Rechts­schutz­versicherung Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

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Rechts­schutz­versicherung - Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?
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Es läuft nicht alles rund in der Rechts­schutz­versicherung. Beim Versicherungs­ombuds­mann führt diese Versicherungs­art jetzt die Beschwerde­statistik an. Wir wollen der Sache auf den Grund gehen und bitten um Ihre Mithilfe. Bitte nehmen Sie an unserer Umfrage Recht­schutz­versicherung teil und berichten Sie uns von Ihren Erfahrungen mit dem Versicherer.

[28.03.2017]: Umfrage ist beendet

Die Umfrage ist beendet. Über die Ergeb­nisse informieren Sie bald auf test.de sowie in der Zeit­schrift Finanztest. Allen Teilnehmern danken wir herz­lich!

Rechts­schutz­versicherung führt in Beschwerde­statistik

Die Rechts­schutz­versicherung wird zum Sorgenkind. Das zeigt ein Zwischenbericht für 2016 des Versicherungs­ombuds­mannes in Berlin. Bei ihm können sich Versicherungs­nehmer beschweren, wenn ihre Rechts­schutz­versicherung nicht zahlen will. In der zweiten Jahres­hälfte 2016 hat der Versicherungs­ombuds­mann 2 094 Beschwerden von Rechts­schutz-Kunden registriert – so viel wie zu keiner anderen Versicherungs­art. Zum Vergleich: In den vergangenen Jahren war die viel stärker verbreitete Lebens­versicherung stets Beschwerdekönig. Insgesamt hat der Versicherungs­ombuds­mann im Zeitraum August bis Dezember 2016 8 217 Beschwerden von Versicherungs­kunden entgegen­genommen. Allein der Frust über Rechts­schutz­versicherungen – ob berechtigt oder nicht – macht also ein Viertel aller Beschwerden aus.

Streit um VW-Diesel und Kredite

Ursache dafür dürften die Rechts­streitig­keiten um VW-Autos und um widerrufene Immobilien­kredite sein. Einige Rechtschutzversicherer weigern sich, die Klagen von Skandal­auto-Besitzern gegen VW-Händler und den Hersteller Volks­wagen zu finanzieren. Außerdem können jetzt zahlreiche Bank­kunden ihren alten Kredit­vertrag kündigen, wenn die Bank beim Vertrags­schluss die Widerrufs­belehrungen fehler­haft formulierte. Hier halten manche Banken aber dagegen und es kommt zum Streit – den nicht alle Rechts­schutz­versicherer zahlen wollen. Verweigern Versicherer die Deckung ohne triftigen Grund, kann sie der Versicherungs­ombuds­mann zur Deckung verpflichten. Deswegen dürften sich 2016 viele enttäuschte Rechts­schutz-Kunden dorthin gewendet haben.

Drei Minuten für Teil­nahme an Online-Umfrage

Was haben Sie als Rechts­schutz­versicherter erlebt? Ihre Erfahrungen, ob positiv oder negativ, interes­sieren uns. Wir bitten Sie, an unserer Umfrage Recht­schutz­versicherung teil­zunehmen, damit wir ein besseres Bild davon bekommen, wie die Versicherungen bei der Schaden­regulierung vorgehen. Ihre Daten erfassen wir selbst­verständlich anonym und die Umfrage dauert nur etwa drei Minuten.

Schlichtungs­verfahren mit Erfolg für Kunden

Übrigens: Das Schlichtungs­verfahren beim Ombuds­mann ist für Versicherte kostenlos und führt für den einen oder anderen auch zum Erfolg. Zwar lässt sich aus dem aktuellen Bericht nicht ersehen, in wie vielen Fällen Rechts­schutz­versicherte mit ihren Beschwerden beim Versicherungs­ombuds­mann Erfolg hatten. Der Bericht trifft nur allgemeine Aussagen dazu. 3 700 der einge­gangenen zulässigen Beschwerden führten im Berichts­zeitraum 2016 (August bis Dezember 2016) zu einem Ergebnis vor der Schlichtungs­stelle. In rund 26 Prozent der Beschwerdefälle haben sich Kunde und Versicherungs­gesell­schaft geeinigt oder der Versicherer hat ohne Schlichter­spruch zugunsten des Kunden entschieden. Bei 2 216 Beschwerden – rund 60 Prozent der beendeten Beschwerde­verfahren – hat der Ombuds­mann eine Entscheidung getroffen. Darunter dürften auch Entscheidungen zugunsten der Verbraucher sein.

UMFRA­GEAUS­WERTUNG: Viele Finanztest-Leser sind mit ihrer Versicherung zufrieden

Viele Finanztest-Leser besitzen schon eine Rechts­schutz­versicherung. Im Früh­jahr 2017 haben wir 969 Verbraucher mit einer Rechts­schutz­versicherung befragt, welche Erfahrungen sie mit ihrem Anbieter gemacht haben. Von den Umfrage­teilnehmern waren gut zwei Drittel mit der Arbeit ihres Versicherers zufrieden. 809 Teilnehmer hatten in den vergangenen zwei Jahren ein Rechts­problem und beim Versicherer die Über­nahme der Anwalts­kosten verlangt. Jeder Sechste bekam eine Abfuhr. Der häufigste Grund für die verweigerte Deckungs­zusage: Das betroffene Rechts­gebiet ist über die Police nicht abge­deckt. Ob die Deckung zu Recht oder zu Unrecht verweigert wurde, ergibt sich aus der Leserbefragung nicht. Aber offen­kundig erwarten Rechts­schutz­kunden von ihrem Versicherer mehr, als er ihnen tatsäch­lich an Schutz bietet.

Streit­themen (969 Antworten)

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Häufig Ärger im Job

Wenn unsere Leser zuletzt Rechts­rat brauchten, ging es vor allem um die Themen Beruf, Verkehr und Mietrecht. Wer dafür Rechts­schutz sucht, muss das Versicherungs­paket „Privat, Beruf und Verkehr“ (PBV) abschließen und dazu den Baustein Rechts­schutz für Mieter oder Wohnungs­eigentümer buchen. Um Kosten zu sparen, würden viele gern nur einen für sie wichtigen Lebens­bereich wie den Berufs­rechts­schutz abschließen. Diesen Schutz gibt es aber nur im Paket, nicht einzeln ().

Ablehnungs­gründe (137 Antworten)

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Kein Rund­umschutz

Auch wenn die Angebote der Versicherungen Namen tragen wie „360-Grad-Schutz“ oder „Sorglos-Tarif“: Eine Rechts­schutz­versicherung ist nie ein Rundum-Schutz. Die Versicherung ist mit vielen Lücken gespickt (). Die Kunden bekommen das zu spüren, wenn ihre Versicherung die Deckung ablehnt. „Ihr Rechts­gebiet ist nicht versichert“, heißt es dann zum Beispiel. Die Verweigerung wird aber mitunter auch damit begründet, dass die Streitursache in der Zeit vor dem Abschluss der Versicherung liege.

Was getan nach Ablehnung? (137 Antworten)

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Absage hinterfragen

Das Ergebnis unserer Umfrage zeigt: Ein Groß­teil der Kunden nimmt es widerstands­los hin, wenn ein Rechts­schutz­versicherer die Über­nahme einer Streitig­keit ablehnt. Dabei zeigen zahlreiche von Verbrauchern in den vergangenen Jahren gewonnene Klagen, dass die Ablehnungen nicht selten rechts­widrig sind. Wer Zweifel an der Recht­mäßig­keit der Ablehnung hat, sollte sich deshalb wehren. Eine Beschwerde beim Versicherungs­ombuds­mann kostet ihn nichts (versicherungs­ombuds­mann.de).

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rs2507 am 13.03.2017 um 14:29 Uhr
Wahrheitsgemäße Auskünfte

Zitat:
"Nachdem ich dies nicht wollte hat man mir kurzerhand gekündigt.
Dieses Verhalten der Versicherung ist ausgesprochen ärgerlich für den Kunden, da dies bei einem neuen Abschluß erhebliche Nachteile für den Versicherten mit sich bringt. Ich denke dass Stiftung Warentest auch solche Praktiken der Versicherer berücksichtigen sollte."
Stimme zu. Vorversicherungen und deren Kündigung durch Versicherer, welche Ursache sie auch immer hatten, müssen vor dem Neuabschluss eines Versicherungvertrages fast immer angegeben werden. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern sollte ernst genommen werden. Es könnte bei unzutreffenden Angaben bei einem anderen Versicherer durchaus zur Ablehnung eines Vertrages kommen.

UllGe am 12.03.2017 um 20:19 Uhr
Einfach gekündigt

Ich war zunächst bei der Karlruher Rechtschutzversicherung seit 1975 versichert und war sehr zufrieden, obwohl ich mangels Rechtsstreitigkeiten nur extrem wenig Erfahrungen mit Rechtsschutzversicherungen hatte.
Dann wurde die Rechtsschutzversicherung 2011 von der Würtembergischen übernommen. Diese versuchte mich in einen neuen Vertrag zu drängen. Nachdem ich dies nicht wollte hat man mir kurzerhand gekündigt.
Dieses Verhalten der Versicherung ist ausgesprochen ärgerlich für den Kunden, da dies bei einem neuen Abschluß erhebliche Nachteile für den Versicherten mit sich bringt.
Ich denke dass Stiftung Warentest auch solche Praktiken der Versicherer berücksichtigen sollte.