Japa­nische Enzephalitis

Die Fakten zur Krankheit

Krank­heits­auslöser und Über­tragung

Japa­nische-Enzephalitis-Viren. Über­tragung durch Mücken­arten. Oft nehmen sie die Erreger von Schweinen oder Wasser­vögeln auf.

Vorkommen

Ländliche Gegenden Ost-, Südost- und Südasiens bis zur Nord­spitze Australiens. Meiste Erkrankte der letzten Jahre in China und Vietnam, Ausbrüche in Nord­indien.
Die Mücken sind vor allem in der Regen­zeit von Mai bis September, aber auch sonst, abends und nachts aktiv.

Besonders gefähr­dete Menschen

Reisende in Risiko­gebiete, insbesondere bei längerem Aufenthalt in ländlichen Gebieten unter einfachen Bedingungen.

Krank­heits­bild

Wenige Infizierte (unter 1 Prozent) erkranken mit deutlichen Symptomen. Dazu zählen Kopf­schmerzen, Fieber, Übel­keit und allgemeines Krank­heits­gefühl etwa fünf bis 15 Tage nach Anste­ckung. Bei Kindern stehen Magen-Darm-Beschwerden und Krampf­anfälle im Vordergrund.

Komplikationen der Krankheit

Gehirn- und Hirnhaut­entzündungen, unter anderem mit Bewusst­seins­störungen und Lähmungen. Etwa die Hälfte der Erkrankten behält bleibende Schäden mit Folgen wie Gangs­törungen, Lähmungen, geistige Behin­derung. Die Sterb­lich­keit schwankt zwischen 1 und 40 Prozent, je nach medizi­nischer Versorgung. Kinder erkranken meist schwerer und zudem häufiger als Erwachsene.

Behand­lung

Keine Erregerbe­hand­lung möglich, sondern nur Symptombe­hand­lung – was die Überlebens­chancen erhöht.

Immun nach Erkrankung

Vermutlich lebens­lang.

Vorbeugende Maßnahmen

Kleidung, die möglichst viel Haut bedeckt. Auf freie Stellen Mücken­abwehr­mittel (in Tropen am besten mit Wirk­stoff DEET). Abends und nachts möglichst in mücken­geschützten Räumen aufhalten, etwa mit Klima­anlage oder Fliegengittern. Schlaf­platz mit Moskitonetz verhängen.

Die Fakten zur Impfung

Impf­stoffe

Einziger in Deutsch­land ist ein Totimpf­stoff zum Spritzen, ab dem 18. Geburts­tag zugelassen.

Persönlicher Nutzen

Schutz vor einer Krankheit, die schwere bis tödliche Komplikationen und Lang­zeitschäden verursachen kann.

Neben­wirkungen

In den ersten Tagen Reaktionen an der Impf­stelle möglich, auch Jucken, und allgemeine Krank­heits­zeichen.

Impf­komplikationen

Bisher nicht beob­achtet. Impf­stoff seit 2009 zugelassen.

Impf­plan

Zwei Impfungen mit einem Abstand von 28 Tagen. Beide sollten vor Reise­beginn verabreicht sein.
Studien zu Auffrischungs­impfungen noch nicht abge­schlossen. Bisher gilt : Bei erhöhter Gefähr­dung, etwa bei häufigen Aufenthalten in asiatischen Risiko­gebieten, nach einem Jahr eine Auffrischung.

Kosten pro Impf­stoff­dosis in Euro

83,84

Alternative Impf­strategie

Keine.

Immun nach Impfung

Mehr als 90 Prozent der Geimpften entwickeln Antikörper. Dauer des Schutzes noch nicht sicher bekannt.

Wissenschaftliche Belege

Klinische Zulassungs­studien belegen die Wirk­samkeit. Lang­fristige Effekte noch unklar.

Unser Rat

Die Impfung ist sinn­voll vor Reisen in Risiko­gebiete, insbesondere bei längeren Aufenthalten in ländlichen Gebieten unter einfachen Bedingungen. Sie schützt vor einer oft schweren und folgenreichen Erkrankung.

Guter Mücken­schutz ist für Geimpfte und Ungeimpfte wichtig – auch gegen andere Krankheiten, etwa Malaria.

Wichtig: In Deutsch­land ist noch kein Impf­stoff für Kinder und Jugend­liche zugelassen. Ob und wie sie individuell zu schützen sind, etwa eventuell durch Erwachsenen­impf­stoff oder durch Kinder­impf­stoffe in asiatischen Impf­stellen, ist mit dem Arzt zu klären.