Autofahrer, die im Winter mit Sommerreifen fahren, gefährden ihren Versicherungsschutz. Darauf weist der ADAC hin. Hintergrund ist eine Neufassung der Straßenverkehrsordnung, die voraussichtlich Anfang 2006 in Kraft tritt. Sie verlangt, dass Autofahrer ihr Fahrzeug wetterfest ausrüsten. Nach Schätzung des Automobilklubs sind 20 Millionen der insgesamt 45,5 Millionen Pkw im Winter ohne geeignete Winterbereifung unterwegs.

Vor allem Kaskoversicherer könnten die Leistung verweigern, wenn der Unfall auf ungeeignete Bereifung zurückzuführen ist, vermutet der ADAC. Diese Nachlässigkeit bewerteten Versicherungsunternehmen oft als grob fahrlässig. Und dann müssen sie für die Schäden nicht zahlen.

„Ich vermute, dass die Versicherer die Möglichkeiten, die sich ihnen durch die Neuregelung bieten, exzessiv nutzen werden“, sagt Maximilian Maurer vom ADAC.

Zwar glaubt Klaus Brandenstein vom Gesamtverband der Versicherungswirtschaft nicht, dass der Einwand der groben Fahrlässigkeit „nun zum Automatismus wird“. Allerdings kann auch er sich eine strengere Beurteilung durch die Gerichte vorstellen.

Auch bei der Kfz-Haftpflichtversicherung könne die Novelle dazu führen, dass das eigentliche Unfallopfer öfter eine Teilschuld aufgebrummt bekommt, wenn es bei Winterwetter mit Sommerreifen unterwegs ist, meint Maurer. Eine Rückstufung mit höherem Versicherungsbeitrag wäre für den Geschädigten die Folge.

Tipp: Versicherungsrechtlich auf der sicheren Seite sind Autofahrer bei Winterwetter nur mit Winter- oder Ganzjahresreifen.

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