Reisende dürfen einen gebuchten Flug auch dann antreten, wenn sie beim Check-In ihre zum Ticketkauf genutzte Kreditkarte nicht vorzeigen können. Eine Kreditkarte sei ein Zahlungsmittel und keine für den Antritt des Fluges nötige Reiseunterlage, heißt es im Urteil des Landgerichts Frankfurt am Main (Az. 2–24 O 142/10, nicht rechtskräftig).

Im umstrittenen Fall hatte die spanische Airline Iberia eine Kundin im Flughafen stehen lassen. Die Frau konnte ihre für den Ticketkauf genutzte Kreditkarte nicht vorlegen, weil sie von der Bank zuvor aus Sicherheitsgründen gegen eine neue ausgetauscht worden war. Die Mitarbeiter der spanischen Airline akzeptierten nicht einmal die Kreditkartenabrechnung als Beleg, die ihnen die Kundin zeigte. Sie musste für 50 Euro Gebühr auf eine Maschine zwei Tage später umbuchen.

Die Frankfurter Richter verurteilten Iberia dazu, an die Kundin Schadenersatz zu zahlen und verboten der Fluggesellschaft unter Androhung eines Ordnungsgeldes von 250 000 Euro die weitere Verwendung der umstrittenen Klausel.

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