Wenn sich Arbeitnehmer mit Rechtsschutzversicherung gegen eine Kündigung wehren, müssen sie beim Auftrag an den Anwalt aufpassen. Einige Versicherer bezahlen die vollen Anwaltsgebühren nur, wenn der Versicherte den Anwalt mit der sofortigen Klage beauftragt. Wer ihn bittet, erst eine Einigung ohne Gericht mit dem Arbeitgeber zu suchen, zahlt einen Teil der außergerichtlichen Anwaltskosten selbst, wenn es später doch zur Klage kommt.

Hintergrund: Bei einer sofortigen Klage fallen weniger Gebühren an, als wenn der Anwalt zuvor außergerichtlich tätig wird. Mit dem sofortigem Klageauftrag vermieden Kunden also „unnötige Kosten“, meinen die Versicherer. „Einige Kündigungen sind aber so offenkundig falsch, dass sie ohne großen Aufwand außergerichtlich aus der Welt geschafft werden können“, sagt dagegen Axel Pabst, Fachanwalt für Versicherungsrecht aus Frankfurt am Main.

Gerichte beurteilen die Frage unterschiedlich. Das Amtsgericht Essen-Borbeck zumindest meint, dass Versicherer auch für das außergerichtliche Vorgehen gegen eine Kündigung zahlen müssen (Az. 6 C 287/08).

Tipp: Bitten Sie Ihren Anwalt, die Kostenfrage mit dem Versicherer zu klären, bevor Sie ihn beauftragen. Die meisten Anwälte tun so etwas kostenlos.

Dieser Artikel ist hilfreich. 225 Nutzer finden das hilfreich.