Rechtsschutz-Versicherung: Acht bieten „gute“ Hilfe

Rechtsschutzversicherung Test

Vor Gericht und auf hoher See ist jeder in Gottes Hand. Kein Mensch weiß vorher, wie ein Prozess ausgeht. Ohne Angst vor den Kosten können Autofahrer oder Arbeitnehmer ihr Recht durchsetzen, wenn sie eine Versicherung haben. Im Test sind 45 Rechtsschutzpolicen.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Rechtsschutzversicherungen

Den meisten Zoff gibts im Arbeitsrecht

Audio
Audio abspielenLautstärke einstellen

Die meisten Streitigkeiten werden derzeit vor Arbeitsgerichten ausgetragen. Die Zahl der betriebsbedingten Kündigungen steigt in Folge der Wirtschaftskrise an. Oft geht es vor dem Kadi darum, ob die Kündigung rechtmäßig ist. Wer klagt, muss mitunter tief in die Tasche greifen. Wesentlich einfacher lässt es sich mit einer Rechtsschutzversicherung um den Job kämpfen, denn sie übernimmt die Kosten. Viel Ärger vor Gericht gibt es auch in Verkehrssachen, in Wohn- und Eigentumsfragen sowie im Vertragsrecht. Familienstreitigkeiten lassen sich jedoch nicht versichern.

Schutz für Angestellte, Autofahrer und Mieter

Rechtsschutzversicherung Test

Einen Rundumschutz bietet keine der 45 Rechtsschutzangebote im Test. Finanztest hat die Policen auf Verbraucherfreundlichkeit geprüft, die Schutz im Arbeits-, Privat-, Verkehrs- und Mietrecht bieten. Nur acht mal vergaben die Tester ein „Gut“. Die meisten Bedingungen sind „befriedigend“, drei nur „ausreichend“. Die wenigsten Lücken hat der Tarif „T07 erweiterte Leistungen“ der Rechtsschutz Union. Für das Paket aus Privat-, Berufs- und Verkehrsrecht sind üppige 311 Euro Jahresbeitrag fällig bei einer Selbstbeteiligung von 100 Euro. Wer noch Mietrechtsschutz benötigt, zahlt weitere 55 Euro. Billigster Anbieter ist die WGV Schwäbische Allgemeine, die 142 Euro für ihr Paket verlangt, und mit „Befriedigend“ im Mittelfeld liegt. Der Mietrechtsschutz kostet 37 Euro zusätzlich, die Selbstbeteiligung beträgt hier 150 Euro.

Wann der Rechtsschutz greift

Umfrage Rechtsschutz

Umfrage

Wo hatten Sie den meisten Ärger?

Die Umfrage ist bereits beendet.

23.97%Abgegebene Stimmen: 946
20.14%Abgegebene Stimmen: 795
24.14%Abgegebene Stimmen: 953
31.75%Abgegebene Stimmen: 1253

Gesamtbeteiligung: 3947

Info: Die Umfrage ist nicht repräsentativ.

Das Prinzip der Rechtsschutzversicherung ist einfach: Die Versicherungsbedingungen enthalten klar definierte Leistungen wie etwa den Steuerrechtsschutz. Den gibt es aber jeweils nur für den Lebensbereich, für den sich der Kunde versichert hat. Beim Streit um ein Bußgeld für zu schnelles Fahren hilft der Versicherer nur, wenn der Kunde Verkehrsrechtsschutz hat. Kosten für einen Prozess um die Einkommensteuer übernimmt der Versicherer dagegen nur im Privatrechtsschutz. Alle Versicherungspakete im Test bieten das.

Im Privatrechtsschutz gibt es große Unterschiede

Im Arbeitsrechtsschutz unterscheiden sich die Policen in der Qualität am wenigsten. Dank Bundesgerichtshof müssen Versicherte bereits dann Rechtsschutz bekommen, wenn der Chef einen Aufhebungsvertrag anbietet. Viele Versicherer wollten aber erst zahlen, wenn die Kündigung auf dem Tisch liegt. Große Unterschiede weisen die Policen im Privatrechtsschutz auf. Besonders deutlich wird das beim Streit um Kapitalanlagen, wenn die Bank falsch beraten hat.

Gut für Familien mit großen Kindern

Rechtsschutz ist erheblich teurer geworden. Um etwa ein Viertel sind die Preise seit der Finanztest-Untersuchung 2006 nach oben gegangen. Doch haben sich die Bedingungen kaum verändert. Die Deckungssummen aber, bis zu denen die Versicherer höchstens zahlen, haben sich weiter erhöht. Eine gefährlich niedrige Grenze hat nun keiner mehr. Richtig viel vom Rechtsschutz haben Familien mit älteren Kindern. Bei den meisten Anbietern sind jetzt auch die volljährigen Kinder ohne Altersgrenze so lange mitversichert, bis sie einen vollwertigen Job haben und selbst verdienen – egal wo sie wohnen. Positiv im Verkehrsrechtsschutz ist: Hier gilt bei den meisten Anbietern der Schutz nun auch für die Kinder, wenn sie im eigenen Fahrzeug unterwegs sind. Und immer mehr Unternehmen versichern auch die Eltern des Versicherungsnehmers und seines Partners kostenlos mit. Voraussetzung ist meist, dass die Eltern mit dem Versicherungsnehmer zusammenleben und kein eigenes Erwerbseinkommen haben.

Dieser Artikel ist hilfreich. 2614 Nutzer finden das hilfreich.