Rechtslage bei Internetversteigerungen Meldung

Das Oberlandesgericht Hamm entschied, dass Privatauktionen im Internet gegen Höchstgebot immer gültig sind. Nun erstritt der Verbraucherschutzverein (VSV) beim Landgericht Berlin, dass der Kaufvertrag nicht automatisch mit dem Höchstbieter zustande kommt. Finanztest bat Dr. Thorsten Kasper vom VSV um Klärung.

Sind Internetauktionen nun verbindlich oder nicht?

Kasper

: Es gibt dazu nach wie vor keine gesicherte Rechtsprechung. Eindeutig ist die Situation nur dann, wenn die Annahme des Kaufvertrags vom Verkäufer durch eine gesonderte E-Mail bestätigt wird. Viele Auktionsplattformen sehen das mittlerweile in ihren Geschäftsbedingungen so vor.

Was spricht eigentlich dagegen, dass sich Verkäufer an ihre Offerten halten müssen?

Kasper

: Das Landgericht Berlin ist der Auffassung, dass der Verkäufer ­ das können ja auch Privatpersonen sein ­ vor einem Missbrauchsrisiko zu schützen ist. Stammt das Höchstgebot von jemandem, dem er nicht traut, könnte er sein Angebot nicht zurücknehmen, wenn ein Kaufvertrag nach dem Höchstgebot automatisch zustande käme.

Wann wird die Rechtslage bei Internetauktionen endgültig geklärt werden?

Kasper

: Rechtssicherheit gibt es erst, wenn ein Urteil des Bundesgerichtshofs vorliegt. Das ist aber in diesem Jahr nicht mehr zu erwarten.

Oberlandesgericht Hamm (Az. 2 U 58/00, nicht rechtskräftig); Landgericht Berlin (Az. 26 O 397/00, nicht rechtskräftig).

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