Reisegewinne Meldung

Der Europäische Gerichts­hof hat vermeintliche Gewinn­reisen längst verboten. Dubiose Anbieter machen aber munter weiter mit ihren Tricks. test.de nennt die gängigen Tricks.

Falsche Versprechen unseriöser Anbieter

„Herz­lichen Glück­wunsch, Sie haben gewonnen: Reisen Sie gratis in die Türkei.“ Verbraucher, die das glauben, müssen die Gratisreise meist teuer bezahlen. So gilt der Gewinn beispiels­weise nur für eine Person, die Begleit­person zahlt doppelt. Oder der Veranstalter berechnet die Anreise zu völlig über­höhten Preisen. Schlechtes Essen, aggressive Verkaufs­ver­anstaltungen und hohe Neben­kosten machen den vermeintlichen Reisegewinn nicht­selten zum Horrortrip. Wer nach vergleich­baren Reisen im Reisebüro oder Internet sucht, wird fast immer fündig. Meist sind die Reisen sogar billiger als das Geschenkpaket.

Vertriebspraxis ist längst verboten

Im Oktober hat der Europäische Gerichts­hof Werbung mit Gewinn­versprechen weit­gehend verboten. Vertriebspraktiken, bei denen der Eindruck vermittelt wird, der Verbraucher habe einen Preis gewonnen, obwohl er Kosten über­nehmen muss, sind nach dem Unions­recht verboten. Dies gelte auch, wenn die dem Verbraucher auferlegten Kosten im Verhältnis zum Wert der Reise gering­fügig seien. Das Verbot greift selbst dann, wenn für die Inan­spruch­nahme des Preises verschiedene Möglich­keiten angeboten werden und eine davon gratis ist (EuGH, Az. C‑428/11).

Anbieter verstärkt abmahnen

Trotz des Verbots wimmelt es nach wie vor von unseriösen Anbietern. Die Verbraucherzentrale Hamburg listet mehr als 170 Unternehmen auf (www.vzhh.de). Der renommierte Reiserechtler Ernst Führich fordert die abmahnberechtigten Verbände auf, verstärkt abzu­mahnen und Verbands­prozesse zuführen. Zu den Abmahnberechtigten gehören die Wett­bewerbs­zentrale in Bad Homburg, die Verbraucherzentralen und der Deutsche Reise­verband.

Tipp: „Nicht mitfahren. Nichts bestellen. Nicht anrufen.“ Folgen Sie diesem rigorosen Rat der Verbraucherzentrale Hamburg, wenn ein Reisegewinn in Ihrer Post liegt. Wer seinen angeblichen Gewinn in Anspruch nimmt, zahlt meist drauf.

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