Die Rürup-Rente wird attraktiver. Nachdem der Bundesrat heute dem Jahressteuergesetz 2007 zugestimmt hat, wirken Beiträge für die Rürup-Rente rückwirkend zum 1. Januar 2006 ab dem ersten Euro steuermindernd. Ob selbständige Altersvorsorge-Sparer, für die die Rürup-Rente in erster Linie gedacht ist, noch andere Vorsorgeausgaben haben spielt bei der Förderung keine Rolle mehr. Bisher waren die Ausgaben für Krankenversicherung, Kapital- und Risikolebensversicherung etwa oft so hoch, dass für die Rürup-Rente kaum noch eine Steuerermäßigung übrig blieb.

Vorsorge mit mehr Steuerersparnis

Wer sich noch in diesem Jahr für einen Rürup-Vertrag entscheidet, kann 62 Prozent seiner Beiträge von der Steuer absetzen, maximal 12 400 Euro für Alleinstehende und 24 800 Euro für Verheiratete. Jahr für Jahr steigen diese Beträge. 2025 werden dann 100 Prozent der Beiträge steuerfrei sein, bis zu 20 000 Euro für Singles und 40 000 Euro für Verheiratete. Profitieren von der Rürup-Rente, die Versicherungsgesellschaften oft als „Basis-Rente“ bezeichnen, sollen vor allem Selbstständige, Freiberufler und Gewerbetreibende, die nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Denn sie können die staatliche Förderung der betrieblichen Altersvorsorge gar nicht und die Riester-Rente nur indirekt über sozialversicherungspflichtige Ehepartner nutzen.

Schnäppchen für Ältere

Wie hoch die Rendite einer Rürup-Rente wird, hängt vor allem von von der Laufzeit des Vertrags und vom persönlichen Steuersatz ab. Finanztest hat die Renditen berechnet und dabei angenommen, dass ein Rürup-Vertrag ohne staatliche Förderung 4 Prozent im Jahr bringt. Anschließend lässt sich ermitteln, wie hoch die Rendite ausfällt, wenn die Förderung hinzukommt. Dabei hat Finanztest die Steuervorteile in der Beitragsphase und die niedrigeren Steuern im Alter berücksichtigt und eine durchschnittliche Lebenserwartung vorausgesetzt. Das Ergebnis: Am meisten lohnt sich die Rürup-Rente für Ältere mit einem hohen persönlichen Steuersatz, die nur noch wenige Jahre bis zur Rente haben.

Fast acht Prozent Rendite

In Finanztest-Beispiel kommt ein Rürup-Sparer, der im Berufsleben den derzeit höchsten Steuersatz von 44,31 Prozent einschließlich Solidaritätszuschlag zahlt und sich in fünf Jahren zur Ruhe setzt, auf eine Rendite von 7,6 Prozent. Wer im Berufsleben einen Steuersatz von 25 Prozent zahlen muss und in fünf Jahren Rentner wird, kann sich immerhin über eine Rendite von 6,8 Prozent freuen. Der Grund für das satte Renditeplus bei Verträgen mit kurzer Laufzeit: Die Einzahlungen sind zu einem größeren Anteil steuerfrei als später der Anteil der Rürup-Rente, der steuerpflichtig ist. Der Rürup-Sparer mit dem fünf Jahre laufenden Vertrag in unserem ersten Beispiel muss ab 2011, dem Jahr seines Rentenbeginns, immer 62 Prozent seiner Rürup-Rente versteuern. Er hat aber viel mehr als 62 Prozent von seinen Einzahlungen steuermindernd geltend machen können. Schon für das Jahr 2006 kann er die 62 Prozent vom Beitrag steuermindernd geltend machen, 2007 sind es bereits 64 Prozent. Und dieser abziehbare Beitrag erhöht sich jedes Jahr um weitere 2 Prozentpunkte. Bis er 2010, dem letzten Beitragsjahr, 70 Prozent der Beiträge abziehen kann.

Magerer Gewinn für Jüngere

Anders dagegen der Rürup-Sparer, der bis zum Rentenbeginn im Jahr 2041 noch 35 Jahre einzahlen muss. Seine Rürup-Rente wird dann zu 100 Prozent steuerpflichtig sein. Aber seine Beiträge hat er nicht zu 100 Prozent steuermindernd geltend machen können. 2006 geht das nur für 62 Prozent der Beiträge, 2010 sind es 70 Prozent, 2015 sind es 80 Prozent, 2020 sind es 90 Prozent und erst ab 2025 sind 100 Prozent der Beiträge steuerfrei. Der Rürup-Sparer in diesem Beispiel hat einen großen Teil seiner Beiträge also aus versteuertem Einkommen bezahlt. Und seine Rente ist komplett steuerpflichtig. Ihn trifft also eine doppelte Besteuerung. Weil er im Alter auf seine geringeren Einkünfte weniger Steuern zahlen wird, macht er zwar noch ein Plus gegenüber der angenommenen Produktverzinsung von 4 Prozent. Doch die Rendite seines Rürup-Vertrags fällt mit 4,3 Prozent beziehungsweise 4,2 Prozent je nach Steuersatz eher mager aus. Die doppelte Besteuerung trifft alle, die 1960 und später geboren wurden. Erst ab 1987 geborene Vorsorgesparer entgehen der Doppelbesteuerung.

Bisher fast 250 000 Verträge

Bisher gibt es nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft rund 246 500 Rürup-Rentenversicherungsverträge. Ab 2007 dürfen auch Investmentgesellschaften und Banken Rürup-Produkte anbieten. Mehr Wettbewerb – das ist günstig für Kunden. Ungünstig ist dagegen nach wie vor die mangelnde Flexibilität von Rürup-Verträgen. Anders als bei der Riester-Rente kann ein Sparer, der mit einem Rürup-Vertrag fürs Alter vorsorgt, bei Rentenbeginn überhaupt kein Geld entnehmen. Was er angespart hat, mündet immer in eine lebenslange Rente, die frühestens mit 60 Jahren beginnen darf.

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