Typhus

Die Fakten zur Krankheit

Krank­heits­auslöser und Über­tragung

Bakterium Salmonella enterica, Typ Typhi. Über­tragung über Stuhlgang beziehungs­weise durch verunreinigtes Wasser oder Lebens­mittel.

Vorkommen

Welt­weit jähr­lich etwa 22 Millionen Erkrankungen, vor allem bei schlechten hygie­nischen Bedingungen. Risiko­gebiete besonders in Afrika, Südamerika und Südost­asien. Hier kommt es teil­weise sogar zu Epidemien. 2011 in Deutsch­land 57 Fälle.

Besonders gefähr­dete Menschen

Reisende in Risiko­gebiete, dort vor allem Kinder.

Besonders schwer verläuft die Krankheit bei Säuglingen im ersten Lebens­jahr.

Krank­heits­bild

Zunächst Kopf- und Glieder­schmerzen, später hohes Fieber (bis 41 Grad Celsius), das bis zu drei Wochen anhält. Auch Verstopfung und breiiger Durch­fall möglich. Typisch, aber selten: hell­rote, steck­nadel­kopf­große, nicht­juckende Flecken, meist am Bauch.

Komplikationen der Krankheit

Darm­blutungen, -durch­bruch. Es drohen Entzündungen von Bauchfell, Gallenblase, Herz­klappen, Hirnhaut, Knochenmark. Rück­fall nach Genesung möglich. Bis zu 10 Prozent der Erkrankten sterben.

Behand­lung

Antibiotika gegen die Erreger – so früh wie möglich. Doch immer mehr Keime sind resistent dagegen.

Immun nach Erkrankung

Etwa ein Jahr – und das nicht immer.

Vorbeugende Maßnahmen

Gute Hygiene, vor allem im Toiletten­bereich, und riskante Speisen und Getränke meiden. Dazu zählen: nicht abge­kochtes Leitungs­wasser, nicht industriell abge­füllte Getränke, Eiswürfel, Speise­eis, unzu­reichend durch­gegarte Speisen – vor allem rohes Fleisch, roher Fisch, Salate, ungeschältes Obst und Gemüse.

Die Fakten zur Impfung

Impf­stoffe

Totimpf­stoff zum Spritzen ab 2. Geburts­tag, ab 1. Schluck­impf­stoff mit abge­schwächten Lebendviren.

Persönlicher Nutzen

Schutz vor schweren Krank­heits­verläufen.

Neben­wirkungen

In den ersten Tagen Impf­reaktionen möglich wie Schmerzen, Schwellung und Rötung an der Einstich­stelle sowie Allgemein­beschwerden wie Fieber, Magen-Darm-Probleme, Kopf- und Glieder­schmerzen.

Impf­komplikationen

Sehr selten allergische Reaktionen, etwa der Haut.

Impf­plan

Spritz­impfung: Einzel­impfung – mindestens zwei Wochen vor dem Aufenthalt im Risiko­gebiet.

Schluck­impfung: Drei Kapseln im Abstand von jeweils zwei Tagen – die letzte etwa zehn Tage vor dem Aufenthalt im Risiko­gebiet.

Auffrischungen risiko­abhängig alle drei Jahre.

Kosten pro Impf­stoff­dosis in Euro

24,40 bis 24,66 (Spritz­impf­stoff, je nach Anbieter)

26,87 (Schluck­impf­stoff, drei Kapseln)

Alternative Impf­strategie

Kombinations­impfung gegen Typhus und Hepatitis A ab dem 15. Geburts­tag.

Immun nach Impfung

Bei etwa 60 Prozent der Geimpften Schutz bis zu drei Jahren.

Wissenschaftliche Belege

Feld­studien in Risiko­gebieten belegen eine begrenzte Wirk­samkeit (siehe „Immun nach Impfung“).

Unser Rat

Die Impfung ist für Erwachsene und Kinder sinn­voll, die in Risiko­gebiete reisen, vor allem unter einfachen Bedingungen. Sie bietet einen gewissen Schutz und kann Klinikauf­nahmen und schwere Komplikationen verhindern.

Sehr wichtig für Geimpfte wie Nicht­geimpfte ist eine gute Toiletten- und Lebens­mittel­hygiene. Sie wirkt auch vorbeugend gegen andere Darm­infektionen wie Para­typhus. Die Krankheit hat ähnliche Erreger und Symptome wie Typhus, verläuft aber meist milder.