Reise­buchung im Internet Meldung

Tücken. Sie lauern bei der Reise­buchung im Internet.

Rund zwei Drittel der Online­vermittler miss­achten die Rechte der Kunden. Das ergab eine europa­weite Über­prüfung im Auftrag der EU-Kommis­sion. Zudem sind die Allgemeinen Geschäfts­bedingungen (AGB) oft intrans­parent. Nun hat die Verbraucherzentrale vier Anbieter von Flugreisen verklagt. test.de informiert.

Ein Drittel fair

Nur 170 der 552 untersuchten Webseiten, die Flug- und Hotel­buchungen abwi­ckeln, setzen die europaweit geltenden Verbraucherrechte voll­ständig um. Das ergab der „EU Internet Sweep“, eine von der EU-Kommis­sion koor­dinierte Aktion, um Verbraucherrechte bei Online­geschäften durch­zusetzen. 2013 war die Vermitt­lung von Flügen und Unterkünften im Internet das Schwer­punkt­thema. In Deutsch­land beteiligten sich an der Aktion das Bundes­amt für Verbraucher­schutz, der Verbraucherzentrale Bundes­verband und die Wett­bewerbs­zentrale. Die deutschen Teilnehmer kontrollierten 33 Angebote von 30 Internet­seiten. Nur in 19 Fällen waren die Verbraucherrechte zu 100 Prozent gewahrt.

Verbraucherzentrale verklagt vier Firmen

Der Verbraucherzentrale Bundes­verband (vzbv) über­prüfte zwölf Webseiten von Fluggesell­schaften und Vermitt­lern von Flügen und Unterkünften. Ergebnis: In sechs Fällen leitete der vzbv Verfahren ein. Vier Firmen wurden verklagt: die Fluggesell­schaften Condor, Tuifly und Germania sowie der Vermittler fluege.de. Ihnen wurde unter anderem vorgeworfen, den Kunden trick­reich eine Versicherung oder einen kosten­pflichtigen Sitz­platz aufzuzwingen.

Intrans­parente AGB

Das Bundes­amt für Verbraucher­schutz untersuchte Seiten von Anbietern mit Sitz im Ausland. Bei nahezu allen fand es Rechts­verstöße. So wurden anfallende Kosten oft nicht korrekt angegeben, die allgemeinen Geschäfts­bedingungen (AGB) waren häufig nicht trans­parent oder nur schwer zugäng­lich. Die AGB der Fluganbieter waren teil­weise nur in einer fremden Sprache oder in einer nicht druck­baren Version vorhanden. Das Amt hat die zuständigen ausländischen Behörden aufgefordert, für Abhilfe zu sorgen.

Tipp: Gehen Sie bei der Flug- und Hotel­buchung sehr aufmerk­sam vor. Achten Sie immer auf den Endpreis. Meiden Sie Vermitt­lungs­portale, die Ihnen Zusatz­angebote unterjubeln wollen. Das Gesetz erlaubt hier keine Voreinstel­lungen.

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