Rechts­schutz­versicherung Test

Die Kosten für Anwälte und Gerichts­verfahren sind teil­weise heftig gestiegen. Eine Rechts­schutz­versicherung schützt in vielen Fällen vor diesen Kosten. Finanztest hat große Rechts­schutz-Pakete für die Lebens­bereiche Privat, Beruf und Verkehr getestet. Hier lesen Sie, welche Policen guten Schutz bieten und was Sie von einer Rechts­schutz­versicherung erwarten dürfen.

Schutz vor hohen Anwalts- und Gerichts­kosten

Recht zu bekommen, ist teuer geworden. Die Vergütungen für Anwälte sind im Jahr 2013 gestiegen. Ein Arbeitnehmer, der 3 000 Euro brutto verdient und mit einem Anwalt gegen seine Kündigung klagt, zahlt jetzt rund 1 950 Euro für die anwalt­liche Hilfe. Vorher waren es 1 730 Euro. Die Kosten sind heute um 13 Prozent höher. Streit um kleinere Beträge hat sich noch stärker verteuert. Geht ein Mieter mithilfe eines Anwalts gegen eine Betriebs­kosten­nach­forderung von 600 Euro vor und kommt es zur Klage, kostet der Anwalt 347 Euro statt bisher 202 Euro. Der Aufschlag beträgt rund 72 Prozent. Weil viele Menschen Angst vor den Kosten für Anwalt und Gericht haben, schließen sie eine Rechts­schutz­versicherung ab. Niemand möchte in einem Streit klein beigeben, weil ihm Geld für einen Anwalt fehlt.

66 Angebote im Test – in 218 Angebots­varianten

Doch eines ist klar: Auch Rechts­schutz ist nicht billig. So kosten die beiden Testsieger-Policen 284 Euro beziehungs­weise 366 Euro pro Jahr. Und selbst diese Angebote gewähren keinen voll­umfassenden Schutz für alle denk­baren Streitig­keiten. Viele Rechts­streitig­keiten nehmen die Versicherer vom Schutz aus. Die Tester haben deshalb untersucht, ob die Policen zumindest wichtige Schutz­lücken stopfen. Um den Weg zur guten und güns­tigen Police zu erleichtern, finden Sie die 66 untersuchten Angebote in insgesamt 218 Angebots­varianten. Dabei sind – oft güns­tigere – Varianten für Mitarbeiter des öffent­lichen Dienst und Varianten mit verschiedenen Selbst­behalten. Die Höhe des Selbst­behalts im Rechts­schutz­fall wirkt sich auf den Preis der Police aus. Wer zum Beispiel statt 150 Euro einen Selbst­behalt in Höhe von 300 Euro vereinbart, muss weniger Jahres­beitrag zahlen. Die untersuchten Versicherungen bieten Rechts­schutz für Nichts­selbst­ständige, das sind vor allem Angestellte und Beamte.

Rechts­schutz bei Fragen zum Familien- und Erbrecht

Gute Rechts­schutz­versicherungen bieten in wichtigen Lebens­bereichen mehr als nur einen Basis­schutz. Zum Beispiel zahlen einige Versicherer 1 000 Euro oder mehr für einen Anwalt, der bei Familien- oder Erbrechts­streit außerge­richt­lich hilft. Der Anwalt kann dann über die Erst­beratung hinaus mehr für den Rechts­schutz­kunden tun, zum Beispiel Schrift­verkehr mit einer Erben­gemeinschaft über­nehmen. Andere Versicherer sind hier knaus­riger und zahlen maximal 250 Euro, wenn ein Kunde sich in Fragen rund um ein Erbe oder in einem Scheidungs­streit zu Unter­halts­pflichten von einem Anwalt einmalig beraten lässt. Auch der Umfang des Rechts­schutzes für Kapital­anlagestreitig­keiten – etwa nach einer Falsch­beratung durch eine Bank – ist in die Benotung der Rechts­schutz­versicherungen einge­flossen.

Frühe anwalt­liche Hilfe bei Behörden-Ärger ist wichtig

Viele Angebote, die im Test nur befriedigend oder ausreichend abge­schnitten haben, gewähren Rechts­schutz bei Ärger zum Beispiel mit einer gesetzlichen Krankenkasse oder dem Finanz­amt erst, wenn die Angelegenheit vor Gericht geht. Vor einem Prozess muss der Betroffene in diesen Rechts­sachen aber Wider­spruch einlegen, zum Beispiel gegen die Ablehnung einer beantragten Kur oder gegen einen ungüns­tigen Steuer­bescheid. Wer das auf eigene Faust tut, kann vieles falsch machen. Das kann die Erfolgs­chancen einer anschließenden Klage erheblich mindern. Es ist deshalb sehr hilf­reich, früh­zeitig einen Anwalt einschalten zu können. Viele gute Tarife über­nehmen die Anwalts­kosten für einen Wider­spruch.

Kleine Gemeinheiten mit großer Wirkung

Neben dem Schutz­umfang haben sich die Tester auch das Klein­gedruckte in den Rechts­schutz­versicherungen genau angeschaut. Gefunden haben sie so manche kleine Gemeinheit mit großer Wirkung. Nach Abschluss einer Rechts­schutz­versicherung gilt zum Beispiel häufig eine dreimonatige Warte­zeit. Das heißt: Benötigt der Kunde in dieser frühen Phase nach dem Abschluss der Versicherung einen Anwalt, muss er ihn selbst bezahlen. Das kann für Rechts­schutz­versicherte zu sehr nach­teiligen Ergeb­nissen führen.

Manche Versicherer verzichten auf Warte­zeiten

Was das konkret bedeutet, zeigt ein Beispiel: Ein Kunde schließt eine Rechts­schutz­versicherung ab. Zwei Monate später kauft er sich einen Gebrauchtwagen. Es zeigt sich, dass der Verkäufer den Kilo­meter­stand manipuliert hat. Weil das Rechts­problem in die Warte­zeit fällt, muss er den Anwalt, mit dem er gegen den Verkäufer vorgeht, selbst bezahlen. Positiv: Einige Rechts­schutz­versicherungen, die im Test die Note gut erhalten haben, sind verbraucherfreundlicher und verzichten bei Vertrags­ärger auf die dreimonatige Warte­zeit.

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TestRechts­schutz­versicherungStand der Daten: 01.10.2014
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