Reisege­päck­versicherung Test

Für Verlust oder Schäden am Gepäck zahlen oft Trans­port­unternehmen. Auf Schiffs- und Busreisen kann aber eine Versicherung sinn­voll sein.

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Audio-Podcast zum Thema Reisge­päck­versicherung.

Eine Reisege­päck­versicherung ist keine wichtige Versicherung – geht unterwegs etwas verloren, droht dem Eigentümer nicht der finanzielle Ruin. Auch leisten Verkehrs­unternehmen, wenn Koffer auf Fahrt oder Flug beschädigt werden oder verloren gehen, Hausrat­versicherer, wenn etwas aus dem Hotel geraubt wird. Wer zahlt den Schaden? Eine tabellarische Übersicht bringt Durch­blick.

Unser Test von 14 Policen zeigt: Keine Versicherung zahlt in jedem Fall, alle Reisege­päck­versicherer haben zahlreiche Auflagen und Höchst­grenzen.

Für einige Reisende, die auf Nummer sicher gehen wollen, kann eine Reisege­päck­versicherung aber sinn­voll sein:

  • Reisende mit dem Fernbus,
  • Reisende mit dem Schiff.

Werden zum Beispiel aus einer Schiffs­kabine oder aus dem Gepäck­raum im Bus Koffer oder Tasche gestohlen, würde eine Reisege­päck­versicherung greifen. Reeder haften bei Diebstahl nie, Busunternehmer nur, wenn sie grobes Verschulden am Verlust trifft, der Fahrer zum Beispiel alle Gepäck­klappen öffnet und dann weggeht.

  • Reisende ohne Hausrat­versicherung.

Eine Hausrat­police sichert auch Raub und Einbruch­diebstahl aus dem Hotel­zimmer ab, manchmal auch aus Auto oder Schiffs­kabine. Hat man diese Police nicht, kommt eine Reisege­päck­versicherung dafür auf.

  • Reisende mit dem Flugzeug.

Wer eine Gepäck­police hat, kann sich im Schadens­fall direkt an den Versicherer wenden und sich so mögliche Diskussionen oder Ärger mit der Fluggesell­schaft sparen.

Ansprech­bar ist immer auch die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr. 2015 beschwerten sich dort 900 Personen, weil ihr Gepäck verloren ging, beschädigt wurde oder zu spät ankam – das sind 10 Prozent aller Beschwerden für den Flug­verkehr.

Keine Wert­sachen in den Koffer

Kunden sollten wissen: Der Diebstahl­schutz von Gepäck­versicherern ist löch­rig. Viele Versicherer haben strenge Auflagen, wie auch die tabellarische Übersicht der getesteten Gepäckversicherer (3/2016) zeigt. Kaum einer zahlt, wenn Reisende Wert­sachen im Koffer zum Trans­port oder bei der Gepäck­aufbewahrung aufgeben. Gleiches gilt für ungeschütztes Zurück­lassen dieser Sachen im Hotel­zimmer oder der Schiffs­kabine. Für Reisege­päck, das aus Auto, Boot oder Zelt gestohlen wird, gilt der Schutz oft nur tags­über.

Vieles ist vom Schutz ganz oder weit­gehend ausgeschlossen, zum Beispiel Bargeld, Geld- und Kreditkarten und Wert­papiere. Das Gleiche gilt für Fahr­karten und Flugti­ckets. Nur wenn der Ausweis verloren geht, ersetzen alle Versicherer die Gebühr für den Ersatz.

Träger von Kontaktlinsen und Prothesen haben ebenfalls das Nach­sehen. Beides ist meist nicht versichert, sogar Brillen und Hörgeräte können ausgeschlossen sein.

Viele Ausschlüsse und Auflagen

Für einige Dinge gelten besondere Regeln.

Schmuck und Wert­sachen. Der teure Familien­schmuck gehört stets in den Tresor und darf weder in Hotel­zimmer noch Schiffs­kabine unge­schützt zurück­gelassen werden. Schutz gibt es meist nur, wenn eine Kette am Körper getragen wird. Reißt der Dieb das Collier nach­weislich gewalt­sam vom Hals, gibt es bei den meisten Anbietern Ersatz, aber bis höchs­tens zur Hälfte der Versicherungs­summe. Im abge­stellten Auto oder Boot und beim Camping ist es dagegen meist nicht versichert.

Foto- und Film­ausrüstung. Auch die teure Fotokamera sollten Urlauber am besten immer bei sich tragen. Wurde sie im parkenden Auto, Boot oder Zelt zurück­gelassen und es passiert etwas, zahlen die meisten Anbieter nichts. Wird die Kamera als Gepäck aufgegeben, ist das dagegen in 10 von 14 Tarifen abge­deckt. Das Gerät muss jedoch in einem verschlossenen, nicht einsehbaren Behältnis abge­geben werden. Vorsicht: Eine Tasche mit Reiß­verschluss reicht nicht immer (LG Köln, Az. 24 S 61/95).

Elektronische Geräte. Laptops und Tablets sind nicht immer versichert. Wenn doch, wird ab einem bestimmten Alter des Geräts nur noch der Zeit­wert und nicht der Neuwert erstattet. Der Zeit­wert ist der ursprüng­liche Preis mit einem Abzug für Alter, Gebrauch und Abnut­zung.

Fahr­rad. Fahr­räder sind in den Leistungen oft gar nicht enthalten. Falls doch, muss das Rad mit einem stabilen Kabel- und nicht nur mit einem Rahmenschloss ange­schlossen gewesen sein. Einzelne Tarife schränken den Schutz während der Nacht ein. Wird der Draht­esel zwischen 22 und 6 Uhr geklaut, gibt es dann nur einen Teil­betrag.

Tipp: Gut geschützt auf Reise

Nicht nur für Verlust oder Schaden am Gepäck, auch für den Krank­heits­fall im Urlaub oder den Rück­tritt oder Abbruch einer Reise können Sie sich wappnen sein. test.de informiert über die verschiedenen Reise­versicherungen:

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