Einmal weggeguckt, und schon hat der Kunde grob fahrlässig gehandelt. Mit diesem Argument weigern sich Reisegepäckversicherer häufig, nach einem Diebstahl zu zahlen. Doch damit kommen sie nicht immer durch. So gab das Landgericht Koblenz einer Frau Recht, deren Rucksack in einer Flughafenhalle gestohlen wurde, weil sie kurz abgelenkt war (Az. 6 S 227/00).

Sie hatte aus dem Rucksack eine Flasche geholt, um ihrem dreijährigen Sohn zu trinken zu geben. Dabei hatte sie den unmittelbar neben ihr auf dem Boden stehenden Rucksack für einen Moment nicht im Blick. Der Rucksack, in dem sich Schmuck befand, wurde gestohlen.

Die Versicherung wollte nicht zahlen. Die Richter entschieden jedoch anders. Nach der Rückkehr von einer Flugreise müsse es möglich sein, dass eine Mutter einem Kleinkind Wasser reicht und deshalb ihren Rucksack für einen Moment auf den Boden stellt.

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