Kerstin Hoppe vom Verbraucherzentrale Bundes­verband (vzbv) mahnt unseriöse Firmen ab.

Die Regionale Energiewerke GmbH aus Düssel­dorf wollte den Grund­preis eines Strom­tarifs um mehr als 377 Prozent erhöhen. Dies teilte die Firma per Brief mit. Ihr Strom­kunde, Finanztest-Leser Thomas Gildner aus Bayern, hätte diese drastische Erhöhung beinahe über­sehen. Denn auf der ersten Seite des Briefes stand: „Ihr Strom­preis (Arbeits­preis) wird ... noch güns­tiger.“ Er sinkt von 23 Cent pro Kilowatt­stunde auf 22,99 Cent. Ganz versteckt auf Seite zwei findet sich dann die Preis­erhöhung. Der Grund­preis soll von fast 90 Euro pro Jahr auf 420 Euro steigen. Besonders perfide: Das Unternehmen schrieb die Zahlen aus: Wir werden „... Ihren Grund­preis von aktuell sieben­und­acht­zig Komma sechs­undneunzig Euro jähr­lich auf fünf­unddreißig Euro monatlich anpassen.“

Verbraucherzentrale mahnt Versorger ab

Thomas Gildner sagt: „Das ist irreführend.“ Er stimmte zu, dass wir seinen Leser­brief und das Preis­erhöhungs­schreiben an Kerstin Hoppe vom Verbraucherzentrale Bundes­verband (vzbv) weiterleiten. Die Juristin arbeitet im Team Rechts­durch­setzung. Sie hat den Versorger mit Gildners Unterlagen abge­mahnt. Inzwischen hat die Firma eine Unterlassungs­erklärung abge­geben. Sollte das Unternehmen künftig in der gleichen Art und Weise Haus­halts­kunden in einem Brief zunächst eine Strom­preissenkung ankündigen, tatsäch­lich aber den Grund­preis gravierend erhöhen, prüft Hoppe, ob eine Vertrags­strafe fällig wird.

Regionale Energiewerke GmbH nimmt Preis­erhöhung zurück

Hoppe sagt: „Die Regionale Energiewerke GmbH hat sich außerdem zur Beseitigung der Irreführung verpflichtet.“ Die Firma hat Kunden, die das abge­mahnte Schreiben erhalten haben, inzwischen mitgeteilt, dass sie die Preis­erhöhung zurück­genommen habe. Diesen Brief hat auch Thomas Gildner erhalten. Sein Fazit: „Ich freue mich, dass ich helfen konnte, solche Geschäfts­praktiken zu bekämpfen.“

Tipp: Wenn Sie ähnliche irreführende Schreiben erhalten und möchten, dass der vzbv die Firma abmahnt, schi­cken Sie eine E-Mail an rechtsdurchsetzung@vzbv.de. Im Fall einer Abmahnung müssten Sie bereit sein, als Person benannt zu werden und falls nötig, als Zeuge zur Verfügung zu stehen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 13 Nutzer finden das hilfreich.