Rechtsschutzversicherung: Rechtsschutzversicherung: Der Fall: DA Deutsche Allgemeine - Rausschmiss postwendend

Jahrelang war der Hausmeister Andreas Müller bei der Deutschen Allgemeinen Versicherung (DA) rechtsschutzversichert. Der Berliner bezahlte seine Beiträge regelmäßig, ohne Leistungen der Versicherung in Anspruch zu nehmen. Dann bekam er Mitte letzten Jahres Krach mit seinem Vermieter über die Abrechnung der Betriebskosten. Er wandte sich an einen Anwalt, und bekam vor Gericht - zumindest teilweise - Recht.

Kurze Zeit später hatte er erneut Ärger. Diesmal mit seiner Arbeitgeberin, die ihm ein Zwischenzeugnis verweigerte. Zudem verlangte sie vom Hausmeister ständige Bereitschaft, selbst am Wochenende. Müller ließ sich nicht unter Druck setzen und wandte sich an seinen Anwalt. Der verhandelte erfolgreich für ihn.

Das war dem Rechtsschutzversicherer, der die Anwaltskosten übernommen hatte, zu viel Rechtsstreit. Die DA kündigte den Versicherungsvertrag. Gemäß Paragraph 19 Abs. 2 der Allgemeinen Rechtsschutzbedingungen dürfe die Gesellschaft kündigen, wenn der Kunde mehr als einmal im Jahr die Police in Anspruch genommen habe.

Die DA hat Recht. Sie darf Andreas Müller den blauen Brief schicken, sogar ohne die Entscheidung im Einzelnen zu begründen. "In letzter Zeit häufen sich Fälle, wo Versicherte wegen normaler kleiner Rechtsstreitigkeiten die Kündigung von ihrem Versicherer bekommen", beobachtet Rechtsanwalt Rolf Kramer. Er vermutet dahinter eine Taktik: "Die Versicherer wollen so wohl die Kunden mit günstigen Altverträgen ohne Selbstbeteilung loswerden."

Verpflichtet sich der Versicherte, einen Teil der Kosten des Rechtsstreits per Selbstbehalt zu übernehmen, ist das für den Versicherer meist günstiger. Für die meisten Streitfälle des täglichen Lebens über Miet- oder Arbeitsrecht kommt dann der Kunde selbst auf.

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