Rechtsschutz-Versicherung: Friede, Freude, Eierkuchen

Rechtsschutzversicherung Test

Das ist Recht und gar nicht billig: Wenn der Verursacher nach einem Unfall den Schaden nicht ersetzt, muss das Opfer auf der Suche nach Gerechtigkeit erst mal zahlen. Ohne Gerichtskostenvorschuss läuft gar nichts. Auch Rechtsanwälte wollen in der Regel Geld sehen, bevor sie anfangen, Schriftsätze zu verfassen oder gar Klage zu erheben. Es geht aber auch anders: Rechtsschutzversicherungen versprechen Klagen ohne Kosten. Doch längst nicht jeden Prozess zahlt die Versicherung. Hinzu kommt: Die Policen unterscheiden sich erheblich. Finanztest hat die Angebote von 35 Rechtsschutzversicherern untersucht und sagt, wo es guten und günstigen Schutz gibt.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Rechtschutzversicherung

Die richtige Police

Vor dem Preisvergleich kommt die Suche nach dem richtigen Versicherungstyp. Zur Wahl stehen vor allem Privat-, Berufs-, Verkehrs- und Mietrechtsschutz sowie verschiedene Kombinationen dieser Policen. Einschränkung: Der Berufsrechtsschutz ist praktisch nur im Paket mit Privatrechtsschutz zu haben. Mietrechtsschutz gibt es zwar auch einzeln, aber das ist teuer. Erschwinglich ist der Mietrechtsschutz als Ergänzung zum Privatrechtsschutz. Sinn macht der Schutz vor Gerichts- und Anwaltskosten vor allem für Autofahrer. Sie geraten schnell in einen Rechtsstreit und sollten deswegen eine Verkehrsrechtsschutz haben. Für Arbeitnehmer ist der Berufsrechtsschutz wichtig. Besonderheit bei Arbeitsgerichten: Dort trägt selbst der Gewinner des Verfahrens seine Kosten. Bei allen übrigen Gerichten zahlt am Ende nur, wer verliert.

Der richtige Schutz

Doch auch zwischen Policen des gleichen Typs gibt es erhebliche Unterschiede. So sind im Privatrechtsschutz die Kosten im Streit vor Verwaltungsgerichten (jenseits von Asyl- und Ausländerrecht) nur über die Policen von Advocard, Auxilia, Concordia, DEVK, Örag und VGH und eingeschränkt noch bei Deurag, Rechtsschutz Union und Roland abgedeckt. Ein Beispiel aus dem Sozialrecht: Nur der Privatrechtsschutz von Itzehoer und Rechtsschutz Union spendiert etwa im Streit mit der Krankenkasse schon fürs vorgerichtliche Verfahren einen Rechtsanwalt. Auch die VGH zahlt, aber höchstens 400 Euro.

Der richtige Preis

Anwälte sind teurer geworden. Nach einer Gesetzesänderungen stiegen die Mindesthonorare zum Teil erheblich. Noch stärker allerdings stiegen die Preise mancher Rechtsschutzversicherung. Besonders heftig langt die Örag zu. Sie verlangt beim Abschluss neuer Verträge für ihr selbstbeteiligungsfreies Paket aus Privat-, Berufs- und Verkehrsrechtsschutz 40 Prozent mehr als noch vor einem Jahr.

Der richtige Rat

Beim Verkehrsrechtsschutz bietet der ADAC die niedrigste Prämie, kassiert allerdings zusätzlich seinen Mitgliedsbeitrag. Privatrechtsschutz für Selbständige und die Kombination aus Privat- und Berufsschutz für Nicht-Selbstständige ohne Selbstbeteiligung sind bei der Concordia am günstigsten. Die billigste Police für Privat-, Berufs- und Verkehrsrechtsschutz für Nicht-Selbstständige hat die WGV im Angebot. Aber Achtung: Der Preis allein machts nicht. Manche Police bietet wertvolle Extras, die ihren Aufpreis im Einzelfall allemal rechtfertigt. Sämtliche Preise und Leistungen sowie zahlreiche Zusatzinformationen sind in Finanztest 2/2005 und online komplett und interaktiv zu finden.

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