Handel mit Ladenhütern: Was bei Reifen noch als „neu“ gilt

Wenn der Gummi spröde wird: Im Laufe der Jahre altern Autoreifen – ganz unabhängig davon, wie viel sie gefahren werden. Der spröde Gummi haftet schlechter, die Bremswege werden länger, und bei älteren Winterreifen lässt die Traktion (Fähigkeit, die Antriebskraft umzusetzen) auf Schnee deutlich nach. Konsequenz: Auch bei noch ausreichender Restprofiltiefe sollten Auto­reifen nicht viel länger als sechs Jahre gefahren werden.

Bis zu fünf Jahre alt: Schlecht also, wenn die Reifen schon beim Kauf mehrere Jahre alt sind. Ungewöhnlich ist das aber nicht. Zahllose Reifengrößen, die der Händler bevorraten muss, führen dazu, dass etliche Ladenhüter in den Regalen schlummern. Der Bundesverband Reifenhandel und Vulkanisierhandwerk, BRV, empfiehlt seinen Händlern, bis zu drei Jahre alte Reifen noch als „fabrikneu“ und bis fünf Jahre alte Pneus noch als „neu“ zu verkaufen.

Aus Sicht der Verbraucher untragbar: Diese Praxis bedeutet, dass dem sicherheitsbewussten Autofahrer, der nach der sechsten Saison seine Reifen austauschen lässt, „neue“ montiert werden, die kaum jünger sind als die gerade aussortierten.

Reifen Test

Diese vierstellige Nummer am Reifen zeigt die „Geburtswoche“ des Reifens. Dieser hier wurde in der dritten Woche 2008 hergestellt.

Auf die Nummer achten: Die vierstellige Endziffer der DOT-Nummer auf der Reifenflanke gibt Auskunft über Woche und Jahr der Herstellung (siehe Foto). Gerade Wenigfahrer sollten auf frische Reifen bestehen. Vorsicht beim Kauf im Internet: Das Alter der Reifen wird dort oft nicht angegeben. Vielfahrer, die die Reifen in ein bis zwei Jahren abfahren, können getrost auch drei- bis fünfjährige Exemplare aufziehen. Wegen der durch die längere Lagerung verringerten Qualität sollten sie aber einen angemessenen Preisnachlass erwarten. Auch deshalb, weil die Reifen oft nicht mehr dem aktuellen Stand der Reifentechnik entsprechen.

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