Recycling Meldung

Kunden können kleine Elektrogeräte wie Rasierer, Bügel­eisen oder Handys bei den Händ­lern abgeben.

Los geht‘s: Ab kommendem Montag können Kunden kleine Altgeräte wie Rasierer, Föhne oder Handys einfacher im Handel loswerden. Ein neues Gesetz verpflichtet bestimmte Händler, Geräte ab dem 25. Juli 2016 zurück­zunehmen. Das Bundes­umwelt­ministerium will damit erreichen, dass künftig weniger Altgeräte im Müll landen. Umwelt und Ressourcen sollen geschont werden, wenn mehr Geräte recycelt werden. Hier lesen Sie die Details.

Gesetz verpflichtet größere Shops

Am Sonn­tag, 24. Juli 2016 endet die Über­gangs­frist für das neue Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG), das im Oktober 2015 in Kraft getreten ist. Ab Montag müssen dann Geschäfte, Versandhändler und Online­shops, die Elektrogeräte in ihrem Sortiment haben, Kleingeräte kostenlos zurück­nehmen. Voraus­setzung ist, dass ihre Verkaufs- oder Versand­flächen größer als 400 Quadrat­metern sind. Zurück­geben dürfen die Kunden, wo sie wollen. Sie müssen die Geräte nicht beim entsprechenden Händ­lern gekauft haben. Die Händler dürfen sie nicht einfach zu den kommunalen Sammelstellen schi­cken.

Wichtig: Auf die Größe kommt es an! Die beschriebene Rück­nahme­verpflichtung greift nur bei sogenannten Kleingeräten. Hier darf keine Kante länger als 25 Zenti­meter sein. Smartphones und elektrische Zahnbürsten zählen deshalb zu den Geräten, die Händler immer abnehmen müssen. Wollen Sie ein größeres Gerät wie eine Mikrowelle abgeben, müssen Händler es nur zurück­nehmen, wenn Sie ein ähnliches Neugerät kaufen.

So läuft die Rück­gabe beim Onlinehändler – theoretisch

Im stationären Handel ist der Fall klar: Die Kunden kommen vorbei und geben das Altgerät ab. Etwas komplizierter ist es bei Online- oder Versandhänd­lern. Sie müssen ihren Kunden laut Gesetz eine Abga­bestelle „in zumut­barer Entfernung“ nennen. Die Händler können dabei selbst bestimmen, wie sie die Rück­gabe organisieren: So können sie ihren Kunden die Möglich­keit geben, ausgediente Geräte einfach und kostenfrei per Post zu versenden. Oder sie arbeiten für die Rück­gabe mit stationären Händ­lern oder Dienst­leistern zusammen.

In der Praxis sind noch viele Fragen offen

Nach Angaben der Bundes­verbands E-Commerce und Versand­handel Deutsch­land gibt es noch keine Informationen darüber, welche Methode die Onlinehändler für die Rück­gabe am häufigsten nutzen. Ähnlich sieht das Oliver Prothmann, Präsident des Bundes­verbands Online­handel, der vor allem klein- und mittel­stän­dische Internethändler vertritt. Es gebe eine „große Ratlosig­keit“, sagt Prothmann. Viele Onlinehändler wüssten angesichts des komplexen Gesetzes noch nicht, wie sie die Geräte-Abgabe hand­haben wollten.

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* Diese Meldung ist erst­mals am 7. November 2015 auf test.de erschienen. Wir haben sie am 22. Juli 2016 aktualisiert.

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