Reform Meldung

Grob fahrlässig handelt ein Hausbesitzer, der es dem Dieb zu leicht macht. Trotzdem soll der Versicherer in Zukunft einen Teil des Schadens bezahlen.

Bessere Beratung und Widerrufsrechte beim Abschluss und später Geld trotz ­Mitschuld: Das sind kundenfreundliche Punkte aus dem Eckpunktepapier zum neuen Versicherungsrecht von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries. Das Gesetz soll 2008 in Kraft treten.

  • Geld trotz Mitschuld. Handelt ein ­Versicherter grob fahrlässig oder vergisst er, wichtige Veränderungen an der Versicherungssache mitzuteilen, soll sein Versicherer dennoch für einen Teil des Schadens aufkommen.
    Holen sich zum Beispiel Diebe nachts über die offene Terrassentür die Autoschlüssel und fahren mit dem vorm Haus geparkten Pkw davon, bekommt der Versicherte bisher von der Kaskoversicherung keinen Cent. Grobe Fahrlässigkeit ist die Begründung. Künftig ist dieses „Alles-oder-nichts-Prinzip“ aufgehoben. Der Versicherer muss anteilig zahlen, bemessen nach dem Grad des eigenen Verschuldens.
  • Beratung. Versicherungsvermittler müssen Kunden ausführlich und ihren Wünschen entsprechend beraten. Der Vermittler muss das Gespräch dokumentieren und dem Verbraucher in Kopie zusenden. Hält er sich nicht daran, hat der Versicherte ein Recht auf Schadenersatz.
  • Vertragsinformation. Der Versicherer muss dem Kunden alle Vertragsklauseln nennen, bevor dieser den Vertrag eingeht. Bisher wurde das Kleingedruckte erst mit dem Versicherungsschein zugeschickt.
  • Widerruf. Verbraucher können künftig Versicherungen binnen zwei Wochen ­widerrufen. Für Lebensversicherungen gilt eine Frist von 30 Tagen. (Weitere Änderungen: Lebensversicherung)

Adresse

Versicherungsombudsmann eV
Postfach 08 06 32
10006 Berlin
Tel. 0 180 4/22 44 24
Fax 0 180 4/22 44 25
beschwerde@versicherungsombudsmann.de
www.versicherungsombudsmann.de

Dieser Artikel ist hilfreich. 49 Nutzer finden das hilfreich.