Taschentücher, Klopapier, Servietten – nach wie vor verwenden die großen europäischen Produzenten von Hygienepapieren für ihre kurzlebigen Wegwerfprodukte meist Zellstofffasern, die aus frisch gefällten Bäumen hergestellt werden. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung der Umweltorganisation World Wide Fund for Nature, WWF. Jedes Jahr werden allein für den europäischen Hygienepapiermarkt weltweit 25 Millionen Bäume – zum Teil illegal oder nicht nachhaltig – in natürlichen Wäldern und Plantagen geschlagen, so der WWF. Die untersuchten Konzerne zeigten laut WWF zwar Ansätze, ihre Rohstoffquellen sorgfältiger auszuwählen, doch bislang habe einzig das Unternehmen SCA Tissue effektive Maßnahmen ergriffen, um ein Forstmanagement nach höchsten Umwelt- und Sozialstandards zu gewährleisten. Der WWF fordert die Konzerne auf, mehr Produkte aus Altpapier anzubieten. Der Einsatz von Recyclingpapier bei der Papierherstellung ist Frischfaserzellstoff ökologisch deutlich überlegen: Es werden Wälder geschont, weniger Energie und Wasser verbraucht und weniger Treibhausgase erzeugt. Das gilt für alle Papierarten – vom Taschentuch bis zum Kopierpapier. Dass die Qualität nicht auf der Strecke bleiben muss, zeigt der Test Toilettenpapier: Das dreilagige Danke – zu 100 Prozent aus Altpapier und mit dem Blauen Engel ausgezeichnet – bekam die Gesamtnote „gut“.

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