Rechtsschutzversicherer Meldung

Die Wirtschaftskrise ist in den Arbeits­gerichten angekommen: Immer öfter wird um den Job gestritten, berichten die Rechts­schutz­versicherer. Das schlägt sich auch in deren Deckungs­verhalten nieder: Viele Versicherer sind knausrig, wenn Versicherte im Streit um die Kündigung einen Anwalt einschalten, der erst einmal eine Einigung ohne Prozess versuchen will.

680 000 Rechtsschutzfälle im Arbeitsrecht

Die deutschen Rechtsschutzversicherer verzeichnen einen deutlichen Anstieg der Arbeitsrechtsschutzfälle. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GdV) geht davon aus, dass bis Ende des Jahres 2009 bis zu 680 000 Rechtsschutzfälle im Arbeitsrecht zusammen kommen werden. Das entspräche einer Steigerung von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Versicherer müssen mehr zahlen

Der Anstieg der Rechtsschutzfälle führt laut GdV zu einer Mehrbelastung der Versicherer von rund 30 Prozent im Vergleich zu 2008. Jeder fünfte Arbeitsrechtsschutzfall koste mehr als 2 000 Euro und im Verhältnis zur Gesamtzahl der Schadenfälle der Rechtsschutzversicherer machen Fälle im Arbeitsrecht mittlerweile schon 18 Prozent aus.

Versicherer im Arbeitsrecht oft knauserig

Für Arbeitnehmer heißt das zweierlei: Zum einen zeigen die Zahlen, dass die Wirtschaftskrise in den Arbeitsgerichten angekommen ist und eine Rechtsschutzpolice für Menschen gerade in kriselnden Unternehmen sehr ratsam sein kann. Zum anderen liefern sie eine Begründung für die Knauserigkeit, die viele Versicherer gerade beim Streit um eine Kündigung an den Tag legen. So bezahlen manche die vollen Anwaltsgebühren nur, wenn der Versicherte seinen Anwalt mit der sofortigen Klage beauftragt. Wer den Anwalt bittet, erst einmal eine Einigung ohne Gericht mit dem Arbeitgeber zu suchen, zahlt einen Teil der außergerichtlichen Anwaltskosten selbst, wenn es später doch zur Klage kommt.

Entscheidung über Kostenübernahmepraxis steht aus

Hintergrund der Sparpraxis: Bei einer sofortigen Klage fallen weniger Gebühren an, als wenn der Anwalt zuvor außergerichtlich tätig wird. Ob die Versicherer sich deshalb querstellen dürfen, beurteilen die Gerichte unterschiedlich. Eine Entscheidung des Bundesgerichtshofes steht noch aus.

Tipps

  • Absicherung. Wenn Sie Sorgen haben, dass es Streit um Ihren Job geben könnte, ist eine Rechtsschutzversicherung ratsam.
  • Test. Welche Versicherung wirklich gut ist, alle Infos und Tipps zum Thema finden Sie im aktuellen Test Rechtsschutzschutzversicherungen (08/2009).
  • Klärung. Bitten Sie Ihren Anwalt, die Kostenfrage mit dem Versicherer zu klären, bevor Sie ihn beauftragen. Die meisten Anwälte machen so etwas kostenlos.

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