Reisekasse Meldung

Urlauber sollten sich im Ausland nicht nur auf ein Zahlungsmittel verlassen. So reisen sie sicherer und flexibler.

Plötzlich hatten Urlauber Mühe, an Geld zu kommen. Zum Jahreswechsel funktionierten tausende Bankkunden- und Kreditkarten nicht. Fehlerhafte Chips auf den Karten taten sich mit der Jahreszahl 2010 schwer. Finanztest beantwortet die wichtigsten Fragen zur Reisekasse.

Ist es nicht am einfachsten, genügend Bargeld mit auf Reisen zu nehmen?

Nein, nur mit Bargeld zu reisen, ist gefährlich. Außerdem machen Sie meist Verlust, wenn Sie für Reisen in Nicht-Euro-Länder bereits in Deutschland die gesamte Reisekasse umtauschen. Sie bekommen im Gastland meist einen besseren Kurs als daheim.

Es genügt normalerweise, wenn Sie Bargeld für die ersten Stunden dabeihaben: für einen Imbiss, die erste Übernachtung oder eine Taxifahrt.

Wie sieht denn nun die optimale Reisekasse für den Urlaub aus?

Reisende sollten mindestens zwei Möglichkeiten haben, im Ausland an Bargeld zu kommen. Für Pauschalurlauber eignen sich zum Beispiel die Bankkundenkarte oder die Postbank Sparcard und etwas Bargeld. Wenn mehrere zusammen reisen, können sie zusätzlich darauf achten, dass sie verschiedene Karten dabeihaben.

Fernreisende sollten auch eine Kreditkarte mitnehmen. Wer ohne Reisegruppe in exotische Gegenden fährt, kann seine Kasse mit Reiseschecks möglichst in Landeswährung ergänzen.

Was kostet der Einsatz von Kredit- oder Bankkarten im Ausland?

Es kommt darauf an, welche Karte Sie wofür einsetzen. Die üblichen Gebühren stehen in der Übersicht. Was Ihre Bank verlangt, erfahren Sie aus deren Preis- und Leistungsverzeichnis.

Teure Banken sind zum Beispiel Berliner Volksbank und Berliner Sparkasse, die bei Bargeldbezug an ausländischen Geldautomaten sowohl mit der Bankkarte als auch mit der Kreditkarte mindestens 7,50 Euro verlangen.

Die Auswahl der Plastikkarte entscheidet sogar über den Wechselkurs. Offenbar greifen die Banken je nach Karte auf verschiedene Quellen für die Kurse zurück oder treiben auch hier eine unterschiedliche Gebührenpolitik. In einer Untersuchung im vergangenen Jahr haben wir festgestellt, dass American Express in der Schweiz die schlechtesten Umrechnungskurse gestellt hat und zusätzlich 2 Prozent für Fremdwährungsumrechnung verlangte.

Mit der Bankkundenkarte gibts im Ausland selten kostenlos Bargeld. Zu den Ausnahmen zählen zum Beispiel SEB und Deutsche Bank. Die SEB berechnet nichts, wenn der Kunde bei ihren schwedischen Filialen abhebt. Kunden der Deutschen Bank kommen in ausländischen Filialen oder ausgewählten Partnerbanken gebührenfrei an Bargeld.

Kunden von Sparkassen und Volksbanken müssen wissen, dass sie an den Automaten der Sparkassen und Volksbanken in Österreich oder im italienischen Südtirol nicht kostenlos Geld bekommen, wie ein Leser glaubte. Das Missverständnis kostete seinen 13-jährigen Sohn 6 Euro Provision für eine Abhebung von 5 Euro.

Günstig sind alle Kreditkarten, deren Herausgeber auf die übliche Geldautomatengebühr und die Auslandseinsatzprovision verzichten. Da sind zum Beispiel die Visa-Karten der DKB oder der comdirect bank. Mit der Mastercard der netbank gibt es fünfmal pro Monat weltweit kostenlos Bargeld. Bei der ING-Diba kostet nur der Auslandseinsatz in Fremdwährung etwas, die Automatengebühr entfällt.

Ist die Postbank Sparcard immer noch erste Wahl auf Reisen?

Ja. Mit der Postbank Sparcard kommen Sie im Ausland zehnmal im Jahr an Automaten mit dem Visa- und dem Plus-Zeichen kostenlos an Bargeld. In der Finanztest-Untersuchung 2009 rechnete die Postbank fremde Währungen zu einem fairen Kurs ab.

Finanztest-Leser machten uns aber darauf aufmerksam, dass sie in einzelnen Ländern für das Geldabheben doch Gebühren bezahlen mussten, vor allem in den USA (1 bis 3 Dollar) und Thailand (150 Baht, zirka 3 Euro). Das ist eine Gebühr, die der ausländische Betreiber des Automaten erhebt.

Üblicherweise wird dieser Posten vor Abschluss des Auftrags auf dem Bildschirm angezeigt, sodass der Reisende den Vorgang abbrechen und sich einen Automaten ohne Extragebühr suchen könnte.

Andere Leser berichteten von einer solchen „Handling-Charge“ oder „Terminal Fee“ in China und Mexiko.

Die Postbank erstattet die Kosten nicht. Nutzer der Visa-Karte der Direktbank DKB haben uns geschrieben, dass sie diese Extragebühr auf Antrag zurückbekamen.

Was ist wichtig, wenn ich die Kreditkarte erstmals im Ausland einsetze?

Banken sperren Kreditkarten, wenn ihr internes Warnsystem für Betrug anschlägt. Die Kriterien dafür halten sie geheim, aber Leser haben uns darüber berichtet.

So setzte ein Leser die Zweitkarte zur – gut funktionierenden – Hauptkreditkarte erstmals in der USA ein. Er kaufte mehrere Waren für zusammen 280 Dollar. Am nächsten Tag funktionierte die Karte weder am Fahrkartenautomaten noch an der Museumskasse. Zurück in Deutschland erklärte die Bank, dass sie die Karte aus Sicherheitsgründen gesperrt habe: „Die erste Transaktion nach so langer Zeit und dann auch noch in New York!“

Einer Leserin ging es ähnlich, als sie ihre neue Kreditkarte das erste Mal für einen Sushi-Imbiss in San Francisco benutzte. Auf ihrer nächsten Station – der Insel Hawaii – konnte sie die Karte nicht mehr nutzen.

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