Reifendruckkontrollsysteme Meldung

Komfortabel: Der Druckverlust des Reifens wird dem Fahrer im Auto optisch und akustisch angezeigt.

Sie warnen Autofahrer vor platten Reifen. Ab Werk oder zum Nachrüsten werden verschiedene Systeme zu erheblich unterschiedlichen Preisen angeboten. Am billigsten sind selbst zu montierende Ventilkappen.

Mühsames Bücken und schmutzige Finger: Die Luftdruckkontrol­le an der Tankstelle gehört wirklich nicht zu den beliebten Tätigkei­ten eines Autofahrers. Wer sich aber den Aufwand spart, regelmäßig zu kontrol­lieren und gegebenenfalls Luft nachzufüllen, riskiert einen Reifenschaden.

Gefährlich und verschwenderisch

Ein Unfall wäre die schlimmste Folge. Aber selbst wenn es dazu nicht kommt, verschwendet man bares Geld. Fahren mit Unterdruck erhöht den Kraftstoffverbrauch und verringert die Lebensdauer der Reifen. Doch man sieht dem Pneu den Unterdruck nicht gleich an. Der schleichende Plattfuß naht unbemerkt. Wenn der Reifen bereits im Stand einen sichtbaren Platten aufweist, ist es zu spät. Immer mehr Autofahrer wünschen sich deshalb eine komfortable Warnanzeige für den sinkenden Reifendruck.

Direkt oder indirekt

Direkt messende (aktive) Systeme verfü­gen über Druck- und Temperatursensoren, die im Reifeninneren an der Felge befestigt sind, entweder mit einem Stahlband am Felgenbett oder unterhalb des Ventils. Per Funk werden die Messwerte in bestimmten Zeitabständen an ein Steuergerät gesendet. Bei Unterschreitung der vorher festgelegten Warngrenze leuchtet eine Kontrolllampe in der Armaturentafel auf, meist begleitet von einem akustischen Signal. Direkt messende Systeme erkennen nicht nur den schnellen Druckverlust eines Reifens, zum Beispiel wenn man sich einen Nagel eingefahren hat, sondern auch den Diffusionsverlust, der langsam und an allen Rädern gleichzeitig auftritt und auch bei intakten Reifen 0,1 bar pro Monat betragen kann.

Eine besondere Art direkt messender Systeme sind spezielle Ventilkappen, die von außen erkennbar durch einen Farbwechsel den Druckverlust signalisieren. Tritt ein Luftverlust während der Fahrt auf, sieht der Fahrer also die Warnanzeige erst beim nächsten Halt.

Indirekt messende (passive) Systeme erfassen und vergleichen die Raddrehzahlen über die Sensoren des Antiblockiersystems (ABS). Hat ein Rad weniger Luft, dreht es sich bei gleicher Geschwindigkeit schneller als das andere. Das System erkennt die Differenz und schlägt Alarm. Der serienmäßige Einbau solcher Systeme ab Werk ist für den Hersteller leicht zu realisieren, da die erforderliche Hardware ohnehin an Bord ist, wenn das Auto mit dem elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP) ausgerüstet ist.

Bequem ab Werk

Fahrzeuge, auf denen Reifen mit Notlaufeigenschaften (Run-Flat-Reifen) montiert sind, werden serienmäßig mit einem Reifendruckkontrollsystem ausge­stattet. Sonst würde man den Druckverlust beim Fahren gar nicht bemerken. Aber auch einige normal bereifte Autos sind serienmäßig oder optional mit den nützlichen Druckwächtern ausgerüstet. Je nach Marke und Modell werden direkt oder indirekt messende Systeme verbaut, die Warnanzeigen in der Armaturentafel sind entsprechend unterschiedlich detailliert und der Gerätepreis versteckt sich oft in einem Paket mit anderem Zubehör.

Von billig bis teuer

Je nachdem, für welches System man sich entscheidet, ist mit sehr unterschiedlichen Preisen zu rechnen. Am billigsten sind die Ventilkappen, die nur wenige Euro kosten und die man außerdem auch selbst montieren kann.

Dagegen sind die umfangreicheren Systeme mit Sensoren in den Rädern und Funkübertragung auf die Anzeige im Fahrzeuginnenraum nicht nur bis 300 Euro teuer, sondern erfordern auch noch den Einbau in einer Fachwerkstatt, der mindestens 100 Euro kostet. Die Reifenmontage muss mit großer Vorsicht und nach den Anweisungen des Systemherstellers erfolgen, damit die Sensoren in den Reifen nicht beschädigt werden. Schon eine Verschmutzung der Sensoren kann ihre Funktion beeinträchtigen. Vom früher üblichen Auf- und Abziehen der Reifen für Sommer und Winter ist besonders abzuraten, wenn die Felgen mit Radsensoren versehen sind. Gönnen Sie den Winterreifen einen eigenen Felgensatz. Um das Reifendruckkontrollsystem auch hier nutzen zu können, sind freilich vier zusätzliche Radsensoren zum Stückpreis von rund 60 Euro erforderlich. Dazu kommen noch mal rund 100 Euro Einbaukosten.

Zwar gibt es auch Radsensoren, die ihre Energie aus der Raddrehung beziehen, meist enthalten sie jedoch Batterien, die Folgekosten verursachen. Sie halten nach Angabe der Hersteller zwischen fünf und zehn Jahre und sind oft nicht auswechselbar. Das heißt: Sind die Batterien leer, müssen die Reifen abmontiert und die vier Radsensoren erneuert werden.

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