Rechtsschutz­versicherung Test

Die Anbieter von Rechts­schutz­ver­sich­erun­gen haben deutlich zugelangt: Allein in den vergangenen vier Jahren haben sich die Preise vieler Policen mehr als verdoppelt. Wer sich trotzdem gegen Rechts­streitig­kei­ten wappnen möchte, kann sich aus den getesteten Angeboten von 31 Versicherern die günstigsten heraussuchen. Finanztest sagt darüber hinaus, was Kunden noch tun können, um den Schutz nicht zu teuer werden zu lassen und wann die Absicherung überhaupt sinnvoll ist.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Rechtschutzversicherung

Weiter gefasster Schutz

Auf den ersten Blick erscheinen Rechtsschutzversicherungen kompliziert. Dabei ist das Prinzip ganz einfach: In den Vertragsbedingungen ist klar definiert, welche Leistungen der Tarif umfasst. Dazu gehören etwa Vertragsrechtschutz oder Schadenersatzrechtsschutz. Die Versicherung zahlt, wenn der Kunde Ärger in dem Lebensbereich hat, für den er versichert ist. Im Allgemeinen ist der Schutz bei den meisten Versicherern weiter gefasst als noch vor ein paar Jahren. So zahlen heute immer mehr Versicherer, wenn es nach einem weltweiten Internetgeschäft zum Streit kommt, unabhängig von Gerichtsstand. Und für den Schutz im Ausland ist es bei den meisten Versicherern mittlerweile egal, ob sich die Kunden privat oder dienstlich im Ausland aufhalten. Ist der Streitfall des Kunden von der Police gedeckt, zahlt der Versicherer, wenn der Fall Aussicht auf Erfolg hat. Der Versicherer übernimmt dann die Anwalts- und Gerichtskosten, Auslagen für Sachverständige und Zeugen sowie die Kosten des Gegners, wenn der Streit verloren geht. Darüber hinaus zahlt er auch für Schieds- oder Schlichtungsverfahren.

Klar definierte Leistungen

Auch Versicherer und Kunden streiten. Meist geht es dabei um die Höhe der Anwaltskosten. Allerdings ist das für Versicherte nicht so tragisch, da dies oft zwischen dem Anwalt und Versicherer selbst geregelt wird. Ärgerlicher ist es für Kunden, wenn der Versicherer nicht zahlen will, weil nach seiner Auffassung gar kein Versicherungsfall vorliegt. Daher sollten Kunden die Versicherungsbedingungen immer genau lesen. So sind sie mit einer Verkehrspolice bei Streit um Schadenersatz oder Vertragsrecht geschützt - aber nur, wenn es um das Auto oder den Straßenverkehr geht. Andererseits deckt der Vertragsrechtsschutz einer Privatrechtspolice Ärger beim Waschmaschinen- oder Fernsehkauf ab. Mängelstreitigkeiten nach dem Autokauf sind dagegen nicht versichert. Im Erb- oder Familienrecht müssen Versicherer nur Beratungsrechtsschutz gewähren, wenn ein „Ereignis“ vorliegt. Dies ist bei einem Todesfall mit Erbschaftsfragen der Fall. Wer dagegen mit Hilfe eines Anwalts seinen Nachlass regeln will, erhält kein Geld.

Bedarf richtig bestimmen

Oft bieten Versicherer große Pakete mit einem Versicherungsschutz für unterschiedliche Lebensbereiche an. Nicht immer ist dieser Rundumschutz aber sinnvoll. Wer viel Auto fährt und ansonsten keine Verwendung für eine Rechtsschutzversicherung hat, braucht nur eine Verkehrspolice. Mitarbeiter aus Krisenbranchen benötigen dagegen vor allem einen Arbeitsrechtsschutz. Grund: Vor dem Arbeitsgericht trägt jeder in der ersten Instanz seine Kosten selbst, auch wenn er später gewinnt. Wohneigentümer und Mieter können ebenfalls eine Einzelpolice abschließen. Allerdings sind diese recht teuer. Sie sollten die Absicherung daher als Zusatz zum Privatrechtsschutz hinzubuchen.

Immer teurer

Die Preise für Rechtsschutzversicherungen sind mittlerweile recht hoch. Als Grund nennen die Versicherungen in erster Linie die gestiegenen Anwaltskosten. Allerdings gibt es weiterhin Anbieter, bei denen Kunden nicht zu viel zahlen müssen. Besonders günstig ist immer noch die WGV. Aber auch Badische, Auxilia, Jurpartner, DMB Rechtsschutz und Concordia bieten günstige Tarife an.

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