„Identische Reisen haben denselben Preis“

Reise buchen Test

Dr. Oliver Rengels­hausen ist Geschäfts­führer von Traveltainment, einem Tochter­unternehmen des spanischen Software-Anbieters Amadeus.

Pauschal­reisen kosten online so viel wie im Reisebüro – und können minuten­schnell teurer werden. Vertriebs­profi Oliver Rengels­hausen erläutert, woran das liegt.

Traveltainment ist mit einem Markt­anteil von mehr als 80 Prozent die größte Vertriebs­platt­form für Pauschal­reisen in Deutsch­land. In seiner Daten­bank speichert das Unternehmen nicht nur fertig geschnürte Pakete für Pauschal­reisen, sondern auch einzelne Komponenten – wie freie Hotelbetten, verfügbare Sitze in Flugzeugen und verfügbare Mietwagen. Auf das Angebot greifen Reisebüros und Online­vermittler zu, wenn Verbraucher nach einer passenden Reise suchen.

Wie viele Pauschal­reisen von wie vielen Veranstaltern vermitteln Sie pro Tag?

Wir halten Angebote von rund 120 Reise­ver­anstaltern bereit. Jeden Tag verarbeiten wir bis zu 100 Millionen Such­anfragen von Reisebüros und Reiseportalen. Im Jahr 2015 haben allein die Onlineportale Reisen für mehr als zwei Millionen Teilnehmer aus Deutsch­land über uns vermittelt.

Bekommen alle Portale dieselben Reisen und gleiche Preise?

Alle Portale, die unsere Buchungs­technik nutzen, können grund­sätzlich auf die gleichen Daten in unserer Angebots­daten­bank zugreifen. Identische Reisen haben immer denselben Preis. Aber nicht über jedes Portal können Kunden alle Reisen buchen. Denn nicht jeder Reise­vermittler möchte alles verkaufen, manche spezialisieren sich auf bestimmte Angebote. Einzelne Portale stellen auch eigene Reisen zusammen, die andere Portale dann nicht führen.

Warum ändert sich der Preis einer Pauschal­reise häufig während der Abfrage eines Kunden?

Fast die Hälfte der Reisen, die Traveltainment über Portale vermittelt, sind sogenannte X-Produkte. Bei ihnen verknüpfen die Veranstalter Hotel­zimmer und Flüge erst im Moment der Anfrage zu minuten­aktuellen Preisen. Schon ein paar Minuten später kann es sein, dass ein zunächst einbezogener Flugsitz nicht mehr verfügbar ist. Dann wählt der Veranstalter für die gleiche Anfrage einen anderen, möglicher­weise von einer anderen Fluggesell­schaft. Dabei ändern sich oft auch die Preise. Es gibt noch eine andere Ursache: Einige Veranstalter lassen eine häufigere Aktualisierung ihrer Angebote in unserer Daten­bank zu als andere.

Eine unüber­sicht­liche Sache für den Kunden.

Unser Ziel ist es, die Quote der Preiskorrekturen auf unter 20 Prozent zu senken.

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