Patienten, die sich nach einem Klinik­aufenthalt ihre Reha selbst beschaffen, haben nicht auto­matisch Anspruch, dass die Kasse die Kosten erstattet. So entschied das Landes­sozialge­richt Hessen im Fall einer Frau, die nach einer Knie-Operation zur anschließenden Reha in eine selbst­gewählte Klinik ging – ohne dass ihre Kasse die Über­nahme der Kosten bewil­ligt hatte. Der Antrag auf Kosten­über­nahme ging erst während der Reha bei ihrer Kasse ein. Die bewil­ligte einen dreiwöchigen Aufenthalt, aber in einer anderen Klinik. Dagegen klagte die Frau. Das Gericht gab der Kasse recht und wies die Erstattungs­pflicht für die selbst­gewählte Klinik ab. Leistungs­anträge müssen vor der Reha gestellt werden, damit der Kasse eine Frist zur Bewil­ligung bleibe. Eine Kosten­erstattung ist in solchen Fällen nur ausnahms­weise möglich, wenn die Kasse sich trotz Frist­ab­lauf nicht äußerte. Beschafft sich der Versicherte die Leistung danach selbst, muss die Kasse die Kosten über­nehmen (Az. L 5 R 418/14).

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