Reise­apotheke Diese Pillen gehören ins Gepäck

Reise­apotheke - Diese Pillen gehören ins Gepäck

Sommer­zeit ist Urlaubs­zeit – heißt es für Millionen Deutsche. Beim Packen sollten Reisende an Medikamente gegen typische Beschwerden denken.

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Eines der unzäh­ligen Leiden auf der Welt verdankt dem Reisen sogar seinen Namen: die Reisekrankheit. Denn manch einer verträgt es nicht. Vor allem Schlinger­fahrten auf kurviger Straße oder unruhiger See sorgen dann für Übel­keit: flaues Gefühl im Magen, Schweiß­ausbrüche und Schwindel­anfälle, oft auch den unver­hofften Abschied von der letzten Mahl­zeit. Wer weiß, dass er zu solchen Reaktionen neigt, oder wer sich wappnen möchte, kann vorsorglich Mittel gegen Reisekrankheit mitnehmen. Und das ist nur ein möglicher Bestand­teil der Reise­apotheke.

Sie sollte im Urlaub immer dabei sein, findet Privatdozent Dr. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter vom Centrum für Reisemedizin in Düssel­dorf: „Jeden von uns können unterwegs Krankheiten treffen, etwa wegen der Umstellung auf ein anderes Klima, unge­wohnte Ernährung oder schlechtere hygie­nische Bedingungen.“

Andere Länder, andere Medikamente

Und dann ließen sich womöglich gar nicht so leicht passende Arznei­mittel auftreiben. Zum Beispiel wegen Sprach­schwierigkeiten, weil es keine Apotheke in der Nähe gibt oder dort kein geeignetes Medikament auf Lager liegt. Und selbst wenn: „Manchmal lässt die Qualität zu wünschen übrig.“ So gebe es inzwischen vieler­orts, vor allem in Asien und Afrika, erhebliche Probleme mit Fälschungen. Aus all diesen Gründen hält es Jelinek für sinn­voll, Medikamente gegen typische Reise­beschwerden mitzunehmen. Das sei vor allem bei Unternehmungen mit Kindern wichtig, die sich besonders leicht Krankheiten und Verletzungen zuziehen.

Jede Reise­apotheke ist anders

Eine typische Reise­apotheke enthält vor allem rezept­freie Medikamente, um leichtere Wehwehchen zu verarzten.

Aber was genau kommt hinein? Das lässt sich pauschal nicht sagen, sondern hängt von den individuellen Bedingungen ab: vom Gesund­heits­zustand und bekannten Empfindlich­keiten – etwa für Reisekrankheit, Sodbrennen oder Allergien –, vom Ziel und den geplanten Aktivitäten. Für einen Badeurlaub im Fünf­sternehotel auf Mallorca sind andere Medikamente sinn­voll als für eine Fahr­radreise in der Mongolei. Das Zusammen­stellen ist eine Grat­wanderung. Niemand will Unmengen von Medikamenten mitschleppen – aber jeder im Ernst­fall das passende dabeihaben.

Check­liste für die Auswahl

Die Stiftung Warentest hilft mit einer Checkliste. Der erste Teil nennt Medikamente, Verbands­materialien und andere Utensilien, die Reisende unbe­dingt mitnehmen sollten – egal wohin die Reise geht, selbst inner­halb von Deutsch­land. Der zweite Teil umfasst Mittel, die individuell zusätzlich sinn­voll sein können.

Zu allen aufgelisteten Medikamenten­gruppen nennen wir auf den folgenden Seiten besonders güns­tige rezeptfreie und geeignete Präparate – wenn möglich auch für Kinder, Schwangere und Stillende. Die Auswahl erfolgte nach unseren üblichen Bewertungs­kriterien (siehe Medikamente im Test). Und der Test in der neuen Ausgabe von test 07/2011, welche Mittel effektiv vor Sonne schützen.

Tipp: Gehen Sie die Check­liste in Ruhe durch, über­legen Sie, was Sie brauchen. Hilf­reich dabei sind spezielle Informationen zum Reise­land, zu erhalten etwa unter www.crm.de oder www.fit-for-travel.de. Beide Webseiten bieten auch Listen mit Ärzten und anderen Anlauf­stellen zur reisemedizi­nischen Beratung.

Die empfiehlt Jelinek allen, die eine Fernreise planen, insbesondere in die Tropen und Subtropen. „Auch Reisewil­lige mit chro­nischen Krankheiten oder unge­wohnten Vorhaben, etwa Neueinsteiger im Kletter­sport, sollten sich reisemedizi­nisch beraten lassen.“ Dabei gebe es individuelle Empfehlungen und Maßnahmen zur Gesund­heits­vorsorge: zum Beispiel die Auswahl geeigneter Medikamente zur Malaria­prophylaxe oder die Durch­führung von angeratenen Schutz­impfungen.

Welche genau sinn­voll sind, hängt davon ab, welche Krank­heits­erreger in den Reiseländern vorkommen. Aber einige Impfungen hält Jelinek über­all auf der Welt für empfehlens­wert: „Gegen Tetanus, Diphthe­rie, Polio, Keuchhusten und Masern.“

Tipp: Oft zahlen die Kassen die Kosten für Impfungen. Die Nach­frage lohnt also. Und viele Impfungen können laut Jelinek sogar unmittel­bar vor der Abreise erfolgen, etwa die Auffrisch­impfung gegen Tetanus, Diph­therie und Keuchhusten sowie die Grund­impfung gegen Hepatitis A, Typhus, Meningokokken und Grippe. „Es ist besser, kurz­fristig zu impfen, als komplett auf die Schutz­wirkung zu verzichten.”

An Versicherungs­schutz denken

Doch auch die besten Vorkehrungen vor der Reise bieten keine hundert­prozentige Sicherheit, und Krankheiten können nicht nur dem Urlauber schaden, sondern auch seinem Geldbeutel. Denn die deutschen Krankenkassen erstatten Auslands­behand­lungen nicht immer.

Tipp: Vor allem gesetzlich Versicherte sollten besser eine private Auslands­kranken­versicherung abschließen. Das kostet etwa 10 Euro im Jahr und hilft mitunter, tausende zu sparen. Kürzlich hat Finanztest Anbieter von Auslands­reise-Kranken­versicherungen getestet (siehe „Auslandsreise-Krankenversicherung“ aus Heft 4/11).

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4 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Tschepe am 14.07.2012 um 19:42 Uhr
fehlende Seiten gehören nicht zum Artikel

Die Seitenzahlen in den PDFs sind die Original-Seitenzahlen aus dem Heft 7/2011. Ich habe das Heft gerade nicht zur Hand, sonst könnte ich Ihnen genau sagen, was sich auf den Seiten 92-94 (!) befindet, wahrscheinlich die Rubrik "Service" (Analyse, Infoabruf, Internet, Adressen). "Themen" (Seite 95) und "Adressen" und Impressum (Seite 96 und 97) gehören auch nicht wirklich zum Artikel, das ist mehr so ein Anhang, der jedem Artikel-PDF angehängt wird.

Honig60 am 14.07.2012 um 19:04 Uhr
Seiten fehlen

Bei diesem heruntergeladenen Artikel fehlen die Seiten 92-95

andreas.peiser am 16.06.2011 um 11:51 Uhr
Hilfreich für Urlauber

Lieber Nemo, natürlich ist die Überschrift ein Köder, aber dafür erhalte ich dann auch einen vier Seiten langen Artikel für den ich die Ausgabe 07/2011 hätte kaufen müssen. Dazu nicht nur Tipps was in die Reiseapotheke rein soll(te), sondern auch noch acht frühere Tests als Empfehlung welche Produkte sich besonders eignen.
Damit ist der Artikel nach meiner Meinung auch sein Geld wert. (Auch wenn ich ihn, als Abonnent nicht habe zahlen müssen).

Nemo am 15.06.2011 um 20:41 Uhr
Köder ausgelegt?

Ein Beitrag, der seiner Überschrift nicht gerecht wird und offensichtlich nur dazu dient, einige Textfreischaltungen zu erzielen.