Rechts­schutz­versicherung im Vergleich

Das leistet die Rechts­schutz­versicherung

Rechts­schutz­versicherung im Vergleich - Die beste Rechts­schutz­versicherung für Sie
Rechts­schutz­versicherungen im Vergleich: Die Leistungs­unterschiede sind enorm. Empfehlens­werte Angebote bieten Rechts­schutz in möglichst vielen Lebens­lagen und arbeiten nicht mit nach­teiligen Klauseln. © Your Photo Today / Voisin / Phanie

Diese Beispiele zeigen, welche Fälle über die meisten Recht­schutz-Policen versichert sind – und wo die von der Stiftung Warentest getesteten Tarife mehr Schutz bieten.

Rechts­schutz­versicherung im Vergleich Alle Testergebnisse für Rechts­schutz­ver­sicherung

Inhalt

Vertrags-Rechts­schutz

Hier zahlt die Rechts­schutz­versicherung

  • Ärger mit Hand­werkern über mangelhafte Arbeit.
  • Streit mit Reise­ver­anstaltern über Mängel im Urlaubs­hotel oder mit Air­lines um Entschädigung für Verspätung oder Flugannullierung.
  • Hilfe, wenn Berufs­unfähigkeits­versicherung oder private Kranken­versicherung nicht zahlen.

Hier zahlt die Rechts­schutz­versicherung nicht

  • Einfordern von Gewinn­zusagen (etwa von dubiosen Kaffee­fahrten­anbietern).
  • Ärger nach Kauf oder Verkauf von Bauland, Planung und Errichtung von Bauvorhaben oder Finanzierung eines Hausbaus.
  • Streit um Kapital­anlagen und Kredite.

Vertrags-Rechts­schutz: Unser Testfazit

Der Rechtsschutz-Vergleich der Stiftung Warentest zeigt, dass einige Tarife Rechts­schutz für Kapital­anleger gewähren.

Arbeits-Rechts­schutz

Hier zahlt die Rechts­schutz­versicherung

  • Ärger um Einstufung in Besoldungs­gruppe.
  • Hilfe, wenn der Arbeit­geber Urlaub nicht gewährt, Lohn nicht zahlt oder ein unfaires Arbeitszeugnis ausstellt.
  • Hilfe für Beamte oder Soldaten, wenn gegen sie ein Disziplinar­verfahren läuft.
  • Hilfe für Arbeitnehmer bei Abmahnung oder Kündigung, wenn eine Kündigung droht oder der Arbeit­geber einen Aufhebungs­vertrag anbietet.

Hier zahlt die Rechts­schutz­versicherung nicht

  • Streit wegen einer selbst­ständigen Tätig­keit.
  • Bei Kündigung wegen einer vorsätzlichen Straftat, etwa Diebstahl von Firmen­eigentum oder Spesen­betrug.

Wichtig bei strafrecht­lich relevanten Vorwürfen

Einige Rechts­schutz­versicherer gewähren in solchen Fällen zunächst Rechts­schutz, damit sich der Versicherte für den Kündigungs­schutz­prozess einen Anwalt nehmen kann. Im frühen Stadium des Streits steht in der Regel noch gar nicht fest, ob der Beschuldigte die Straftat begangen hat. Allerdings verbinden Rechts­schutz­versicherer ihre Deckungs­zusage dann mit dem Vorbehalt, bezahlte Anwalts- und Gerichts­kosten zurück­zufordern, sofern später eine strafrecht­liche Schuld fest­gestellt wird. Sieht der Rechts­schutz­versicherer eine Straftat als verwirk­licht an und verklagt den Versicherten, muss er im Rück­zahlungs­prozess beweisen, dass der Versicherte eine Straftat begangen hat.

Ärger mit Finanz­amt

Hier zahlt die Rechts­schutz­versicherung

Hier zahlt die Rechts­schutz­versicherung nicht

  • Ärger um die steuerliche Bewertung von Grund­stücken und Gebäuden.
  • Streit um Erschließungs­abgaben.
  • Bei vorgericht­lichem Einspruch etwa gegen die Nicht­anerkennung von Werbungs­kosten oder Sonder­ausgaben.

Steuer-Rechts­schutz: Unser Testfazit

Viele der im Test mit Gut oder Befriedigend bewerteten Rechtsschutzversicherungen bieten Steuer-Rechts­schutz bereits ab dem vorgericht­lichen Einspruchs­verfahren.

Verkehrs-Rechts­schutz

Hier zahlt die Rechts­schutz­versicherung

  • Autokauf: Streit mit dem Verkäufer über verschwiegene Mängel am Auto (Beispiel: Unfall­wagen).
  • Streit um Entzug der Fahr­erlaubnis.
  • Fahrten­buch­auflage oder psycho­logischen Test (MPU) verhindern.
  • Hilfe beim Durch­setzen von Ansprüchen auf Schaden­ersatz oder Schmerzens­geld gegen­über Unfall­ver­ursacher.

Hier zahlt die Rechts­schutz­versicherung nicht

  • Bei Knöll­chen wegen Falsch­parkens. Allerdings gibt es einige wenige Verkehrsrechtsschutzversicherungen, die einen Streit rund ums Bußgeld über­nehmen, wenn dem Fahrer zusätzlich auch ein Punkt in Flens­burg droht.
  • Abwehr von Schaden­ersatz­ansprüchen eines Unfall­opfer. Das über­nimmt die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfall­ver­ursachers.
  • Bei schweren Straftaten im Straßenverkehr, etwa bei einem Mord­vorwurf nach einem illegalen Auto­rennen.
  • Vertrags­ärger etwa mit Reise­ver­anstaltern oder Air­lines, zum Beispiel wegen Annullierungen oder Verspätungen. Solche Vertrags­streitig­keiten sind nur dann versichert, wenn Kunden auch den Baustein „Privat“ gebucht haben. Nicht aber, wenn jemand nur die Verkehrs­rechts­schutz­versicherung als Einzel­police abge­schlossen hat.

Verkehrs-Rechts­schutz: Unser Testfazit

Verkehrs­rechts­schutz bekommen Sie als Teil des Rechts­schutz-Pakets PBV (Privat, Beruf, Verkehr) oder als Einzel­police. Die Stiftung Warentest hat die Leistungen und Preise von 15 Verkehrsrechtsschutzversicherungen verglichen und empfehlens­werte Angebote gefunden.

Sozial-Rechts­schutz

Hier zahlt die Rechts­schutz­versicherung

Hier zahlt die Rechts­schutz­versicherung nicht

  • Im vorgericht­lichen Wider­spruchs­verfahren, etwa wenn eine Kur von der Kasse abge­lehnt wird.
  • Bei Ärger rund ums Bafög.

Sozial-Rechts­schutz: Unser Testfazit

Einige der Rechts­schutz­versicherungen, die im Test mit Gut oder Befriedigend abge­schnitten haben, bieten allgemeinen Verwaltungs-Rechts­schutz, der auch Streit rund ums Bafög abdeckt. Bafög gehört zwar zum Sozialrecht, Streitig­keiten werden aber vor den Verwaltungs­gerichten ausgetragen.

Viele der gut bewerteten Rechtsschutzversicherungen im Test heben sich zudem positiv ab, indem sie bei Streit mit einer Sozialbehörde Anwalts­kosten schon für Hilfe im vorgericht­lichen Wider­spruchs­verfahren über­nehmen.

Schadens­ersatz-Rechts­schutz

Hier zahlt die Rechts­schutz­versicherung

  • Hilfe beim Einfordern von Schaden­ersatz, etwa, wenn der Rechts­schutz­kunde von einem Hund gebissen oder sein Eigentum beschädigt wird.

Hier zahlt die Rechts­schutz­versicherung nicht

  • Wenn Hunde­besitzer sich gegen Ansprüche von Personen wehren wollen, die vom Hund gebissen wurden. Hier bekommen Tierhalter Unterstüt­zung von ihrer Tierhalterhaftpflichtversicherung.
  • Sons­tige Abwehr von Schaden­ersatz­ansprüchen. Bei Ärger rund um das Urheberrecht gibt es in der Regel keinen Rechts­schutz, etwa nach einer Abmahnung wegen illegalem Download von Musik oder Filmen. Inzwischen gibt es einige Rechts­schutz­versicherungen, die in diesen Fällen doch eine anwalt­liche Erst­beratung oder sogar darüber hinaus zahlen.

Schadens­ersatz-Rechts­schutz: Unser Testfazit

Inzwischen gibt es einige Anbieter, die bis zu 1 000 Euro Anwalts­kosten über­nehmen, wenn dem Kunde ein illegaler Download von Filmen oder Musik („Filesharing“) vorgeworfen wird. Welche Versicherungen das sind, steht im Rechtsschutz-Vergleich der Stiftung Warentest.

Rechts­schutz­versicherung im Vergleich Alle Testergebnisse für Rechts­schutz­ver­sicherung

Rechts­schutz im Familien- und Erbrecht

Hier zahlt die Rechts­schutz­versicherung

Hier zahlt die Rechts­schutz­versicherung nicht

  • Anwalt­liche Hilfe, die über die Erst­beratung hinaus­geht – etwa Schrift­verkehr oder gericht­liche Vertretung in allen Fragen des Familien- und Erbrechts.

Rechts­schutz im Familien- und Erbrecht: Unser Testfazit

Viele Rechts­schutz-Policen, die im Test mit der Note Gut abge­schnitten haben, bezahlen bei Fragen rund um Erbschaft und (teil­weise auch) Scheidung über die Erst­beratung hinaus Anwalts­kosten von 1 000 Euro und mehr .

Rechts­schutz für strafrecht­liche Verfahren

Hier zahlt die Rechts­schutz­versicherung

  • Streit um ein Verkehrs­delikt wie Unfall­flucht oder Alkohol am Steuer.
  • Vorwurf einer Ordnungs­widrigkeit (Fahren ohne Gurt, Lärmbelästigung).
  • Verteidigung gegen den Vorwurf, ein Vergehen fahr­lässig begangen zu haben (leicht­fertige Steuer­verkürzung, einfache Körperverletzung). Wird dem Versicherungs­nehmer ein vorsätzliches Vergehen vorgeworfen, hat er zunächst keinen Rechts­schutz. Er bekommt ihn aber rück­wirkend, wenn das Gericht ihn frei­spricht oder nur wegen eines fahr­lässig begangenen Vergehens verurteilt – oder das Verfahren ganz einstellt.

Hier zahlt die Rechts­schutz­versicherung nicht

  • Straf­verfahren bei reinen „Vorsatz­delikten“ wie Diebstahl, Betrug, Beleidigung und Nötigung.
  • Verbrechen wie Mord und Raub. Diese Straf­verfahren sind nicht rechts­schutz­versichert, selbst wenn sich der Vorwurf der Staats­anwalt­schaft später als unbe­rechtigt heraus­stellt oder das Gericht den Angeklagten frei­spricht. Ein Frei­gesprochener bekommt notwendige Auslagen wie Verteidiger­kosten von der Staatskasse erstattet.
  • Verteidigung gegen den Vorwurf einer fahr­lässig begangenen Straftat, wenn ein Gericht am Ende rechts­kräftig fest­stellt, dass der Versicherte die Tat vorsätzlich begangen hat. Dieser hat nach Aufnahme der Ermitt­lungen zunächst Rechts­schutz, verliert ihn aber, sobald die Ermitt­lungs­behörden ihm vorsätzliches Handeln vorwerfen.
    Beispiel: Dem Versicherungs­nehmer wird fahr­lässige Körperverletzung vorgeworfen. Nach einer Zeugen­aussage stellt die Staats­anwalt­schaft den Vorwurf auf vorsätzliche Körperverletzung um. Ab diesem Zeit­punkt entfällt der Rechts­schutz.

Rechts­schutz für Mieter

Verbraucher, die als Mieter oder Vermieter auch für Miet­rechts­streitig­keiten rechts­schutz­versichert sein möchten, können den Baustein „Wohnen“ zu ihrem Rechts­schutz-Paket – in der Regel gegen Aufpreis – dazu­buchen (sogenannter Wohnungs- und Grund­stücks-Rechts­schutz). Einige Rechts­schutz­versicherer bieten den Baustein Wohnen auch als Einzel­versicherung an.

Hier zahlt die Rechts­schutz­versicherung

Hier zahlt die Rechts­schutz­versicherung nicht

Mieter-Rechts­schutz: Unser Testfazit

Wichtig für alle diejenigen, die nur die Einzel­versicherung Rechts­schutz für Mieter buchen (sogenannter Wohnungs- und Grund­stücks-Rechts­schutz): Sie sind nicht für Streitig­keiten mit Vertrags­part­nern versichert, die mit dem Miet­verhältnis unmittel­bar nichts zu tun haben (etwa Streit mit Strom­anbieter, Streit mit Verkäufer einer Einbauküche). Wer als Vermieter oder Mieter auch dafür versichert sein möchte, muss zusätzlich den Baustein „Privat“ inklusive Vertrags-Rechts­schutz abschließen.

Rechts­schutz für Vermieter und Eigentümer

Wer eine Eigentums­wohnung vermietet und für potenzielle Streitig­keiten mit seinem Mieter oder der Eigentümer­gemeinschaft versichert sein möchte, kann den Baustein „Wohnen“ – in der Regel gegen Aufpreis – dazu­buchen (sogenannter Wohnungs- und Grund­stücks-Rechts­schutz). Einige Rechts­schutz­versicherer bieten diesen Baustein auch als Einzel­versicherung an.

Hier zahlt die Rechts­schutz­versicherung

  • Der Vermieter will gegen den Mieter vorgehen, der die Miete nicht zahlt, die Miet­erhöhung nicht akzeptiert, die Wohnung trotz Kündigung nicht räumt oder die Betriebs­kosten­nach­zahlung nicht leistet.
  • Der Vermieter will selbst in die Wohnung und meldet Eigenbedarf an, den der Mieter aber bestreitet.
  • Vermietete Eigentums­wohnung: Vermieter ficht Beschluss der Eigentümer­gemeinschaft an.
  • Streit mit Mieter um Wohnungs­renovierung (Schön­heits­reparaturen).

Hier zahlt die Rechts­schutz­versicherung nicht

  • Streit mit dem vom Vermieter beauftragten Hand­werker, der in der Miet­wohnung die Heizung repariert hat.
  • Vermieter kauft für Miet­wohnung eine neue Einbauküche. Wegen Mängeln an der Küche entsteht Streit mit dem Küchen­verkäufer.
  • Streit um Bebauungs­plan, der für Versicherungs­kunden nachteilhaft ist. Aber: In sehr alten Verträgen, die vor 1994 abge­schlossen wurden, ist ein solcher Streit noch versichert.

Vermieter-Rechts­schutz: Unser Testfazit

Wichtig für Vermieter, die nur den Baustein „Wohnen“ buchen (sogenannter Wohnungs- und Grund­stücks-Rechts­schutz“): Sie sind nicht für Streitig­keiten mit Vertrags­part­nern versichert, die mit dem Miet­verhältnis unmittel­bar nichts zu tun haben (etwa Streit mit Hand­werker, der die Wohnung reno­viert oder Verkäufer einer Einbauküche). Wer als Vermieter auch dafür versichert sein möchte, muss zusätzlich den Baustein „Privat“ inklusive Vertrags-Rechts­schutz abschließen.

Urteils­liste zur Rechts­schutz­versicherung

Für alle, die sich in weitere Feinheiten der Rechts­schutz­versicherung vertiefen wollen: Die Versicherungs-Experten der Stiftung Warentest haben eine Urteils-Datenbank Rechtsschutz aufgebaut, die kontinuierlich weiter­entwickelt wird. Wer an einer Klage gegen eine Rechts­schutz­versicherung beteiligt war, kann uns eine Kopie der Entscheidung etwa per E-Mail schi­cken. Bitte schreiben Sie an Michael Sittig und Christoph Herrmann. Auch an Schlichtungs­entscheidungen des Versicherungs­ombuds­manns sind unsere beiden Rechts­redak­teure interes­siert. Die Namen der Versicherungs­kunden behandeln wir selbst­verständlich vertraulich.

Rechts­schutz­versicherung im Vergleich Alle Testergebnisse für Rechts­schutz­ver­sicherung

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798 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Profilbild Stiftung_Warentest am 10.05.2022 um 08:50 Uhr
Wechsel, Anpassung an neuen Tarif oder Altvertrag

@gagarin48: Bitten entschuldigen Sie die späte Antwort.
Haben Sie noch die Versicherungsbedingungen WGV-ARB 2004? Im Jahr 2004 hatten wir noch keine Qualitätsurteile für Rechtsschutztarife vergeben. Wir haben daher einmal überblicksartig den damaligen WGV-Tarif (ARB 2004) mit dem heutigen Huk-Coburg Tarif PBV Plus verglichen.
Danach gelten Steuer- und Sozialrechtsschutz erst ab dem Gerichtsverfahren (nicht wie beim Huk-Tarif bereits ab dem einem Gerichtsverfahren vorhergehenden Widerspruchs- bzw. Einspruchsverfahren).
Außerdem hat der WGV-Tarif keinen allgemeinen Verwaltungsrechtsschutz (sondern Verwaltungsrechtsschutz nur in Verkehrssachen – wenn Ihnen etwa wegen eines Fehlverhaltens im Straßenverkehr der Führerscheinentzug droht).
Besser als der Huk-Tarif ist der alte WGV-Tarif beim Kapitalanlage-Rechtsschutz. Die Huk zahlt für einen Rechtsstreit zum Beispiel rund um einen Aktienkauf im PBV-Plus-Tarif maximal 10.000 Euro. Das ist zwar nicht schlecht, aber der WGV-Tarif übernimmt Anwalts- und Gerichtskosten bis zur vollen Versicherungssumme in Höhe von 300.000 Euro (eine übrigens absolut ausreichende Versicherungssumme). Zwar hat die WGV damals mit der sogenannten Effekten-Klausel versucht, den Rechtsschutz für Kapitalanlagen auszuschließen. Aber der Bundesgerichtshof hat diese Klausel für unwirksam erklärt (Aktenzeichen: IV ZR 84/12; die Folge: der Ausschluss gilt nicht!).
Besser schneidet die Huk beim Punkt Beratungsrechtsschutz im Familien- und Erbrecht ab. Hier bezahlt sie 1000 Euro Anwaltskosten, wohingegen die WGV nur eine Erstberatung bezahlt (im Wert von in der Regel maximal 250 Euro).
Beim Thema Streit rund um einen Kreditwiderruf hat die WGV die Nase vorn: Widerrufsstreitigkeiten sind in dem alten Vertrag nicht ausgeschlossen. Bei der Huk ist der Rechtsstreit rund um Widerrufe, die vor Abschluss der Rechtsschutzversicherung erfolgten (und die dann zu einem Rechtsstreit nach Abschluss der Rechtsschutzversicherung führen), ausgeschlossen.
Ergebnis: In Ihrem Fall stimmt die von uns im Artikel genannte Faustregel also nicht ganz. Einiges spricht für einen Wechsel, einiges dagegen. Es kommt also darauf an, was Ihnen persönlich wichtig ist. Wenn Ihnen ein möglichst umfassender Kapitalanlage-Rechtsschutz wichtig ist, sollten sie nicht wechseln. Ist Ihnen hingegen der Rechtsschutz für Streit rund um Scheidung und Erbe wichtig, spricht das eher für die Huk. Natürlich ist auch die Versicherungsprämie im Blick zu behalten. Der Huk-Tarif kann (je nach Postleitzahl des Versicherungsnehmers) immerhin das Doppelte der WGV-Prämie kosten.

Profilbild Stiftung_Warentest am 04.05.2022 um 18:48 Uhr
Mietervereine / siehe Artikel Finanztest 11/2021

@testomate: Mit den Leistungen der Mietervereine haben wir uns in Finanztest 11/2021 befasst. Sie finden den Artikel nach Freischaltung unter Punkt 10 "Heftartikel als PDF". Mieter-Rechtsschutz ist bei vielen Mietervereinen Bestandteil der Mitgliedschaft. Es gibt aber auch Mietervereins-Mitgliedschaften, die keine Rechtsschutzversicherung beinhalten. Wer auf den Mieter-Rechtsschutz Wert legt, sollte sich daher vor dem Erwerb der Mitgliedschaft über die Leistungen des Mietervereins erkundigen.

testomate am 04.05.2022 um 16:28 Uhr
Mieterbund

Sie weisen in Bezug auf den Arbeitsrechtsschutz zwar auf die Rechtsschutzleistungen der Gewerkschaften hin (die ich aus nicht so guter persönlicher Erfahrung nicht empfehlen kann), vergessen aber, dass bei einer Mitgliedschaft im Mieterbund neben der nichtanwaltlichen Hilfe auch eine Mietrechtsschutzversicherung im Beitrag enthalten ist. Hier habe ich schon oft Hilfe erhalten. Es wäre schön, wenn Sie die Leistungen sowohl der Gewerkschaften als auch des Mieterbundes intensiver Beleuchten.

Profilbild Stiftung_Warentest am 29.04.2022 um 14:32 Uhr
Versicherungssumme 300 000 €

@oezcanc: Eine Versicherungssumme von zum Beispiel 300 000 Euro ist aus unserer Sicht absolut ausreichend.
Regelmäßig treffen wir uns auch mit Vertretern der Rechtsschutzversicherer und diskutieren mit ihnen unsere Testkriterien. Dass es mal einen Fall gibt, bei dem Anwalts-, Gerichts- und Sachverständigenkosten jenseits von 300 000 Euro anfallen, ist extrem selten.
Bitte bedenken Sie: Der Streitwert einer Rechtsstreitigkeit vor Gericht ist nicht mit der Versicherungssumme gleichzusetzen, die man für den Deckungsschutz benötigt. Der Streitwert ist nur die Grundlage für die Berechnung der Anwalts- und Gerichtskosten. Der Streitwert ist immer viel höher als die entstehenden Anwalts- und Gerichtsgebühren. Für den Deckungsschutz benötigten Sie eine Versicherungssumme, die "nur" die Gerichts- und Anwaltskosten abdeckt.
Beispiel: Ein Autokäufer klagt vor Gericht den Kaufpreis seines Ferrari SF90 ein (Kaufpreis rund 400.00 Euro), wegen eines nicht beseitigten Mangels. Für diesen Rechtsstreit benötigt der Autokäufer nicht etwa eine Rechtsschutzversicherung mit einer Versicherungssumme von 400.000 Euro („Streitwert“). Denn die Rechtsschutzversicherung sichert die Gerichts- und Anwaltskosten ab und diese liegen bei einem Streitwert von 400 000 Euro in der ersten Instanz bei etwa 24.000 Euro. Landet der Rechtsstreit tatsächlich vor dem Bundesgerichtshof, fallen zwar rund 100.000 Euro Gerichts- und Anwaltskosten an. Aber diese Summe wäre über eine Rechtsschutzversicherung mit „nur“ 300 000 Euro Versicherungssumme ebenfalls abgedeckt.

gagarin48 am 04.04.2022 um 09:32 Uhr
Wechsel, Anpassung an neuen Tarif oder Altvertrag

Sehr geehrtes Finanztest-Team, ich habe im Jahr 2004 bei der WGV eine Rechtsschutzversicherung mit dem Baustein "Wohnen" abgeschlossen. Es gelten die ARB 11/04. Ich habe auch noch einen vergleichsweise moderaten Beitrag von insgesamt 155,00 €. Sie schreiben als Faustregel gilt: "neue Angebote sind selten besser ..." Ich habe nach Ihrem neuen Test über einen Wechsel zur HUK bzw. um Anpassung an den aktuellen Tarif der WGV (Optimal) nachgedacht. Ja, die Versicherungssumme ist in aktuellen Tarifen deutlich höher; in meinem Alttarif 300.000,00 € (sollte aber dennoch reichen).
Zur WGV: Ich hatte in dieser Zeit zwei Rechtsschutzfälle im Bereich "Wohnen" (einen Prozess gewonnen, einen außergerichtlich verloren); lobenswert: ich habe keine Kündigung erhalten, stets sehr schnell eine Deckungszusage bekommen, auch haben sich die Anwälte mir gegenüber nicht beschwert.)
Ist ein Wechsel zur HUK oder eine Anpassung bei der WGV mit höherem Beitrag sinnvoll? Schon mal Danke für eine Antwort.