Rechtsschutz-Versicherung: Recht und billig

Klagen kostet. In Zivilverfahren machen die Gerichte normalerweise keinen Finger krumm, bevor nicht der Gerichtskostenvorschuss eingezahlt ist. Erst anschließend wird die Klage bearbeitet. Auch Anwälte fangen oft gar nicht erst an, bevor nicht zumindest ein Teil der Gebühren bezahlt ist. Die Kosten steigen weiter. Ab Anfang Juli gelten neue Regeln für Gerichts- und Anwaltskosten. Auch Rechtsschutzversicherungen werden wahrscheinlich teurer. Finanztest erklärt, was Klagen kostet. Dazu Preis und Leistung von Rechtsschutzversicherungen auf dem Prüfstand: Wo guter Schutz günstig ist.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Rechtschutzversicherung

WGV-Paket am günstigsten

Das günstigste Paket mit umfassendem Schutz für Vertrags-, Berufs- und Verkehrsrechtsschutz ohne Selbstbeteiligung gibts bei der WGV für 170 Euro. Bei der Badischen sind 188 Euro fällig. Doch längst nicht jeder braucht so viel Sicherheit: Ohne Auto ist kein Verkehrsrechtsschutz nötig. Wer Mitglied einer Gewerkschaft ist, bekommt von dort Unterstützung beim Streit mit dem Arbeitgeber und braucht keinen Berufsrechtsschutz.

Unterschiede im Detail

Im Detail unterscheiden die Angebote sich erheblich. So umfasst nur die Hälfte der Angebote auch den Opferrechtsschutz. Er zahlt den Rechtsanwalt, wenn der Versicherte Opfer einer Straftat geworden ist und als Nebenkläger im Strafprozess auftreten will. Lücken haben selbst die besten Rechtsschutzversicherungen: Die Kosten für Bauprozesse übernehmen sie nie. Im Familien- und Erbrecht ist nur die anwaltliche Erstberatung drin. Allein bei der Arag gibts die Möglichkeit, den Privatrechtsschutz um die Deckung auch bei familien- und unterhaltsrechtlichen Streitigkeiten zu ergänzen. Billiger werden Rechtsschutzversicherung mit einer Selbstbeteiligung von 150 Euro. Beispiel WGV: Ihr Komplettpaket kostet mit einer solchen Eigenbeteiligung nur noch 120 statt 170 Euro.

Preiserhöhungen wahrscheinlich

Von Juli an werden Rechtsschutzversicherungen noch wichtiger. Die neue Gebührenordnung für Rechtsanwälte und das neue Gerichtskostengesetz bringen deutlich höhere Kosten. Allerdings werden wahrscheinlich auch Rechtsschutzversicherungen teurer. Noch schnell einen neuen Vertrag zum alten Tarif abzuschließen, bringt allerdings nichts. Auch bei bestehenden Verträge werden die Versicherungen aller Voraussicht nach die Beiträge anpassen.

Kündigung im Schadenfall

Bei Schadenfällen sind die Versicherungen schnell mit Kündigungen bei der Hand. Manchmal verabschieden sie sich schon nach dem ersten Prozess, den Kunden auf ihre Kosten führen. Für den, den es trifft, ist das ärgerlich: Eine neue Versicherung zu finden, kann schwierig werden. Im Antrag für eine neue Police ist die Kündigung des alten Vertrags durch die Versicherung anzugeben. Mancher Anbieter lehnt daraufhin dankend ab. Besser fahren Kunden, die rechtzeitig selbst kündigen. Sie haben bei der Suche nach einer neuen Versicherung in der Regel keine Schwierigkeiten.

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