Reinigungstücher für das Gesicht Test

Reinigungsmilch, Gesichtswasser, Augen-Make-up-Entferner – alles in einem bieten speziell präparierte Tücher. Das ist auf jeden Fall eine bequeme, aber keinesfalls billige Methode.

Was gut ist für den Babypopo, kann auch dem Gesicht nicht schaden. Getreu diesem Motto reinigen viele Frauen ihr Gesicht schon seit langem mit ölhaltigen Babypflegetüchern. Verkehrt ist das nicht. Sogar wasserfeste Wimperntusche lässt sich damit entfernen. Doch in den letzten Jahren haben die Babytücher Konkurrenz bekommen: durch feuchte, alkoholfreie Reinigungstücher für die erwachsene Haut. Sie versprechen nicht nur, die Gesichtshaut sanft zu reinigen und zu klären, Augen-Make-up zu entfernen, sondern oft auch ein angenehmes Haut- und Frischegefühl sowie pflegende und feuch­tigkeitspendende Wirkung. Und sie halten die Versprechen auch ein: Unsere Testerinnen verzichteten eine Woche lang auf ihre gewohnten Reinigungsmethoden und verwendeten stattdessen ausschließlich die mit Reinigungslotion getränkten Tücher. Nach Abschluss der Untersuchung waren sie – mit kleinen Ausnahmen – durchweg angetan von den Produkten. Etliche würden ihr Gesicht nur noch mit den feuchten Tüchern reinigen und nicht mehr mit Reinigungsmilch & Co. hantieren – wenn nur der Preis nicht wäre.

Die Bequemlichkeit verursacht Kosten von 6 bis 21 Cent pro Tuch. Da sind die bislang üblichen Reinigungsmethoden oft deutlich billiger. Wobei die entscheidenden Inhaltsstoffe überall die gleichen sind: Für Sauberkeit sorgen hauptsächlich Öle und Wasser, manchmal auch noch waschaktive Substanzen (Tenside).

Der Favorit der Testerinnen

Trotz des Preises erfreuen sich die Tücher wachsender Beliebtheit, besonders auf Reisen. Schließlich lassen sie sich in der verschweißten Plastikfolie leicht transportieren. Die Flaschen mit Reini­gungs­milch und Gesichtswasser sowie spezielle Augen-Make-up-Entferner kön­nen getrost zu Hause bleiben.

Auch wenn den Testerinnen eigentlich alle Tücher zusagten, einen Favoriten hatten sie doch: das Florena-Gesichtsreinigungstuch für jeden Hauttyp. Im Vergleich zu den Konkurrenzprodukten konnte es die meisten Pluspunkte einheimsen und erwies sich auch als besonders verträglich. Das Nivea-Tuch empfanden einige als zu rau. Den vergleichsweise schwächsten Eindruck hinterließen die Tücher von Eucerin und Schlecker. Bei Eucerin war es vor allem die Verträglichkeit, die nicht vollends überzeugen konnte, bei Schlecker waren es die kosmetischen Eigenschaften.

Die üblichen Tages-Make-ups ließen sich mit allen Produkten problemlos entfernen, auch nichtwasserfeste Mascara verschwand spurlos. Etwas mehr Mühe hatten die Testerinnen mit wasserfester Wimperntusche. Nur bebe und Florena erzielten hier Spitzenergebnisse.

Wer lange Freude an den Reinigungstüchern haben möchte, muss die Verpackung immer wieder sorgfältig verschließen. Sonst verflüchtigt sich die Lotion schnell, und übrig bleibt ein trockenes Läppchen. Besonders bei Reisen in den Süden ist darauf zu achten.

„Angenehm, fruchtig, frisch“ waren häufige Kommentare zum Duft der Tücher. Anders bei dem einzigen nicht parfümierten Tuch der Untersuchung, dem Produkt von Eucerin. Hier hieß es öfter: „Muffig, chemisch, medizinisch, wie ein Reinigungsmittel.“ Dabei ist die Parfümfreiheit eigentlich als Pluspunkt zu werten. Denn oft sind es Duftstoffe, die Haut und Augen empfindlich auf Kosmetika reagieren lassen. Auch Konservierungsstoffe, die in allen Tüchern vorhanden sind, können im Einzelfall die Haut irritieren. Für diejenigen, die auf ärztli­ches Anraten bestimmte Konservierungsstoffe meiden müssen, haben wir die eingesetzten Haltbarmacher in der Tabelle aufgelistet.

Die meisten Testerinnen – überwiegend mit empfindlicher Haut – vertrugen die Behandlung mit den Reinigungstüchern problemlos. Nur im Einzelfall gab es Klagen über gerötete und brennende Augen nach der Anwendung oder die Haut reagierte vor­über­gehend mit leichtem Brennen oder Spannungsgefühl.

Hautärzte warnen übrigens vor Übertreibungen mit der Sauberkeit. Wer sein Gesicht mehrmals täglich mit Reini­gungsmitteln behandelt, darf sich nicht wundern, wenn die gestresste Haut irgendwann mit Trockenheit und roten Flecken reagiert. Dieses so genannte Überpflegtheitssyndrom sehen Hautärzte in den letzten Jahren in ihren Sprechstunden immer häufiger.

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