Reifen Test

Augen auf beim Reifenkauf: Wer die falschen Pneus erwischt, kommt bei einer Vollbremsung deutlich später zum Stehen. Zwischen guten und schlechten Sommerreifen liegen mehrere Wagenlängen. Vor allem die schmalen 155er-Reifen sind kritisch. Im Test: 31 Sommerreifen für Kleinwagen, Kompakt- und Mittelklasse. Vier Modelle sind mangelhaft. test.de zeigt die besten Sommerreifen und gibt Tipps zum Kauf.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Sommerreifen

Breiter ist besser

VW Lupo, Opel Corsa, Fiat Panda oder Renault Twingo: Viele Kleinwagen sind noch auf schmalen Reifen unterwegs. Nur 155 Millimeter breit und verhältnismäßig hoch. Das muss kein Nachteil sein, es gibt durchaus gute 155er Reifen. Breitere Reifen sind aber meist besser. Sie können mehr Kraft übertragen. Deshalb ist ihr Bremsweg kürzer und sie laufen besonders treu in der Spur. Vor allem auf trockener Fahrbahn. Wer auf Breitreifen umsteigen will, sollte beim Hersteller fragen, welche Größen für das Fahrzeug zugelassen sind.

Zehnmal um die Erde

Die Stiftung Warentest hat 15 Reifen für Kleinwagen und 16 Breitreifen für Kompakt- und Mittelklasse getestet. Zusammen mit dem ADAC und europäischen Partnern jagten die Tester mehrere VW Lupo und Opel Astra über den Testparcour. Schnelle Spurts, scharfe Kurven, volle Bremsung: Die Liste der Testdisziplinen ist lang. Darunter ein Regenkurs, ein Apuaplaningkanal, verschiedene Fahrbahnbeläge und ein Prüfstand im Labor. Mehr als 1 000 Reifen werden für den Test gebraucht. Summa summarum laufen die Pneus etwa 400 000 Kilometer. Eine Strecke, die fast zehnmal um die Erde führt.

Eco Contact fährt vorn

Testsieger bei den Kleinwagenreifen ist der Continental EcoContact 3. Ein ausgewogener Reifen mit durchweg guten Noten auf trockener und nasser Fahrbahn. Preis pro Reifen: etwa 45 Euro. Noch etwas billiger und ebenfalls gut ist der Hankook Optimo. Stückpreis: 36 Euro. Auch Bridgestone und Dunlop liefern gute Reifen für Kleinwagen. Der Preis entspricht etwa dem Testsieger: 43 beziehungsweise 45 Euro pro Reifen. Der Testkompass zeigt Modellnamen und Details.

Anfänger leben gefährlich

Vorsicht aber bei Billigreifen. Drei Kleinwagenreifen im Test sind mangelhaft, obwohl es Markenreifen sind: BF Goodrich Touring, Matador MP15 Stella und Kumho Solus KH15. Sie bringen das Auto auf nasser Fahrbahn nicht schnell genug zum Stehen. Die Testwagen rasten zwei- bis drei Wagenlängen über die Bestmarke hinaus. Das kann im Alltag den Crash bedeuten. Besonders fatal: Gerade Fahranfänger sind oft im Kleinwagen unterwegs. Wer das erste Auto fährt, muss meist aufs Geld achten und kauft eher billige Reifen. Obendrein fehlt die Erfahrung. Eine gefährliche Kombination. Tipp: Besser 50 Euro mehr ausgeben und einen guten Reifen für Kleinwagen fahren.

Goodyear enttäuscht

Strenge Sparsamkeit kann auch bei Kompakt- und Mittelklasseautos gefährlich werden. No-Name-Reifen wie der Nankang Ultra Sport NS-2 oder der Marangoni Vanto fahren dem Testfeld hinterher. Auf nasser Fahrbahn ist der Bremsweg mit diesen Reifen schon deutlich länger. Sie sind zwar billig (nur 60 bis 80 Euro pro Stück), doch Sicherheit geht vor. Noch größer ist die Enttäuschung beim Goodyear Excellence. Ein Markenreifen für rund 108 Euro. Test-Qualitätsurteil: nur befriedigend. Schwachpunkte: langer Bremsweg, vor allem bei Nässe und giftige Chemie im Reifengummi. Die Tester fanden größere Mengen polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, kurz PAK. PAK können Krebs erzeugen. Umwelteigenschaften: nur ausreichend. Schade drum: Auf trockener Fahrbahn fährt der Goodyear Excellence eigentlich vorne mit.

Bridgestone und Continental vorn

Der schlechteste Breitreifen im Test kommt von Falken. Der Ziex ZE-512 bringt den Opel Astra auf der Regenbahn viel zu spät zum Stehen. Testurteil: mangelhaft. Testsieger sind dagegen die 205er-Breitreifen von Bridgestone und Continental. Der Bridgestone Turanza ER300 und der Continental PremiumContact 2 fahren auf trockener Fahrbahn fast schon perfekt. Fahreigenschaften: gut mit Tendenz zum sehr gut. Auch auf nasser Fahrbahn sind diese Breitreifen rundum gut. Der Preis: 112 Euro für einen Turanza, 117 Euro für einen PremiumContact 2.

Hankook gut und billig

Etwas billiger als die beiden Testsieger ist der Uniroyal ralley 550. Stückpreis: etwa 99 Euro. Testurteil: gut. Ebenfalls gut ist der Vredestein Sporttrac 3 für 106 Euro. Der billigste gute Breitreifen im Test heißt Hankook Ventus Prime K105. Mittlerer Preis pro Stück: nur 83 Euro. Tipp: Fragen Sie Ihren Reifenhändler nach günstigen Komplettangeboten mit Aufziehen und Auswuchten oder gleich mit Felge.

Dieser Artikel ist hilfreich. 1417 Nutzer finden das hilfreich.