Reise­absage Verkaufen statt stornieren

01.06.2016
Reise­absage - Verkaufen statt stornieren
Wenn der Urlaub ins Wasser fällt. Nach Ersatz­reisenden suchen. © shutterstock

Wer eine Reise nicht antreten kann, kann den Trip übers Internet verkaufen und auf diese Weise hohe Storno­kosten verhindern. Ganz ohne Verluste geht das natürlich nicht. test.de sagt, wann sich der Weiterverkauf lohnt und in welchen Fällen Stornieren güns­tiger ist.

Nur Bearbeitungs­gebühr für Namens­änderung

Urlaubs­sperre in der Firma, ein Notfall in der Familie – verschiedene Gründe können dazu führen, eine gebuchte Reise nicht anzu­treten. Viele versuchen, sich mit einer Reiserücktrittsversicherung dagegen zu wappnen. Die springt aber nicht immer ein. Bevor der verhinderte Urlauber Storno­kosten bezahlt, kann er versuchen, die Reise zu verkaufen. Das Bürgerliche Gesetz­buch räumt Betroffenen in Paragraf 651b das Recht ein, einen Ersatz­reisenden zu benennen, „der in die Rechte und Pflichten aus dem Reise­vertrag eintritt“. Für die Namens­änderung darf der Veranstalter nur eine Bearbeitungs­gebühr in Höhe der tatsäch­lich entstehenden Mehr­kosten verlangen.

Wann es sich lohnt

Portale wie Stornopool.de oder Tradeyourtrip.de treten hier auf den Plan. Sie vermitteln Pauschal­reisen oder Kreuz­fahrten, die ansonsten storniert werden müssten. Lohnen kann sich das für Betroffene, wenn bis zum Reiseantritt weniger als sechs Wochen liegen. Bleibt bis zum Reiseantritt mehr Zeit, ist Stornieren meist güns­tiger. Auf beiden Verkaufs­portalen kann man zunächst prüfen, was besser ist.

Wie hoch der Verlust ist

Beim Wieder­verkauf entstehen Verluste – durch den Preis­nach­lass, der die Reise für Interes­senten attraktiv machen soll, durch Gebühren für die Namens­änderung durch den Veranstalter und die Provision des Stornoreiseportals. Diese Provision wird aber nur im Erfolgs­fall fällig. Stornopool verlangt 20 bis 25 Prozent, je nach Höhe der Ersparnis, bei Tradeyourtrip sind es generell 15 Prozent.

Tipp: Wer eine güns­tige Reise sucht, kann auf den Stornoportalen fündig werden. Allerdings ist das Angebot noch sehr über­schaubar. Stornopool, schon mehr als zehn Jahre im Geschäft, hatte Ende April nur 77 Angebote, davon 46 Pauschal­reisen. Bei Tradeyourtrip, einer Neugründung aus Amsterdam mit einem Büro in Gelsenkirchen, waren es gerade mal sieben Trips. Ein Reise­alarm informiert jeweils über Neuzugänge.

01.06.2016
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