Regallaut­sprecher im Test Gute Stereo­boxen ab 140 Euro

Regallaut­sprecher im Test - Gute Stereo­boxen ab 140 Euro
Rock den Wischmopp. Stereo­boxen klingen besonders natürlich. © Shutterstock

Kabel­gebundene Laut­sprecher sind preis­wert und gut. Unser Test zeigt, wie Sie die „altmo­dische“ Technik modern und gewinn­bringend einsetzen können.

Regallaut­sprecher im Test Testergebnisse für 20 Regallaut­sprecher 11/2018

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Inhalt

Der moderne Mensch streamt seine Musik per Smartphone oder Tablet, wo immer er ist. Zu Hause sorgen dann drahtlose WLan-Boxen für satten Sound. Kabel­gebundene Laut­sprecher sind etwas aus der Mode gekommen. Zu Unrecht, wie unser Test zeigt: Die passiven Boxen, die ihr Signal von einem Verstärker bekommen, liefern guten Klang für relativ kleines Geld. Schon für rund 140 Euro gibts ein Paar gute Stereo­boxen.

Unser Rat

Alle Regallaut­sprecher im Test klingen gut. Sie unterscheiden sich aber deutlich in ihren Klangfärbungen. Wir empfehlen einen persönlichen Hörtest mit Ihrer Lieblings­musik. Preis-Leistungs-Tipps sind die Magnat Monitor Supreme 202 zum Paarpreis von 153 Euro und die ähnlich gute Heco Victa Prime 202 für 139 Euro das Paar. Beide sind hell abge­stimmt und betonen die Mitten.

Natürlicher als WLan-Laut­sprecher

Wir haben 20 Regallaut­sprecher getestet, vom Schuhkarton-Format bis zur Größe eines kleinen Koffers. Es sind die meist­verkauften Boxen mit Kabel. Sie kosten 139 bis 675 Euro das Paar. Erste Über­raschung im Test: Die preisgüns­tigen Modelle klingen ebenso gut wie die teureren. Zweite Über­raschung: Alle Regalboxen sind gut, keine liegt akustisch daneben. Sie unterscheiden sich aber deutlich in der Klangfärbung. Mal klingen sie wärmer, mal kühler. Mal betonen sie Mitten stärker, mal Bässe. In der Tendenz hören sich die kabel­gebundenen Laut­sprecher natürlicher und ausgewogener an als von uns geprüfte WLan-Boxen.

Tipps

Regallaut­sprecher im Test - Gute Stereo­boxen ab 140 Euro
© Shutterstock

Ständer. Regalboxen müssen nicht zwingend ins Regal: Laut­sprecher­ständer ermöglichen die Aufstellung frei im Raum.

Abstand. Laut­sprecher und Zuhörer sollten gleich weit voreinander entfernt sein und ein gleich­schenk­liges Dreieck bilden. Dies ist der optimale Stereo-Hörpunkt.

Wände. Stellen Sie die Boxen nicht zu nah an die Wand. Das verstärkt die Bässe und verfälscht den Klang. Faust­regel: 20 bis 50 Zenti­meter Abstand.

Kabel. Je länger das Kabel zwischen Verstärker und Box, desto dicker sollte es sein. Wählen Sie bis 5 Meter einen Kabelquer­schnitt von mindestens 1,5 Quadratmilli­meter, für längere Kabel 2,5 bis 4.

Höhen. Die Hoch­töner der Boxen sollten auf Ohrhöhe abstrahlen. Hohe Frequenzen lassen sich gut orten. Sitzt der Hoch­töner tiefer oder höher, klingt das weniger brillant.

Farbe im Klang

Vorhang auf zum Hörtest, unsere wichtigste Prüfung. Pink Floyd, The Wall: „Daddy‘s flown across the ocean. Leaving just a memory“, die Gitarre hallt der Erinnerung nach, während wir darauf warten, was die Boxen gleich aus den Kinder­stimmen im Hintergrund des Songs machen. Werden sie die feine Abmischung von Pink Floyd trans­portieren? Ein Paradetest für Laut­sprecher. Bei uns läuft das Stück nur als Zugabe. Im Haupt­programm servieren wir fünf Klangbei­spiele vom Symphonie­orchester über einen Kammerchor bis hin zu Oper, Klavierquintett und Jazz. Sorg­sam ausgewählt, um fünf Klan­gaspekte zu bewerten: Natürlich­keit, Volumen, Schärfe, Lokalisation und Trans­parenz , also wie gut sich etwa Instru­mente im Stereo-Klang­bild unterscheiden lassen.

Regallaut­sprecher im Test Testergebnisse für 20 Regallaut­sprecher 11/2018

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Hörtest ohne Ansehen der Box

Vor dem Hörtest heißt es bei uns: Vorhang zu. Wir verbergen, welche Box gerade spielt. Rang und Namen, Größe und Design spielen keine Rolle: Unsere Juroren sollen unbe­fangen lauschen. Für sie zählt nur der reine Klang. Die Hörtester bewerten vor allem die Natürlich­keit des Klang­bilds und notieren Klangfärbungen wie Volumen und Schärfe. Im Unterschied zu großen Standboxen klingen Regallaut­sprecher eher schlank. Das ist kein Mangel, sondern ihr Charakter (Testergebnisse Regallautsprecher).

Die Sonos Play5 verrät sich

Die Stärke der Stereo­boxen liegt in ihrer Natürlich­keit. Sie sind weit­gehend neutral abge­stimmt und für alle Musikstile geeignet. Vor allem Klassik­liebhaber schätzen eine neutrale Abstimmung, sie lässt die Instru­mente natürlich klingen. Wir schi­cken im Hörtest heimlich eine WLan-Box ins Rennen, die Sonos Play5, Testsieger aus dem Funklautsprecher-Test aus test 12/2016. Sie ist voluminöser abge­stimmt, klingt beein­druckend, aber weniger natürlich. „Dichtes Klang­bild“ notieren die Tester. Unterm Strich würde der WLan-Laut­sprecher bei den Regalboxen im Mittel­feld landen. Gut, aber mit deutlicheren Klangfärbungen, eher auf wuchtige Effekte als auf Natürlich­keit bedacht. Für Rock und Pop ist das angenehm. Klassische Instru­mente und Pink Floyds feine Kinder­stimmen bildet die Play5 aber schlechter ab. Die WLan-Box kostet bei Sonos 579 Euro pro Stück, 1 158 Euro für ein Stereo­pärchen.

Preishits von Heco und Magnat

Bei den kabel­gebundenen Laut­sprechern ist guter Klang keine Frage des Geldes. Die preisgüns­tigsten Boxen spielen vorn mit: Heco Victa Prime 202 für 139 Euro das Paar und Magnat Monitor Supreme 202 für 153 Euro sind die Preis-Leistungs-Schlager. Kombiniert mit einem preisgüns­tigen Verstärker musizieren sie für unter 500 Euro.

Tipp: Güns­tige Regallaut­sprecher plus ein Verstärker oder Receiver sind eine Alternative zur Kompakt­anlage. Mit einem netz­werk­fähigen Verstärker können sie auch streamen – etwa mit Yamaha RX-V481D, Testsieger aus test 8/2017, aktuell für rund 370 Euro zu haben. Die beste kompakte Stereo­anlage aus test 5/2018, Yamaha MCR-N570D, kostet rund 560 Euro. Die Regallaut­sprecher klingen sogar etwas besser als die mitgelieferten Boxen der Kompakt­anlage.

Der Preishit von Magnat taucht auf der Firmen-Webseite nicht auf. „The Science of Sound“ titelt Magnat dort und präsentiert sich als klassischer Laut­sprecherbauer. Vielleicht passt eine billige Einsteigerbox nicht dazu. Magnat verkauft die Monitor Supreme 202 über Händler wie Conrad, Mediamarkt und Saturn. Hinter einem der Angebote bei Amazon steht Magnat selbst. Eine Art Direkt­vertrieb.

Bei Nubert und Teufel gehört Direkt­vertrieb zum Konzept. Sie verkaufen all ihre Boxen nur über die eigene Website. Bei Canton gilt das für die Einsteigerbox C 302 zum Paarpreis von 258 Euro. Seine teureren Laut­sprecher-Serien Chrono und GLE vertreibt Canton auch über den Fach­handel.

Edles Design kostet mehr

Die Preishits sind keine ausgesprochenen Schmuck­stücke im Wohn­zimmer, fallen aber auch nicht negativ auf. Ihre Verarbeitung ist ohne Tadel. Wer bereit ist, mehr Geld auszugeben, findet in unserer Auswahl auch gute Modelle mit besonders ansprechendem Design: In Glanzlack etwa, mit edlen Laut­sprecher-Chassis oder schweren Gehäusen. Die Bose 301 Serie V mit ihrer ungewöhnlich geschwungenen Form, die Bowers & Wilkins 685 S2 mit edler Optik in Weiß und Grau oder die KEF Q350 mit ineinander verschachtelten Hoch- und Tieftöner­membranen sind Hingu­cker.

Aufbruch in neue Dimensionen

Wir beenden den Test mit einem Experiment und schi­cken heimlich eine teure Referenzbox ins Rennen. Sie spielt besonders natürlich und detailreich. Die Kinder­stimmen von Pink Floyds The Wall sind ihr Hit. Auch die Einsätze im Symphonie­orchester bringt die Referenzbox messerscharf auf den Punkt. Wird das auffallen? Unsere Juroren bekommen die Box, wie üblich, nicht zu sehen. Ihr Klang wirkt aber: Die Hörtester vergeben Bestnoten, natürlicher und detailreicher als alle bisherigen Laut­sprecher im Test. Zum Trost: Die Referenzbox kostet rund zwanzigmal mehr als die Preis­schlager aus diesem Test. Paarpreis der Referenzbox: 3 000 Euro. Das zeigt: Audiophile Genüsse haben keine Grenze nach oben, führen aber auch preislich in eine neue Dimension.

Tipp: Noch kein Verstärker vorhanden? Prüf­ergeb­nisse finden Sie in in unserem Test Receiver mit Netzwerkfunktion.

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