub in Europa oder wochenlange Fernreise durch die ganze Welt, ob mit dem Schiff, Zug oder dem Flugzeug unterwegs – Urlauber sollten sich nicht nur auf ein Zahlungsmittel verlassen.

Am besten ist es, sie nehmen nur so viel Bargeld mit, wie sie für die ersten Stunden im Gastland benötigen – maximal 150 Euro oder der entsprechende Gegenwert der Landeswährung genügen.

Wem für kleine Summen die Tausch­spesen in Deutschland zu hoch sind, der kann sich auch gleich bei der Ankunft am Bahnhof oder Flughafen zum Beispiel mit der ec-Karte Bargeld besorgen. Das ist in den meisten Fällen auch günstiger als in Deutschland. Die Ausnahmen stehen in der Tabelle „Bargeld, ec- oder Kreditkarte“.

Nur für Urlauber, die sich abseits der Touristenpfade bewegen, ist es wichtig, ausreichend Bargeld bei sich zu haben. Denn sie können nicht damit rechnen, dass eine kleine Pension auf Korsika ec- oder Kreditkarte akzeptiert oder im Regenwald ein Geldautomat steht.

Auf Reisen sollte auch immer Plastikgeld mit dabei sein. Das ist sicherer, als mit einer großen Menge Bargeld herumzureisen.

Unverzichtbar ist die ec-Karte. Sie ist mit dem Maestro-Logo nicht nur in Europa, sondern auch weltweit einsetzbar, und zwar an Automaten und Kassen oftmals nur mit dem Cirrus-Zeichen. Damit können sich Urlauber in mehr als 100 Ländern an über einer Million  Geldautomaten Bares holen. Das kostet den Reisenden meist 1 Prozent Gebühr von der abgehobenen Summe, mindestens aber zwischen 3,50 und 5 Euro.

Ausnahmen bestätigen die Regel: Die Citibank, Commerzbank, comdirect, Deutsche Bank, SEB und Hypovereinsbank ­berechnen ihren Kunden für Bargeldabhebungen mit der ec-Karte an Geldautomaten ihrer ausländischen Zweigstellen oder Partnerbanken keine Gebühren (siehe Tabelle „Weltweit kostenlos Bargeld“).

Kostenlos Bargeld gibt es auch mit der Postbank Sparcard. Damit können Urlauber viermal im Jahr kostenlos Geld an den weltweit rund 960 000 Geldautomaten mit Visa- und mit Pluszeichen ziehen. Das dürfte für einen 14-tägigen Urlaub – das ist die durchschnittliche Reisedauer der Deutschen – reichen. Die fünfte und jede weitere Abhebung im Jahr kosten dann 5,50 Euro.

Bezahlen mit der Kreditkarte

Bargeld bekommen Urlauber am Automaten auch mit der Kreditkarte. Aber nur ­Besitzer der Visa-Karte im Rahmen eines Girokontos der DKB, der ING-Diba und der Volkswagenbank können auf diesem Weg kostenlos Bargeld erhalten (siehe Tabelle „Weltweit kostenlos Bargeld“). Für die meisten anderen ist es mit meist 2 bis 3 Prozent vom abgehobenen Betrag oder mindestens 5 bis 6 Euro oft teurer als mit der ec-Karte.

Trotzdem sollte eine Kreditkarte mit in die Reisekasse. Wenn die ec-Karte nicht akzeptiert wird oder verloren gegangen ist, steht der Urlauber wenigstens nicht ohne Geld in der Fremde.

Üblicherweise werden die Visa-Karte und die Mastercard am häufigsten von Banken und Geschäften akzeptiert.

Außerhalb des Euro-Raums ist das Be­zahlen mit der Kreditkarte günstiger als mit der ec-Karte. Es kostet 1 bis 2 Prozent pro Einsatz, bei der ec-Karte wird in der Regel eine Mindestgebühr von 0,75 bis 1 Euro fällig.

Reiseschecks zur Sicherheit

Reiseschecks werden auf der ganzen Welt akzeptiert. Sie sind als Alternative für Bargeld gedacht. Das ist allerdings nur nötig, wenn Reisende sich außerhalb touristischer Zentren bewegen, wo kaum Plastikgeld akzeptiert wird.

Reiseschecks sind wie versichertes Bargeld, weil sie bei Verlust ersetzt werden. Beim Kauf zu Hause leistet der Urlauber eine erste Unterschrift. Am Urlaubsort gibt es bei Vorlage des Schecks, des Reisepasses, des Kaufbelegs und einer zweiten Unterschrift Bargeld. Manchmal ist es sogar möglich, damit direkt zu bezahlen, zum Beispiel in Geschäften in den USA und in Großbritannien.

Es ist von Vorteil, wenn der Reisescheck in der Landeswährung ausgestellt ist. Dann kostet seine Einlösung nichts oder nur wenig zusätzlich. Sonst kommen je nach Reiseland durch Wechselkurs und Einlöseprovision noch Zusatzkosten auf den Urlauber zu.

Bargeld, Plastikkarte, Schecks: Die richtige Mischung der Reisekasse ist wichtig, um im Urlaub möglichst günstig, sicher und bequem bezahlen zu können – etwa den Eintritt zum „Sommersitz des Weihnachtsmanns“. Sein Haus steht übrigens im grönländischen Uummanaq.

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